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Weltklimakonferenz - Geht doch: Gelöste Umweltprobleme

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Der Klimawandel scheint noch nie so viel Aufmerksamkeit bekommen zu haben wie heutzutage. Doch kann Protest etwas bewegen? Diese drei Beispiele zeigen: Ja, es geht.

Demonstration für mehr Klimaschutz in Berlin am 29.11.2019
Zum globalen Klimastreik vergangenen Freitag gingen auch in Berlin Zehntausende auf die Straße.
Quelle: dpa

Momentan treffen sich Politikerinnen und Politiker aus 197 Ländern zur Weltklimakonferenz in Madrid. Dort diskutieren sie darüber, wie sie die Erderwärmung stoppen können und wollen sich zu entsprechenden Maßnahmen verpflichten.

Die Erwartungen an die Konferenz sind hoch. Schließlich demonstrieren seit Greta Thunberg und der Bewegung "Fridays for Future" weltweit Millionen von Menschen für mehr Klimaschutz. Sie alle finden, dass zu wenig getan wird und fordern härtere Gesetze im Kampf gegen den Klimawandel. Der scheint noch nie so viel Aufmerksamkeit bekommen zu haben wie heutzutage.

Für das Thema setzen sich mittlerweile breite Teile der Gesellschaft ein. Aber können Umweltproteste etwas bewegen? Folgende Beispiele aus der jüngeren Geschichte zeigen: Ja, das können sie.

  • Die Angst vor einem Waldsterben in den 1980ern
  • Das regelmäßige Fischsterben im Rhein bis zu den 1990ern
  • Das größer werdende Ozonloch in den 1980ern

1. Angst vor einem Waldsterben

Drei Menschen zerstören ein rotes Auto und halten ein Banner in die Luft auf dem steht: "Der Wald schlägt zurück"
1989: Demonstration gegen das Waldsterben
Quelle: dpa

Tannen verlieren ihre Nadeln, Bäume mit nackten Zweigen ragen skelettartig in die Höhe. In den 1980er Jahren lösten solche Bilder gepaart mit Warnungen von Wissenschaftlern emotionale Debatten aus.

"Der Wald stirbt", stand 1981 auf dem Cover des Nachrichtenmagazins Spiegel. Auch in vielen anderen Medien war diese Schlagzeile zu lesen. Der Begriff des Waldsterbens etablierte sich schnell und wurde zu einem der meistdiskutierten Umweltthemen dieser Zeit.

Die Situation damals

Heute stehen die meisten Bäume noch. Es gibt Stadtwälder und stolze Alleen. Dichter Wald säumt die Mittelgebirge. War das Waldsterben also ein unbegründetes Horrorszenario? Ein Medienphänomen, das nicht der Realität entsprochen hat?

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob die Maßnahmen zur Bekämpfung des sauren Regens gewirkt haben. Fest steht, dass es dem Wald nach wie vor nicht besonders gut geht.

2. Fischsterben im Rhein

Er stinkt und auf der Oberfläche treibt Schaum: Der Rhein ist in den 1960ern so stark verschmutzt, dass tausende Fischkadaver an die Ufer treiben. "Vater Rhein ist die größte Kloake Europas", urteilt 1962 der damalige Bundesminister für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft Siegfried Balke.

Ein Mann steht am Ufer. Hunderte tote Aale liegen vor ihm im Wasser und an Land
1986: Tote Aale im Rhein, die durch vergiftetes Wasser verendet sind
Quelle: dpa

Was für uns heute wie eine Szene aus dem Mittelalter klingen mag, war vor 60 Jahren noch bittere Realität. Immer wieder konnten Gemeinden kein Leitungswasser trinken, weil es zu verseucht war. Im November 1986 kommt es dann zum "GAU": Als eine Chemiehalle in Basel brennt, fließt Löschwasser in den Rhein. Die Giftwelle löst ein massenhaftes Fischsterben aus. Anwohner erleiden Reizungen der Atemwege und Augen.

20 Millionen Menschen – von der Schweiz über Deutschland bis in die Niederlande – sind von der Katastrophe betroffen, weil die Trinkwasserentnahme für mehrere Wochen eingestellt ist. Erst nach dieser Katastrophe kommt es zu umfassenden Umwelt- und Gewässerschutzmaßnahmen.

Die Situation damals

Die Maßnahmen haben gewirkt. Der Gestank ist weg und mehr als 40 Fischarten leben mittlerweile im Rhein. Viele Menschen baden sogar in ihm. Dem Fluss geht es heute deutlich besser als noch vor 40 Jahren.

Allerdings gibt es immer noch Verbesserungsbedarf: Das Umweltbundesamt bewertet den ökologischen Zustand des Rheins als "mäßig" bis "unbefriedigend". Die Begründung: Das Wasser kann durch Wehre oder andere Bebauungen nicht ungestört fließen. Außerdem ist die Menge an Pflanzenstoff- oder Düngemitteln, die meist aus der Landwirtschaft kommen, zu hoch.

3. Das Ozonloch wird größer

Da schützt auch keine Sonnencreme mehr: Als Wissenschaftler 1985 nachweisen, dass in der Ozonschicht ein Loch ist, ist der Aufschrei groß. Anfangs beschränkte sich das Loch noch auf das Gebiet der Antarktis und Australien. Später stellte man es auch über der Arktis und Europa fest. Das Loch dehnte sich aus.

Starke Schwankungen der Polarwirbel und der Temperaturen in der Stratosphäre führen zu Ozonlöchern unterschiedlicher Größe. Lange war man allerdings ratlos, wie man das Schwinden der Ozonschicht stoppen kann.

Die Situation damals

Und heute?

Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr so klein wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. Wissenschaftler der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Ozonschicht bis Mitte des Jahrhunderts komplett geheilt sein wird.

Erfolgreicher Naturschutz

Bei jedem dieser Umweltprobleme war Protest der Auslöser für Umdenken in Politik und Industrie. Lösungen wurden gesucht - und auch gefunden. Es gibt keinen sauren Regen mehr, das Rheinwasser ist so sauber, dass darin gebadet werden kann und das Ozonloch schließt sich allmählich.

Und dennoch: Auch wenn alle Umweltprobleme gelöst werden konnten, gibt es nur beim Ozonloch einen finalen Erfolg. In Deutschland scheinen Wälder und Gewässer schutzbedürftiger denn je.

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