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Treffen in Davos - Weltwirtschaftsforum auf Kurs Zusammenarbeit

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Beim Weltwirtschaftsforum waren die Appelle an internationale Kooperation am zweiten Tag fast beschwörend. Kanzlerin Merkel setzte einen Gegenpunkt zur Haltung der Amerikaner.

Mehrere EU-Regierungschefs haben beim Weltwirtschaftsforum in Davos für einen europäischen Weg in der Globalisierung geworben: "Wir glauben, dass Abschottung uns nicht weiter führt", sagte Kanzlerin Angela Merkel.

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Donald Trump ist noch in der Luft, seine Mitarbeiter aber sind schon da, in Davos, beim Weltwirtschaftsforum. Und lassen keinen Zweifel daran, dass "America First" das letzte Wort ist. Ganz kriegerisch wird Wilbur Ross, der Handelsminister. Amerika sei, so in etwa seine Einlassungen, lange herumgeschubst worden durch unfaire Handelspraktiken Dritter. Nun wehre man sich, die "US-Truppen stehen jetzt auf der Mauer". Und wenn es dann Gegenmaßnahmen gebe gegen die Zoll- und Importpolitik der USA, dann sei das eben so.

Vor den Kopf gestoßen

China und Südkorea, beides Hauptbetroffene der neuen Importzölle Washingtons, beeilten sich, als faire und offene Handelsnationen aufzutreten, Südkorea bot bereits Gespräche an. Seine Solaranlagen hatten Donald Trump verärgert, weil sie günstig nach Kalifornien kommen - ob das unfair ist, mag dahingestellt sein. Jedenfalls wirkten die Staats- und Regierungschefs Italiens, Frankreichs und Deutschlands gelinde gesagt vor den Kopf gestoßen von so viel nationalstaatlichem Egoismus - der in Maßen selbstverständlich naturgegeben ist. Dass Angela Merkel zuvörderst das Wohl Deutschlands im Auge zu haben hat sagt schon der Amtseid. Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Jedenfalls mahnte die Bundeskanzlerin in Davos zu beharrlichen Verhandlungen. Grobe Auseinandersetzungen, so ließ sie durchblicken, seien ihre Sache nicht. Und gerade, was den internationalen Handel angehe, so sei Geduld und nochmals Geduld erforderlich. Bei zu viel Beharrungsvermögen und Konfrontation riskiere man, dass der Gesprächsfaden irgendwann abreiße. Sollte sie damit Amerika gemeint haben, so wäre das schon ein bedenkliches Zeugnis über den Stand der Beziehungen.

Mahnung zu offenen Grenzen

Aber Emmanuel Macron äußerte sich ähnlich, und auch Italiens Premier Gentiloni mahnte zu offenen Gesprächen und Handelsgrenzen. Das einigende Element, das man dem berühmten "Geist von Davos" zuschreibt, scheint zumindest zwischen den Europäern zu wirken und zu wehen.

Folgerichtig mahnte Angela Merkel auch zu einem gemeinsamen Auftreten nach außen. Es mag eine Binsenweisheit sein, dass Europa als Ganzes immer noch klein ist verglichen mit den USA, China oder Indien. Dennoch schien es ihr wohl erwähnenswert, dass dann einzelne europäische Länder mit einer jeweils eigenen Agenda zum Scheitern verurteilt sein würden. Vielleicht ergibt sich nach Davos ein Weg, den flüchtigen Geist festzuhalten. Zuvor aber kommt der amerikanische Präsident in die Schweizer Berge, und was dann mit Gemeinsamkeit sein wird, weiß niemand - man ahnt es höchstens.

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