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Weltwirtschaftsforum startet - Davos: Alarmstimmung im Alpenidyll

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Draußen ist alles wie immer: Alpenidylle, Glitzerschnee, Wintersonne. Davos könnte so schön sein. Wenn die Weltlage nicht wäre. Die bereitet dem Weltwirtschaftsform große Sorgen.

Im schweizerischen Davos beginnt heute das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Politik. Einige Regierungschefs fehlen allerdings.

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Lange nicht klang der Auftakt des Gipfeltreffens in den Bergen so alarmierend. Der neueste Risikobericht des Weltwirtschaftsforums liest sich wie eine Horror-Diagnose: An allen Fronten der Welt geht es ums Überleben.

"Welt schlafwandelt in eine Katastrophe"

Klimawandel, geopolitische Krisen, Cyberkriminalität, Handelskrieg: der jährlich erscheinende Risikobericht zeichnet ein verheerendes Bild vom Zustand der Erde. "Globale Risiken nehmen zu, aber der kollektive Wille, sie zu bekämpfen, schwächt sich ab. Stattdessen nimmt die Spaltung zu", heißt es im Bericht. Besonders vom Klimawandel und zu langsamer Bekämpfung geht ein Risiko aus: Wetterextreme, Versagen beim Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel und Naturkatastrophen. "Von allen Risiken ist es bei der Umwelt am offensichtlichsten, dass die Welt in eine Katastrophe schlafwandelt."

Gipfel ohne Trump, May und Macron

Rund 3.000 Teilnehmer und über 60 Staats- und Regierungschefs kommen ab heute in den Schweizer Bergort, um sich diesen Herausforderungen zu widmen. Die Liste derer, die abgesagt haben, sagt in diesem Jahr mehr aus als die der Zusagen: US-Präsident Trump stornierte erst sich selbst, dann der gesamten US-Delegation die Reise nach Davos wegen des Shutdowns der Regierung; Theresa May musste absagen, weil sie zuhause in Großbritannien gerade gegen das Brexit-Chaos und ums eigene Überleben kämpfen muss; und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kann nicht kommen, da er mit Gelbwesten-Protesten, Reformen und Regierungskrise in Paris gefordert ist.  

Angela Merkel kommt am Mittwoch nach Davos. "Auf sie freue ich mich eigentlich am meisten", sagt PWC-Chef Bob Moritz aus den USA. "Denn sie muss nicht wiedergewählt werden, sie kann am offensten reden." Auch Merkels Nachfolgerin als CDU-Parteichefin bekommt in Davos einen Auftritt, wenngleich noch nicht auf der großen Bühne.

Bolsonaro füllt Trumps Lücke 

Durch Trumps Absage fällt der erste große Auftritt heute Nachmittag einem zu, den sie in Davos eher für Teil des Problems als der Lösung halten: Jair Bolsonaro, Brasiliens neuer Präsident. Der Tropen-Trump, wie manche ihn nennen, fiel bisher vor allem mit sexistischen, rassistischen und homophoben Sprüchen auf und verehrt die Militärdiktatur als Brasiliens glücklichstes Kapitel der Geschichte. Bolsonaro wird in Davos seinen ersten außenpolitischen Auftritt absolvieren. In Sachen Klimawandel setze er zuletzt ein fatales Signal und deutete an, den Pariser Klimavertrag aufkündigen zu wollen. Auch befürchten Experten die beschleunigte Abholzung des Amazonas-Regenwaldes.

Und die Weltwirtschaft? Ist tief besorgt, ergibt eine Studie von PWC, die 1.300 Firmenchefs aus über 90 Ländern nach ihren Aussichten für 2019 befragt hat. Das Ergebnis: der Pessimismus ist innerhalb des letzten Jahres dramatisch gestiegen. Unter den Gründen der Manager: politische Instabilität, Handelskonflikte, Protektionismus und Populismus. Davos ist ein Spiegel der Welt – und in dem ist dieses Jahr wenig Schönes zu erblicken.

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