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Imageproblem - KI-Branche: Geringer Frauenanteil

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Der Frauenanteil in technischen Berufen ist gering. Da macht die Künstliche Intelligenz keine Ausnahme. Die Branche sieht ein spezielles Imageproblem.

Frau in einer Ausstellung zur Künstlichen Intelligenz. Archivbild
Frau in einer Ausstellung zur Künstlichen Intelligenz. Archivbild
Quelle: Guido Kirchner/dpa

Um mehr Frauen für Künstliche Intelligenz zu begeistern, hält die Branche einen Imagewandel für notwendig. Bisher würden sich nur wenige Frauen auf Jobs bewerben, sagte die Chefin der visuellen Suchmaschine Nyris, Anna Lukasson-Herzig.

Viele Frauen hätten Vorurteile: "Lauter komische Männer sitzen vor vielen Monitoren, im Keller, haben Headphones an, keiner spricht miteinander, keiner lacht", sagte Lukasson-Herzig. "Da hat kein Mädel Bock drauf. Da müssen wir raus", forderte sie.

Frauenanteil bei 16 Prozent

Zudem trauten sich viele Frauen einfach nicht, sich für Jobs rund um Künstliche Intelligenz zu bewerben. Die Ursache dafür liege häufig bereits in der Kindergartenzeit. Nötig sei eine gemeinsame gesellschaftliche Anstrengung, forderte Lukasson-Herzig. "Wir müssen alle weiter daran arbeiten, dass Mädchen kein Blödsinn eingeredet wird."

Der Frauenanteil in der Branche liegt in Deutschland nach Angaben des Weltwirtschaftsforums bei 16 Prozent. Das WEF hatte die große Lücke zwischen Männern und Frauen in der KI jüngst als einen Grund dafür angeführt, dass die Geschlechtergerechtigkeit hierzulande nicht vorankomme.

Quote kein Thema

"Es muss die Aufgabe aller gesellschaftlichen Gruppen sein, dieses Defizit zu mindern. Das fängt in der Schule an und geht über die Universitäten bis hin in die Betriebe", sagte der Chef des Bundesverbands Künstliche Intelligenz, Jörg Bienert. Der Verband fordert, Informatik bereits von der 3. Klasse an als Pflichtfach in der Schule einzuführen, da das Interesse für Technik bereits in der frühen Kindheit geweckt werden könne.

Eine Quotenregelung ist für die Branche aber kein Thema. "Ich glaube generell begrenzt daran, dass Quoten oder erzwungene externe Maßnahmen zweckführend sind", sagte die Chefin des Berliner Datenanalyse-Start-ups Anacode, Janna Lipenkova. "Vielmehr sollte man insbesondere in der Ausbildung Wert darauf legen, auch Frauen den gesamten Horizont der Möglichkeiten zu eröffnen und ihnen das nötige Selbstbewusstsein auf den Weg zu geben, ihr Potenzial voll zu entfalten."

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