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"Industrie" und "Netzwerk" - Angeklagter packt aus im "Cum-Ex"-Prozess

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Waren "Cum-Ex"-Aktiengeschäfte nur dreiste Ausnutzung einer Gesetzeslücke oder eine Straftat? Diese Frage beschäftigt das Bonner Landgericht. Ein Angeklagter sagt ausführlich aus.

"Cum-Ex"-Prozess in Bonn
"Cum-Ex"-Prozess in Bonn
Quelle: Reuters

Im milliardenschweren "Cum-Ex"-Steuerskandal hat erstmals ein zentral beteiligter Finanzmarkt-Akteur vor Gericht ausgesagt. Ein Aktienhändler (41), der wegen besonders schwerer Steuerhinterziehung angeklagt ist, begann vor dem Bonner Landgericht seine Aussage.

Er beschrieb vor dem Gericht die Beteiligten als profitgetriebene "Industrie" und als "ein riesiges Netzwerk von Unternehmen, Personen und Körperschaften, die in verschiedenen Rollen agierten." Zu den konkreten Vorwürfen gegen ihn äußerte er sich zunächst nicht.

Umfangreich beschrieb der Angeklagte im Prozess um den wohl größten Steuerskandal der deutschen Geschichte die Abläufe der Geschäfte, bei denen nach einem Hin- und Herschieben von Aktien Steuern auf Dividenden mehrfach erstattet wurden.

Eine Art Verwendungszweck

Interessant war die Darstellung des Angeklagten, dass es bei den fragwürdigen Transaktionen eine Art Verwendungszweck gab. Dadurch hätte den Beteiligten klargewesen sein müssen, dass es sich um "Cum-Ex"-Geschäfte und damit keine echten Dividendenzahlungen gehandelt habe. Bisher ist aus der Bankenbranche zu hören, dass sie das mangels Intransparenz am Markt gar nicht hätten wissen können.

Mehr zur Bedeutung des Prozesses um die "Cum-Ex"-Geschäfte erfahren Sie hier:

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