70 Jahre BRD, 30 Jahre Mauerfall und mehr

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2019 hat viele Gründe zu feiern - 70 Jahre BRD, 30 Jahre Mauerfall und mehr

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Am besten, der Sekt bleibt kalt. 2019 ist ein Jahr voller Jubiläen, Gedenktage. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Muss man aber nicht: wichtige Ereignisse zum Vormerken.

Mit einer Taschenlampe zeichnet ein Mann die Jahreszahl 2019 in den Abendhimmel.
Mit einer Taschenlampe zeichnet ein Mann die Jahreszahl 2019 in den Abendhimmel.
Quelle: dpa

Republik-Geburtstag hoch zwei

Deutschland hat 70. Geburtstag - und das gleich zweimal und irgendwie auch nicht. Mit der Verabschiedung und Verkündigung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 entsteht am 24. Mai die Bundesrepublik Deutschland. Als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges umfasst diese neue Republik die US-amerikanische, französische und englische Besatzungszone sowie West-Berlin, die Hauptstadt wird Bonn. Wenige Tage zuvor hat die sowjetische Besatzungszone den Weg für eine eigene Staatsgründung bereitet: Am 15. Mai 1949 wird der Volkskongress gewählt, der am 30. Mai die Verfassung bestätigt. Am 7. Oktober wird die Deutsche Demokratische Republik mit der Hauptstadt Ost-Berlin offiziell gegründet.

Menschen feiern den Mauerfall vor dem Brandenburger Tor in Berlin 1989
Mauerfall in Berlin 1989
Quelle: dpa-bildfunk

Ein Ereignis, das die beiden Deutschlands letztlich wieder zusammenbringt, feiert dieses Jahr ebenfalls Jubiläum: Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, fällt die deutsche Mauer. Der Mauerfall ist Endpunkt einer Entwicklung im Laufe des Jahres 1989, als erst Bürgerrechtler, später immer mehr DDR-Bürger Reformen des herrschenden SED-Regimes nach Meinungs-, Versammlungs- und Reisefreiheit fordern. Anfang Oktober zum Beispiel erzwingen Demonstranten in Plauen und Leipzig erstmals, dass die Wasserwerfer und Volkspolizisten abziehen müssen und eine Eskalation mit der Staatsmacht ausbleibt. Und der Mauerfall war Anfang eines gut einjährigen Einigungsprozesses bis zur deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

Historisches mit Nachwirkungen

Republikjubiläen, Grundgesetzjubiläum, Mauerfall-Jubiläum - das ist es an Gedenktagen 2019 aber noch lange nicht. Die erste Demokratie auf deutschem Boden, die Weimarer Republik, wird zwar schon nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 gegründet. Sie nimmt aber so richtig erst vor 100 Jahren Formen an. Am 19. Januar 1919 wird die Deutsche Nationalversammlung gewählt, erstmals dürfen auch Frauen ihre Stimme abgeben. Die Verfassung wird verabschiedet und die Verfassungsorgane eingesetzt, Mitte August gilt die Gründung der Weimarer Republik als abgeschlossen.

Bild von der Unterzeichnung des Versailler Vertrags
Unterzeichnung des Versailler Vertrags
Quelle: dpa

Erst 1919 endet auch völkerrechtlich der Erste Weltkrieg: der Versailler Friedensvertrag wird unterzeichnet. Formal endete der Krieg bereits im November mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Doch wie der Friede genau aussehen sollte, das muss zwischen dem Verlierer, dem Deutschen Reich, und den Gewinnern, Frankreich, Russland und dem Vereinigten Königreich, noch ausgehandelt und von der deutschen Nationalversammlung ratifiziert werden. Die Lasten für das Deutsche Reich sind erheblich: Reparationen müssen gezahlt, Elsaß-Lothringen an Frankreich und Westpreußen an Polen abgetreten werden, die Reichswehr wird verkleinert. Alles eine schwere Hypothek für die junge Republik.

