Sie sind hier:

Mindestens drei Stunden Bewegung - WHO empfiehlt: Toben statt Daddeln

Datum:

Viel bewegen, wenig sitzen und schon gar nicht vor irgendwelchen Bildschirmen - dafür aber viel schlafen. Das, so sagt die WHO, sollten Eltern kleiner Kinder beherzigen.

Kinder spielen in einem Bällebad in einer Kindertagesstätte
Die WHO empfiehlt drei Stunden Bewegung für Kleinkinder - täglich. Experten kritisieren die Empfehlungen.
Quelle: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt schon bei kleinen Kindern, entscheidende Weichen im Kampf gegen späteres Übergewicht zu stellen. So sollten sich Ein- bis Zweijährige mindestens drei Stunden am Tag bewegen, höchstens eine Stunde im Kinderwagen oder Kinderstühlen sitzen und möglichst wenig Zeit vor Bildschirmen verbringen. Unter Zweijährige sollten laut WHO gar nicht vor Bildschirmen sein.

Wie die Gesundheitsorganisation weiter betont, sind im Alter von drei bis vier Jahren auch zehn bis 13 Stunden guter Schlaf ganz wichtig für die physische und psychische Entwicklung. "Kurzer Schlaf wird mit Übergewicht und Fettleibigkeit in der Kindheit und Jugend sowie mit psychischen Problemen als Jugendlicher in Verbindung gebracht", heißt es in dem Bericht, der jetzt in Genf vorgelegt wurde.

Für Kleinkinder zu wenig Daten

In Staaten wie den USA, Australien, Kanada und Neuseeland gebe es bereits amtliche Ratschläge, die Verweildauer von kleinen Kindern vor Bildschirmen zu begrenzen, so die WHO. Wer sitze - sei es im Auto, am Tisch oder vor dem Bildschirm eines Fernsehers oder Computers - laufe leichter Gefahr, krank zu werden. "Entscheidend in diesem Alter ist das interaktive Spielen mit der Betreuungsperson", sagte eine WHO-Expertin.

Frühere Schätzungen weisen laut WHO darauf hin, dass fünf Millionen Menschen jedes Jahr weltweit sterben, weil sie sich nicht genügend bewegten. Bekannt sei, dass 23 Prozent der Erwachsenen und 80 Prozent der Jugendlichen zu wenig körperlich aktiv seien. Für Kleinkinder gebe es aber keine vergleichbaren Daten. Die nun vorliegenden Empfehlungen sollten eine Lücke schließen, da es bisher für unter Fünfjährige keine Aktivitäts-Richtlinien gebe.

Kritik: Ungenau und oberflächlich

Experten kritisierten die Empfehlungen als ungenau und oberflächlich. Sie bezogen sich dabei auch auf das Eingeständnis der WHO, dass die umfassenden Handlungsanweisungen auf einer sehr dürftigen wissenschaftlichen Grundlage fußen.

Kevin McConway, ehemaliger Professor für Angewandte Statistik, kritisierte, dass auf dieser Grundlage Schlüsse gezogen würden, die "Millionen Familien betreffen". Gegenstand der Kritik war insbesondere die vage Definition der "bewegungslosen Zeit vor Bildschirmen" angesichts des Umstands, dass heute viele Fernsehsendungen und Videospiele zu körperlichen Aktivitäten animieren.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.