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Erderwärmung - Neuer Weltklimabericht: Zeit zu handeln

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Jedes Zehntelgrad weniger Erderwärmung zählt – so das Ergebnis des neuen Sonderberichts des Weltklimarats. Jenseits von 1,5 Grad steigen Risiken und Kosten der Klimakrise enorm an.

Die Erderwärmung erfolgt schneller und mit schwereren Folgen als bisher angenommen - so das Ergebnis des neuen Sonderberichts des Weltklimarats. Jenseits von 1,5 Grad steigen Risiken und Kosten der Klimakrise enorm an.

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Bereits am 25. September dieses Jahres warnte UN-Generalsekretär António Gueterres die UN-Vollversammlung: "Der Klimawandel ist schneller, als wir es sind. Wir brauchen höhere Ambitionen und einen stärkeren Sinn für die Dringlichkeit zu handeln." Diese Warnung bekommt Verstärkung durch den heute erschienenen neuen Sonderbericht des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC). Darin erläutert das internationale Gremium für wissenschaftliche Klimafolgenforschung die Dringlichkeit, den internationalen Klimaprozess schneller und entschlossener voranzutreiben.

Mehr Extremereignisse

Zwar brachte die Klimakonferenz 2015 in Paris einen entscheidenden Durchbruch im Kampf gegen die Klimakrise, indem sich die Weltstaatengemeinschaft darauf einigte, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, eine Beschränkung  von 1,5 Grad zu erreichen. Damit einher ging der Auftrag an den Weltklimarat, bis 2018 in einem Sonderbericht zu erörtern, welche Folgen ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau haben würde.

Ein Grad Erwärmung haben wir global bereits verursacht. Und die Folgen sind jetzt schon deutlich erkennbar und messbar. Der Endlos-Sommer etwa in Deutschland ist nur ein Extremwetterereignis. Die Extreme werden in Ausmaß und Häufigkeit weiter zunehmen. Und mit jedem Zehntelgrad steigen die Risiken von Hitzewellen und Überflutungen, Artensterben, Schäden an Korallenriffen, Abschmelzen der Polkappen, Meeresspiegelanstieg – die Liste ließe sich noch um einiges erweitern.

Klimaziele müssen schneller erreicht werden

Die bisherigen Klimapläne der einzelnen Länder (Nationally Determined Contributions – NDC) sind bei weitem nicht ausreichend, die gesteckten Klimaziele einzuhalten. Deutschland etwa verfehlt seine selbst gesetzten Klimaziele für das Jahr 2020 deutlich. Ursprünglich wollte die Bundesregierung die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken. Doch erreicht werden wohl nur 32 Prozent Reduktion. Der aktuelle Klimaschutzbericht sieht vor, dafür bis 2030 ambitioniertere Maßnahmen zu ergreifen, um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen.  

Der gestörte Jetstream verursacht mehr Extremwetter.

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Doch je länger effektiver Klimaschutz aufgeschoben wird, umso mehr steigen die Schäden und umso teurer werden die notwendigen Anpassungsmaßnahmen. Manche Verluste wie etwa verloren gegangener Lebensraum werden unumkehrbar sein. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen eines ungebremst fortschreitenden Klimawandels sind nicht abzusehen.   

Raus aus der Kohle

Der 200 Seiten umfassende Bericht zeigt nun den Entscheidern in Politik und Wirtschaft auf, was sie tun müssen, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Dazu zählen Maßnahmen zur drastischen Verringerung der Energie in Industrie, Gebäuden und Verkehr. Zudem müssen Emissionsminderungen in den Bereichen Energieversorgung, Landnutzung und Landwirtschaft erzielt werden. Und schließlich muss der Ausstieg aus fossilen Energieträgern erreicht werden, allem voran die massive Reduzierung der weltweiten Kohleverstromung. Das heißt: Veränderungen in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen sind notwendig.

Die Botschaft des neuen IPCC-Sonderberichts – sie ist eindeutig: Alle Staaten müssen schneller handeln. Die Fakten und Handlungsempfehlungen liegen auf dem Tisch. Nun müssen sich die Staats- und Regierungschefs auf der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice Anfang Dezember auf Regeln verständigen, die eine konsequente und ambitionierte Umsetzung der klimapolitischen Maßnahmen gewährleisten. Nur wenn das gelingt, hat das vom Sonderbericht so dringend empfohlene Erreichen des 1,5 Grad-Ziels eine Chance.

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