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Welthunger-Index vorgestellt - 821 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen

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Im Kampf gegen Hunger sind nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe Fortschritte erzielt worden - allerdings bekommen immer noch 821 Millionen Menschen nicht genug zu essen.

Archiv: Eine von Hungersnot betroffene Mutter hält ihren Sohn im Arm, aufgenommen am 05.04.2017 im Südsudan
Eine von Hungersnot betroffene Mutter hält ihren Sohn im Arm, aufgenommen im April 2017 im Südsudan.
Quelle: ap

Das geht aus dem am Donnerstag vorgestellten Welthungerindex (WHI) hervor. Demnach fiel der globale Indexwert, der die Verbreitung des Hungers erfasst, im Vergleich zum Jahr 2000 um 28 Prozent; im Vorjahr waren es 27 Prozent. Die Kindersterblichkeit habe sich seit 2000 sogar halbiert.

Welthunger-Index 2018 - Mehr Hunger auf der Welt
Welthunger-Index 2018 - Mehr Hunger auf der Welt
Quelle: ZDF

Trotzdem blieb die Lage, wie im Vorjahr auch, in 51 Ländern "ernst" oder "sehr ernst". Vor allem Länder in Afrika und in Südasien seien betroffen. In einem weiteren Fall, der Zentralafrikanischen Republik, wurde sie als "gravierend" eingestuft. Zuletzt sei allerdings die Zahl der Unterernährten wieder gestiegen, teilte die Deutsche Welthungerhilfe mit. Wenn nicht mehr Anstrengungen unternommen würden, werde das Ziel verfehlt, spätestens bis 2030 Hungersnöte zu vermeiden, wie es die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen vorsehen.

Die zwei wichtigsten Ursachen für Hungernot sind der Klimawandel und kriegerische Konflikte. "Wir wussten, dass durch Klimawandel und kriegerische Konflikte die Gefahr, dass die Zahl steigen würde, groß ist", sagte Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann im ZDF-Morgenmagazin. Über 68 Millionen Menschen seien auf der Flucht, sagte Dieckmann. "Die Mehrzahl der Flüchtlinge bleibt in ihrer Heimatregion und braucht auch dort Unterstützung." Den oft armen Aufnahmeländern müsse geholfen werden. "Wir unterstützen den Marshallplan der Bundesregierung für Afrika, weil wir glauben, dass es Investitionen braucht", sagte Dieckmann im ZDF.

Hauptauslöser für Hungersnöte weltweit wären "der Klimawandel und die kriegerischen Konflikte", sagt Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

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Die Hungerbekämpfung finde im Moment jedoch nicht durch Industrieunterstützung statt, sondern durch Investitionen in die Landwirtschaft, fügte sie hinzu. "80 Prozent der Hungernden leben in ländlichen Regionen, wo man eigentlich Lebensmittel produzieren könnte", so Dieckmann. "Deshalb ist unser Ansatz, das parallel zu machen. Wir brauchen Investitionen in die Landwirtschaft, Wertschöpfungsketten, wir brauchen Bildung."

Der Welthunger-Index

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