Und noch etwas

Besucher stehen bei Gedenkfeierlichkeiten zum Attentat vom 20. Juli 1944 vor einem Porträt von Graf von Stauffenberg
Gedenkfeierlichkeiten zum Attentat vom 20. Juli 1944 vor einem Porträt von Graf von Stauffenberg
Quelle: reuters

Der Versailler Vertrag ist ein, aber nicht der einzige Grund, warum die Nationalsozialisten in der Folge an die Macht kommen. Das leitet zu weiteren Gedenktagen über: Am 1. September jährt sich zum 80. Mal der Beginn des Zweiten Weltkriegs, als die Deutschen Polen überfallen. Fünf Jahre dauert es - es ist der 20. Juli 1944 - bis Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Diktator Adolf Hitler zu töten und damit einen Putsch der Reichswehr auszulösen. Beides scheitert. Die Sprengladung, die Stauffenberg bei einer Besprechung im Führerhauptquartier Wolfsschanze deponiert, tötet andere, aber verletzt Hitler nur leicht. Das zögerliche Auslösen des Staatsstreiches macht ihn wirkungslos.

Die Nazis nehmen daraufhin tausende zivile und militärische Widerständler, die zum Unterstützerkreis des 20. Juli gehörten, fest und richten hunderte Menschen hin. Viele Familienangehörige werden in Sippenhaft genommen.

Erfreulicheres: Die Mondlandung

Mit vom Mond mit der Landekapsel und einem Astronauten
Neil Armstrong auf dem Mond 1969.
Quelle: ZDF / Olaf Hoffmann

Positivem gilt es aber auch zu gedenken. Am 21. Juli 1969 betritt zum ersten Mal ein Mensch den Mond. 500 Millionen Menschen verfolgen an den Fernsehern, wie Neil Armstrong auf den pudrigen, sandigen Boden hüpft - manche bezweifeln allerdings bis heute, dass dies wirklich geschehen ist. Eine flatternde Fahne, keine Sterne auf den Bildern, komische Schatten nehmen Kritiker als Indizien dafür, dass die Szene in einem US-amerikanischen Filmstudio aufgenommen worden sein muss.

Rätsel gab es auch über Armstrongs Satz, als er von der Leiter stieg: "Ein kleiner Schritt für einen Mensch, aber ein großer Sprung für die Menschheit." Hat er sich selbst den Satz ausgedacht, hat ihn die Nasa ihm in den Mund gelegt? Die Antwort liegt irgendwo da draußen.

Ein Gläschen auf ...

Fontane-Statue
Theodor Fontane

In diesem Jahr muss auch anderen großartigen Menschen und ihrer großartigen Taten gedacht werden. Namen, die noch in jeder Schulkarriere mindestens einmal aufgetaucht sind. Vor 200 Jahren wurde Theodor Fontane geboren. Ebenso der französische Physiker Léon Foucault, nachdem nicht nur ein Pendel benannt ist, sondern der auch ein Spiegelteleskop und eine Schreibmaschine für Blinde erfand. Ebenfalls 1819 wurde die Komponistin Clara Schumann, die Dame vom 100-D-Mark-Schein, und Jacques Offenbach geboren.

Das Gemälde «Salvator Mundi» von Leonardo da Vinci.
Das Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci
Quelle: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Ihren 100. Geburtstag könnten dieses Jahr feiern, wenn sie denn noch lebten: die Schriftsteller Doris Lessing und J. D. Salinger, der langjährige Leiter der Wagner-Festspiele Wolfgang Wagner, der frühere Bundespräsident Walter Scheel und der Extrembergsteiger Edmund Hillary.

Größere Zahlen gibt es auch: Vor 250 Jahren wurden Napoléon und Alexander von Humboldt geboren, vor 500 Jahren Leonardo da Vinci. Vor 350 Jahren starb sein berühmter Malerkollege Rembrandt. Vor 100 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin ermordet. Einen natürlichen Todes starben der Maler Pierre-Auguste Renoir und US-Präsident Theodore Roosevelt.

Was bleibt?

Joachim Löw am 27.06.2018 in Kazan
Joachim Löw
Quelle: Imago

Vieles von ihrer Kunst, von ihrem Wirken bleibt. Wie auch die halbkugelige Teekanne oder der freischwingende Stuhl. Beides sind Designklassiker des Bauhauses, der Kunstschule, die Walter Gropius vor 100 Jahren in Weimar ins Leben rief.

Irgendwie beständig vielleicht auch dies: Vor 65 Jahren wurde Deutschland Fußballweltmeister, vor 45 Jahren und vor 5 Jahren. Von daher hätte das voriges Jahr auch gar nicht gepasst. Irgendwie.

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