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Weihnachtspredigten der Kirchen - Mehr Nächstenliebe und Umweltschutz

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Gott war nicht zuerst Deutscher oder Chinese, sondern "einfach Mensch", sagt Bischof Bedford-Strohm in seiner Weihnachtspredigt. Auch die Umwelt ist den Kirchen wichtig.

Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland haben an Heiligabend an die Hoffnung in der Weihnachtsbotschaft erinnert. Sie rufen zu Zuversicht und Zusammenhalt auf.

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Die Kirchen haben an Weihnachten zu Zuversicht und Zusammenhalt in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft aufgerufen. Doch die Inhalte gingen weit über Nächstenliebe und Zusammenhalt hinaus. Naturschutz, Eigeninitiative, und mehr Wertschätzung gegenüber unserem Planeten waren weitere zentrale Themen.

Nächstenliebe als gesellschaftliche Aufgabe

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, warnte vor Selbstbezogenheit und Egoismus. "Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass es mehr gibt als nur die eigenen Interessen", sagte der bayerische Landesbischof.

Kardinal Reinhard Marx ruft alle Menschen zu tätiger Solidarität auf. Das Kind in der Krippe sei der Bruder aller Menschen, mit ihm nehme Gott jeden Menschen in den Blick und in die Arme, betonte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in seiner an Heiligabend in München veröffentlichten Weihnachtsbotschaft. Wer diese Botschaft ernst nehme, dürfe "nicht mehr nur das eigene Ich, die eigene Nation sehen und die eigene Interessen im Blick haben".

Landesbischof Bedford-Strohm besucht JVA an Weihnachten
Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.
Quelle: dpa

Des Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete Weihnachten als ein "Fest der grenzenlosen Hoffnung". Mit der Geburt Jesu habe die Liebe Gottes menschliche Gestalt angenommen. Diese Botschaft lasse selbst Menschen nicht kalt, "die mit Religion eigentlich gar nichts anfangen können", sagte der bayerische Landesbischof. Sie verbinde Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten, denn: Gott sei nicht zuerst Deutscher oder Chinese, Amerikaner oder Afrikaner geworden, "sondern einfach Mensch".

Kernthema: Umwelt

Das zu Ende gehende Jahr habe Spannungen, Polarisierungen und Ängste ausgelöst, erklärte der Münchner Erzbischof Marx. Dabei stehe im Zentrum der Sorgen vieler Menschen das Wohl des Planeten Erde. Als Beispiel der Zuversicht nannte der Kardinal die erste Mondlandung vor fünfzig Jahren. Zum ersten Mal sei es möglich gewesen, die Erde in ihrer Einmaligkeit und Schönheit von außen zu sehen und zu bestaunen. Das habe gezeigt, wie kostbar und einzigartig die Welt sei. Diese Sicht müsse zu mehr Gemeinschaft und zu mehr Einsatz für die Zukunft dieses Planeten motivieren.

Zu einem umweltverträglichen Lebensstil rief der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck auf. Er beklagte Klimawandel, Umweltverschmutzung, Wegwerfkultur und Ressourcenverschwendung. In der ökologischen Problematik zeige sich eine der größten Krisen der Menschheit. "Friede auf Erden" sei nur zu erreichen, wenn die Schöpfung geachtet werde und die Armen Gerechtigkeit erführen. Notwendig sei ein völlig neuer Umgang mit der Natur.

Der Würzburger Bischof Franz Jung warb in einer Videobotschaft für mehr Hoffnung in der Klimadebatte. "Nicht die Apokalypse steht im Vordergrund, die vielen Menschen Angst macht, denn Angst kann auch lähmen und zum Fatalismus verleiten", so Jung. Umweltschutz und einen bescheidenen Lebensstil forderte auch der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst. Wer die Schöpfung zerstöre, zerreiße das "Band der Liebe, das Gott zu seiner Schöpfung geknüpft hat". Gottes Menschwerdung sei eine Zusage an die gesamte Schöpfung.

Ist es nicht unsere Aufgabe, unseren Lebensstil sofort zu ändern, wenn wir die Botschaft Gottes ernstnehmen, dass Gott in seinem Sohn Jesus Christus selbst Teil seiner Schöpfung wird?
Gebhard Fürst, Bischof Rottenburg-Stuttgart

Mut und Frieden

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch plädierte für mehr Mut und gesellschaftliche Eigeninitiative. "Wir leben in einer Zeit, in der die Versuchung groß ist, sich in vielen Lebensbereichen nicht auf den Weg zu machen, lieber als Zuschauer sitzen zu bleiben und zu schauen, was andere in Kirche, Politik und Gesellschaft tun", sagte Koch.

Wagen Sie es, Menschen des Friedens zu werden.
Heinrich Timmerevers, Bischof Dresden-Meißen

"Weihnachten aber ruft jeden von uns selbst in die Verantwortung: Mach dich auf den Weg zu Gott und zu den Menschen!" Dies gelte insbesondere auch mit Blick auf die angekündigte Reformdebatte der Kirche. Der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, rief zu einem friedlichen Zusammenleben auf. "Wie sehr tut Frieden not, der Freiheit ermöglicht und sichert. Wie sehr braucht es dafür nicht nur politische Abkommen und Verträge, sondern auch den unbedingten Willen des Einzelnen zum Frieden", so der Geistliche.

Kein "himmlischer Polizist"

Magdeburgs Bischof Gerhard Feige erinnerte daran, dass Gott den Menschen immer ein Geheimnis bleibe und zugleich Inbegriff der Liebe sei. "Gott ist anders als gedacht, ein unendliches Geheimnis und uns doch zutiefst zugetan", erklärte er. Zugleich räumte der Bischof ein, dass es heutzutage immer mehr Menschen schwerfalle, an einen Gott zu glauben: "Viele vermögen schon mit dem Begriff 'Gott' nichts mehr anzufangen." Man müsse sich davon freimachen, sich Gott etwa als ein Wolkenwesen, einen Vertragspartner, einen "himmlischen Polizisten" oder Lückenbüßer vorzustellen.

Wie die Menschen in Bethlehem Weihnachten feiern, zeigt der Bericht von ZDF-Reporterin Anna Feist:

Weihnachten im Heiligen Land -
Weihnachten in Bethlehem
 

Weltweit feiern Christen an Heiligabend die Geburt Jesu. Nach biblischen Überlieferungen wurde er in Betlehem geboren. Dorthin zieht es zu Weihnachten Christen aus aller Welt.

von Anna Feist
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