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Wegen Vaterschaftstest - Dalís Leichnam exhumiert

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Die sterblichen Überreste des Spaniers Salvador Dalí sind exhumiert worden. Zähne, Nägel und etwas Knochenmark sollen klären, ob eine Wahrsagerin die Tochter des verstorbenen Künstlers ist.

Wegen eines Vaterschaftsstreits sind die sterblichen Überreste des spanischen Künstlers Salvador Dalí exhumiert worden. Die 61-Jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez behauptet seit Jahren, die einzige Tochter des 1989 verstorbenen Malers zu sein.

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Wegen eines Vaterschaftsstreits sind die sterblichen Überreste des spanischen Künstlers Salvador Dalí exhumiert worden. Die Arbeiten an seinem Grab im Museum im nordostspanischen Figueres seien in der Nacht zum Freitag abgeschlossen worden, teilte ein Gericht mit.

"Er ist gut konserviert"

Der Leichnam Dalís ist anscheinend in einem guten Zustand, erklärte die Bürgermeisterin des Ortes Figueres, Marta Felip, die bei der Exhumierung des einbalsamierten Körpers dabei war. "Er ist gut konserviert", sagte Felip zu den vor dem Gebäude wartenden Journalisten. Die Exhumierung habe etwa fünf Stunden gedauert, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitagmorgen. Gerichtsmediziner hätten vor allem Zahnproben für einen DNA-Abgleich genommen. Wegen der Chemikalien wie Formalin, mit denen Dalí einbalsamiert worden war, sei es schwierig gewesen, brauchbare Proben von anderen Körperteilen zu nehmen.

Ende Juni waren DNA-Tests angeordnet worden, weil die 61-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez seit Jahren behauptet, die einzige Tochter des 1989 verstorbenen Malers zu sein. Ergebnisse würden in wenigen Wochen erwartet, sagte Abels Anwalt Enrique Blánquez. Die DNA-Proben wurden direkt aus dem Sarg in dem Museum in Katalonien entnommen und sollten anschließend zur Untersuchung nach Madrid geschickt werden. Teile des Museums wurden am Donnerstag abgeschirmt, um zu verhindern, dass Drohnen Fotos von der Exhumierung machen. Auch zahlreiche Schaulustige hatten sich dort versammelt.

Dalí-Stiftung zweifelt an Angaben der Frau

Die Salvador-Dalí-Stiftung war erfolglos gegen die Entscheidung einer Richterin vorgegangen, die bereits Ende Juni die DNA-Tests angeordnet hatte. Abel hatte schon vor mehreren Jahren einen Antrag auf einen Vaterschaftstest eingereicht. Ihren Angaben zufolge hatte ihre Mutter eine Liebschaft mit dem Künstler.

Die Dalí-Stiftung zweifelt an den Angaben der Frau. Sollte sich die Vaterschaft bestätigen, könnte Abel rechtliche Schritte unternehmen, um ihren Anteil am beträchtlichen Erbe des Künstlers zu erstreiten.

Erbe Dalís auf 136 Millionen geschätzt

Abels Angaben zufolge erzählte ihre Großmutter ihr, als sie sieben oder acht Jahre alt war, erstmals von ihrem berühmten Vater. Ihre Mutter soll die Geschichte später bestätigt haben. Nach der Beziehung mit Dalí hätte sie einen anderen Mann geheiratet und kurz darauf Abel zur Welt gebracht.

Das Erbe Dalís wurde in seinem Todesjahr 1989 auf 136 Millionen Dollar geschätzt und dürfte seither deutlich gestiegen sein. Aktuell gehört das gesamte Erbe dem spanischen Staat und wird von der Dalí-Stiftung verwaltet. Abel könnte als einzige Tochter Dalís mindestens ein Viertel davon erstreiten.

Der Surrealist Dalí wurde 1904 in Figueres geboren und starb dort im Alter von 84 Jahren. Seine Ehefrau, die "Gala" genannte Russin Elena Iwanowa Diakonowa, war jahrzehntelang als Muse an seiner Seite. Kinder hatte das Paar keine.

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