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UNO-Gipfel in Polen - Gesucht: Eine Bremse für den Klimawandel

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Im polnischen Kattowitz beginnt am Montag der Weltklimagipfel. Politiker, Diplomaten und Experten beschäftigt dabei vor allem ein Thema: Wie kann der Klimawandel gebremst werden?

Schelfeis im Weddellmeer
Schelfeis im Weddellmeer
Quelle: dpa

"Klimaschutz" ist ein weit gefasster Begriff. Gemeint ist vor allem der Versuch, den Anstieg der Temperatur zu bremsen und mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Um etwa ein Grad hat sich das Klima auf der Erde seit Beginn der Industrialisierung erwärmt - mit bereits deutlich spürbaren Folgen. Der Meeresspiegel steigt, Extremwetterereignisse wie Stürme und Überflutungen nehmen zu. Auch die Trockenheit in Deutschland im letzten Sommer schreiben Meteorologen dem Klimawandel zu.

Ausstoß von Treibhausgasen

Fast alle Forscher sind sich einig, dass eine weitere Erwärmung nicht mehr zu verhindern ist. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sieht vor, die Erderwärmung auf zwei Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das ist das Ziel, auf das alle Vertragsländer - zumindest theoretisch - seitdem hinarbeiten. Der Klimawandel wird vor allem auf den massiven Ausstoß von Treibhausgasen zurückgeführt, besonders von CO2. Das sorgt dafür, dass - einfach gesagt - vom Boden reflektierte Sonnenstrahlen nicht ins Weltall zurückgelangen. Ein allmählicher Temperaturanstieg ist die Folge.

In Wissenschaftskreisen geht dabei auch die Sorge vor so genannten Kippeffekten um. Das bedeutet, dass sich eine Auswirkung des Klimawandels ab einem gewissen Punkt selbst verstärkt. Beispiel: Durch den Verlust von Eis und Schnee in der Arktis werden weniger Sonnenstrahlen reflektiert, die Erwärmung von Meer und Boden verstärkt sich. Oder: Wenn in den Permafrostgebieten Eis abtaut, wird das Treibhausgas Methan frei.

Sonderbericht schreckt auf

Die Erkenntnis hat sich jedenfalls durchgesetzt, dass der Ausstoß von CO2 etwa von Kraftwerken, Industrieanlagen oder Autos zurückgefahren werden muss. Aufgeschreckt hat im Oktober der Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC). Der hat festgestellt, dass auch eine Erwärmung von zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit schwerwiegendere Folgen haben würde als gedacht.

So würden zum Beispiel nahezu alle Korallenriffe der Welt sterben und die Arktis wäre mindestens einmal im Jahrzehnt völlig eisfrei. Ganze Inseln und Küstenregionen wären außerdem nicht mehr zu retten. "Der jüngst vorgestellte Sonderbericht des IPCC hat gezeigt, dass wir auf einen Klimawandel mit katastrophalen Folgen zusteuern", sagt Christoph Bals von Germanwatch. "Uns bleiben nur noch wenige Jahre, bevor einige dieser Folgen unvermeidbar werden."

Anstrengungen verdreifachen

Zum anderen mahnt der Bericht: Das ambitioniertere 1,5-Grad-Ziel sei zwar noch erreichbar, aber nur dann, wenn die Welt den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid drastisch zurückfahren würde. Die UN-Umweltbehörde hat zuletzt vorgerechnet, dass die weltweiten Anstrengungen verdreifacht werden müssten, um allein nur das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Im Moment allerdings nimmt der weltweite CO2-Ausstoß noch immer zu. Wenn sich das nicht bald ändert, steuert die Erde auf eine katastrophale Erwärmung von drei Grad oder noch mehr zu.

Weil der Anstieg nicht mehr zu stoppen ist, fallen unter "Klimaschutz" längst auch Maßnahmen, mit denen sich die Welt an die Folgen anpassen kann. Auch darüber wird auf dem Gipfel in Kattowitz gesprochen. Im Fokus: Die Klimafinanzierung armer Länder. Denn die leiden oft schon jetzt besonders unter Stürmen, Überschwemmungen oder Dürren. Und das, obwohl sie am Ausstoß von Treibhausgasen selbst fast nicht beteiligt sind.

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