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Identitätsdiebstahl im Internet - Hackerangriff: Wenn der Account geklaut wird

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Im Netz werden Milliarden erbeuteter digitaler Identitäten gehandelt. Und die Täter lassen sich immer wieder neue Maschen einfallen, warnen Verbraucherschützer.

Mit der Zunahme des Informationsaustausches wächst die Gefahr im Cyberraum. "Wie gut ist Deutschland gegen Cyberangriffe gerüstet?" Darüber diskutieren internationale Experten in Potsdam.

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Eines Morgens kommt Janine Hölzner nicht mehr in ihren Instragram-Account rein. Sie kann sich einfach nicht mehr einloggen. Das Portal Instagram hilft nicht. Eine Verifizierung mit dem Passfoto wird abgelehnt. Sie fühlt sich betrogen und bestohlen. An ihrem Account hängt ihr Geschäft als Lifestyle-Bloggerin. Es stellt sich heraus, dass russische Hacker ihren Account gestohlen und für 20 Dollar im Netz verkauft haben.

So wie Hölzner geht es so manchen Internetnutzern in Deutschland. Viele haben mehrere Accounts im Internet: ob bei sozialen Medien, bei Banken oder Handelsketten. Man bekommt in der Regel nicht mit, wenn Hacker den Account klauen und verkaufen. Erst wenn es jemand gibt, der diese Datensätze kauft und damit sein kriminelles Geschäft betreibt, kann es richtig wehtun.

Immer neue Maschen

Kirsti Dautzenberg leitet die Abteilung Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Potsdam und muss feststellen, dass die Täter sich immer wieder neue Maschen einfallen lassen. Pishing, Hacking - das sind bekannte Methoden. Aber derzeit wird zum Teil die Notlage von Menschen ausgenutzt, die einen Job suchen. Auf gefakten Jobportalen werden sogar Kontodaten abgefangen.

Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts, sagt: "Wenn Sie nach den Zahlen fragen, ist das katastrophal. Wir haben im Moment neun Milliarden solcher Identitätsdiebstähle, also Datensätze, die frei im Internet schwirren." Im Mai 2014 hat das Hasso-Plattner-Institut einen Servicedienst eingerichtet und muss feststellen, dass pro Tag durchschnittlich 823.751 geleakte Accounts im Netz veröffentlicht werden. Das sind unrechtmäßig frei verfügbare Daten im Internet, die von Kriminellen missbraucht werden können.

"Knapp ein Prozent der Internetnutzer haben das Internet-Passwort 123456. Ein Prozent, also hunderte Millionen Menschen. Das zeigt, dass diese Menschen nicht verstanden haben, dass das Passwort der Schutz ihrer Daten ist", sagt Meinel weiter.

Er fordert mehr digitale Aufklärung: "Da müssen alle gesellschaftlichen Player mitspielen. Also da gibt es eine staatliche Verantwortung zu helfen, dass solches Wissen in die Bevölkerung kommt. Wir sind in Deutschland im Bereich der Schule sehr schlecht aufgestellt, deshalb die Bemühungen das im Digitalpakt zu verbessern." Aufklärung an jeder Stelle sei absolut notwendig.

Janine Hölzner hat ihren Account mittlerweile zurück bekommen. Von demjenigen, der ihn im Netz gekauft hatte. Er wusste nicht, dass dieser Account gestohlen war. Jetzt hat Janine Hölzner eine zweifache Authentifizierung bei der Anmeldung an ihrem Account eingeführt - und hofft, dass das ausreicht.

Wie kann ich mich schützen?

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