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Frankfurt - Gefahr gebannt: Weltkriegsbombe entschärft

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In Frankfurt ist die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Alle drei Zünder und ihre Sprengladungen wurden entfernt. "Es ist geschafft", twitterte die Polizei am frühen Abend. 60.000 Menschen hatten wegen der Aktion ihre Wohnungen verlassen müssen.

Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe mussten in Koblenz fast 20.000 Einwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Auch in Frankfurt am Main steht eine Bombenentschärfung bevor: Und mit ihr die größte Massenevakuierung der Nachkriegszeit.

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Die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt war jedoch komplizierter als gedacht. Zunächst konnten zwar alle drei Zünder herausgenommen werden. Aber bei zweien habe die Sprengladung nicht mit entfernt werden können, wie Polizei und Feuerwehr am frühen Abend mitteilten. Die Sprengkapseln mussten dann gesondert ausgebaut werden. Wenig später meldete dann die Polizei die erfolgreiche Entschärfung der Bombe.

60.000 Frankfurter mussten Wohnungen verlassen

Mehr als 60 000 Anwohner hatten im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Fundort der Bombe ihre Wohnungen verlassen müssen. Es war die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die gegen 20 Uhr geplante Rückkehr der Menschen in ihre Wohnungen verzögerte sich. "Mein Ziel ist es, dass alle um 24 Uhr zu Hause sind", sagte Frankfurts Feuerwehr-Chef Reinhard Ries am Abend. Nachdem der unschädliche Sprengkörper zum Abtransport auf einem Lastwagen verladen war, sollten Rettungskräfte zunächst Kranke und Alte zurückbringen. Dann könnten Fußgänger und Radfahrer zurück. Parallel sollten auch Busse und U-Bahnen wieder anrollen. Autos dürften erst später zurück in die Evakuierungszone. Am längsten sollte die Autobahn A66 gesperrt bleiben, auf der Polizeiautos und Rettungswagen geparkt waren.

2.000 Helfer im Einsatz

Unter anderem mussten die Patienten zweier Krankenhäuser und die Bewohner von zehn Altenheimen im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Luftmine herum in Sicherheit gebracht werden. Auch das Frankfurter Polizeipräsidium und der Hauptsitz des Hessischen Rundfunks wurden geräumt. Mehr als 2.000 Helfer von Polizei, Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

Rund 500 Menschen wurden am Sonntagmorgen mit Spezialtransporten in Sicherheit gebracht, 600 waren es bereits am Samstag gewesen. Auch Altenheime und zwei Krankenhäuser wurden evakuiert. Weil bis zum Mittag immer neue Bitten um Hilfe bei der Feuerwehr eingingen, dauerten die Transporte länger als geplant.

Für die längste Verzögerung sorgten jedoch renitente Anwohner, die sich weigerten, ihre Häuser zu verlassen. "Wegen weniger als einem Dutzend Leuten ist jetzt die ganze Maschinerie angehalten", schimpfte Feuerwehr-Chef Ries am Mittag, als die Entschärfung eigentlich schon hätte laufen sollen. Seit dem Morgen hätten Polizei und Rettungskräfte einen super Job gemacht "und diese Herrschaften verhageln uns alles".

Entschärfung mit Verspätung

Ries sprach von einer Mischung aus "Ignoranz und Dummheit". Rettungskräfte, die Hilfsbedürftige aus der Sicherheitszone brachten, hätten Anwohner winkend am Fenster gesehen. Das sei "unverschämt". Eine Person musste nach Angaben von Polizeichef Gerhard Bereswill in Gewahrsam genommen werden. Der Mann musste mit einer Drehleiter über den Balkon aus der Wohnung geholt werden. Die Behörden prüfen, ob sich der Anwohner damit strafbar gemacht hat und ob ihm die Kosten für den längeren Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden können. Statt wie geplant um 12 Uhr konnte die Entschärfung erst zweieinhalb Stunden später beginnen.

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