Thüringen erklärt Weltkindertag zum Feiertag

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Neuer arbeitsfreier Tag - Thüringen erklärt Weltkindertag zum Feiertag

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Ab sofort dürfen sich Kinder und Erwachsene in Thüringen über einen extra freien Tag freuen. Der Landtag wählte den Weltkindertag am 20. September zum gesetzlichen Feiertag.

Archiv: Ein Mädchen springt am Potsdamer Platz beim Weltkindertagsfest des Deutschen Kinderhilfswerks in einen Strohhaufen am 22.09.2013
Feier zum Weltkindertag: In Thüringen ist der 20. September jetzt gesetzlicher Feiertag.
Quelle: dpa

Mit dem Weltkindertag steigt die Zahl der arbeitsfreien Feiertage in Thüringen auf elf. Mit den Stimmen von Linken, SPD und Grünen im Erfurter Landtag wurde das Feiertagsgesetz entsprechend geändert. Seit September 2018 war das Gesetz kontrovers diskutiert worden.

Die Oppositionsfraktionen CDU und AfD, aber auch Wirtschaftsvertreter, meldeten Bedenken an, ob sich Thüringen einen weiteren Feiertag wirtschaftlich leisten könne. Die Opposition sieht in dem zusätzlichen Feiertag zudem ein Wahlkampfgeschenk von Rot-Rot-Grün, weil Ende Oktober ein neuer Landtag in Thüringen gewählt wird.

Nach dem Frauentag jetzt auch ein Feiertag für die Kinder

Andere Bundesländer hätten zwischen 9 und 14 Feiertage, argumentierte die Regierungskoalition. Im Januar hatte Berlin den Internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

Wir sind auch dafür da, den Menschen Gutes zu tun.
Steffen Dittes, Die Linke

Mit dem Weltkindertag "ist ein Feiertag geschaffen, der uns an die Kinderrechte erinnert. Es gibt ein Recht auf eine behütete Kindheit", so der Thüringer Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dirk Adams. Der Innenpolitiker der Linken, Steffen Dittes, sagte: "Wir können uns diesen Feiertag leisten. Wir sind auch dafür da, den Menschen Gutes zu tun." Innenminister Georg Maier (SPD) äußerte, Kinder dürften auch einmal faul sein: "Einfach mal nichts tun, das ist ein Wert für sich." Der Feiertag sei kein Wahlkampfmanöver, wie die Opposition meine, sondern mache Thüringen familienfreundlicher, sagte die SPD-Abgeordnete Birgit Pelke. Es gehe darum, Kinder als Zukunft der Gesellschaft zu würdigen und Familien angesichts der Arbeitsverdichtung einen zusätzlichen freien Tag mit ihren Kindern zu ermöglichen.

20. September statt 1. Juni

Die CDU-Abgeordnete Gudrun Holbe befürchtet hingegen, dass Arbeitnehmer den zusätzlichen freien Tag durch Mehrarbeit oder Mehrbelastungen kompensieren müssten. Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Stefan Möller, warf Rot-Rot-Grün vor, eine ostdeutsche Tradition zu missachten. Traditionell werde der 1. Juni als Kindertag gefeiert.

Im Gegensatz zum 1. Juni, traditionell ein Spiel- und Feiertag für Kinder, sei der Weltkindertag, der in 145 Ländern begangen werde, ein Tag der Kinderrechte, erwiderte der Linken-Politiker Dittes. Deshalb sei die Wahl auf den 20. September gefallen.

Meinungen zum Feiertag gehen auseinander

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erklärte, ein elfter Feiertag schade der Wirtschaft dauerhaft und schränke ihre Wettbewerbsfähigkeit ein. Untersuchungen der Bundesbank hätten belegt, dass die Einführung eines zusätzlichen Feiertages zu einem durchschnittlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,12 bis zu 0,25 Prozent pro Jahr führt. In Thüringen würde ein Produktionsausfall von rund 70 Millionen Euro entstehen.

Zustimmung kam dagegen von der Thüringer Landeselternvertretung für Kindertagesstätten. Kinder und ihre Rechte würden damit stärker in den Fokus der Gesellschaft gerückt, erklärte deren Vorsitzende, Ulrike Grosse-Röthig.

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