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800 Menschen betroffen - Wegen Brandgefahr: Dortmund räumt Hochhaus

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Probleme beim Brandschutz in der Tiefgarage, fehlende Rettungswege: In Dortmund wird der Hochhaus-Komplex Hannibal geräumt. Über 800 Menschen sind betroffen - und müssen zeitweise woanders unterkommen.

Nach dem Feuer im Londoner Grenfell Tower mit mindestens 79 Toten sind 4 andere Hochhäuser geräumt worden. Bei Brandschutzüberprüfungen wurde bemerkt, dass die Außenverkleidungen aus ähnlich leicht entflammbarem Material bestehen.

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Die Evakuierung Hunderter Menschen des Dortmunder Hochhauskomplex Hannibal II wegen schwerer Brandschutzmängel hat begonnen. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr Dortmund am Donnerstagabend. Verschiedene Teams von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei gingen durch den Komplex und klopften an die Türen. Vor dem riesigen Hochhaus standen Busse bereit, die die anwesenden Bewohner zu einer Leichtathletikhalle, die als Notunterkunft dient, fahren sollten. Erste betroffene Mieter stiegen in die wartenden Busse ein. In dem Hochhauskomplex leben nach Angaben der Stadt etwa 800 Menschen.

Feuerwehr: Umbau eine Sache von Wochen, wenn nicht von Monaten

Die Leichtathletikstätte Helmut-Körnig-Halle solle 48 Stunden als erste Unterbringung für die betroffenen Bewohner des Hochhauskomplexes dienen, sagte der Leiter der Feuerwehr, Dirk Aschenbrenner. Danach sollten die Menschen auf andere Unterkünfte verteilt werden. Der Dortmunder Feuerwehrchef rechnete damit, dass das Beseitigen der Brandschutzmängel an dem riesigen Hochhauskomplex durch den Eigentümer eine Sache von Wochen, wenn nicht sogar von Monaten sei.

In den letzten Monaten waren in Folge eines verheerenden Hochhausbrandes in London viele ähnliche Gebäude in Nordrhein-Westfalen überprüft worden. In Wuppertal und Duisburg gab es bereits Räumungen wegen Brandschutzmängeln.

Im Juni war wegen Brandschutzmängeln ein Hochhaus in Wuppertal evakuiert worden. Dort waren 86 Wohnungen betroffen, von denen allerdings einige leerstanden. Die Stadtverwaltung Wuppertal begründete die Entscheidung mit neuen Erfahrungen aus dem Brand des Grenfell Towers in London. Der Brand mit mindestens 81 Toten habe eine Neubewertung des Risikos auch in Wuppertal nötig gemacht.

Wuppertal: Kunststoff-Fassade entfernen

In Kenntnis des Londoner Feuers habe Gefahr für Leib und Leben bestanden, sagte Wuppertals Baudezernent Frank Meyer damals. Nachdem die Eigentümer die brennbare Kunststoff-Fassade an den Treppenhäusern und Laubengängen entfernte, durften die Bewohner einen Monat später in ihre Wohnungen zurück.

Die Stadt Duisburg hat im Juli wegen mangelnden Brandschutzes drei Gebäude in einer Hochhaussiedlung vorübergehend räumen lassen. Rund 100 Menschen aus 22 Wohnungen waren betroffen.

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