Sie sind hier:

Weltflüchtlingstag - 30 Millionen Kinder weltweit auf der Flucht

Datum:

Weltweit sind derzeit rund 30 Millionen Kinder und Jugendliche auf der Flucht vor Konflikten. Laut UNICEF sind das mehr als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.

Somalische Frauen und Kinder vor einem Flüchtlingslager bei Dadaab am 5.8.2011
Somalische Frauen und Kinder vor einem Flüchtlingslager bei Dadaab
Quelle: ap

Unter allen Menschen mit Flüchtlingsstatus ist gut die Hälfte jünger als 18 Jahre, teilt das UN-Kinderhilfswerk zum Weltflüchtlingstag mit. Diese Jungen und Mädchen - unabhängig davon, ob in ein fremdes Land geflüchtet, Asylbewerber oder Binnenvertriebene im eigenen Land - seien oft großen Gefahren ausgesetzt. Viele werden nicht gesundheitlich versorgt. Nur die Hälfte der Kinder besuche eine Grundschule, nicht einmal jeder vierte geflüchtete Jugendliche eine weiterführende Schule.

Unbegleitete Minderjährige auf Rekordhöhe

Auch die Zahl der Minderjährigen, die allein auf den Flucht- und Migrationsrouten unterwegs sind, ist laut UNICEF inzwischen auf eine traurige Rekordhöhe gestiegen. Mindestens 300.000 unbegleitete oder von ihren Eltern getrennten Heranwachsende wurden 2015 bis 2016 in 80 Ländern registriert - fünfmal so viele wie 2010 bis 2011.

"Unbegleitete Mädchen und Jungen werden häufig Opfer von Menschenhandel, Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch", warnte die Organisation und forderte mehr Schutz, bessere Versorgung und langfristige Lösungen für die Kinder. UNICEF-Botschafter Alexander Gerst will von Bord der Internationalen Raumstation ISS aus für die zum Flüchtlingstag gestartete Kampagne "#träumesindgrenzenlos" werben. Das hatte der Astronaut jungen UNICEF-Ehrenamtlern vor seinem Start versprochen. Bei der Aktion im Netz und in den Fußgängerzonen sollen möglichst viele Menschen ihre Träume auf Karten notieren. Der Vergleich mit den Sehnsüchten geflüchteter Kinder soll aufrütteln und Solidarität wecken.

Kinderhilfswerk: Integration verstärken

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert zum Weltflüchtlingstag an Staat und Gesellschaft, bei der Integration von Flüchtlingskindern nicht nachzulassen. Wie die Organisation fordert, sollte das Integrationsgesetz ergänzt werden, damit Flüchtlingskinder und ihre Familien stärker als bisher an der Gesellschaft teilnehmen könnten. "Es ist sehr erfreulich, dass wir bei der Integration von Flüchtlingskindern in Deutschland in den letzten drei Jahren große Fortschritte gemacht haben", erklärte die Vizepräsidentin des Kinderhilfswerkes, Anne Lütkes. "Darauf müssen wir aufbauen und die notwendigen Integrationsmaßnahmen nicht nur weiterführen, sondern verstärken."

Dazu gehören Lütkes zufolge passende Angebote zum schnellen Erlernen der deutschen Sprache, ein ungehinderter Zugang zu Kindertageseinrichtungen und Ausbildungsstätten sowie eine Schulpflicht für alle Flüchtlingskinder von Anfang an, und zwar unabhängig von der Bleibeperspektive. Außerdem sollten die Flüchtlingskinder mehr Zeit mit gleichaltrigen Kindern in der Nachbarschaft verbringen. Schulen, Vorbereitungskurse und Vereine müssten für die Kinder gut erreichbar sein. Dafür bräuchten die Familien Fahrtickets und ausreichend Lernmittel.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.