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Welt-Tabak-Bericht der WHO - Deutschland soll Rauchern helfen aufzuhören

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Rauchen wird fast überall teurer, und Nichtraucher werden besser geschützt - das findet die WHO gut. Noch besser fände sie es, wenn Raucher beim Aufhören mehr unterstützt würden.

Archiv: Eine Hand hält eine Zigarette am 06.06.2012 in Berlin.
Rauchen wird zwar immer unattraktiver, mit dem Aufhören tun sich viele Menschen dennoch schwer.
Quelle: dpa

Der Nichtraucherschutz wächst zwar weltweit und rauchen wird in den meisten Ländern immer teurer und schwerer gemacht - aber bei Hilfen zur Entwöhnung hapert es noch. Zu diesem Schluss kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Welt-Tabak-Bericht. Sie stellte ihn am Freitag in Rio de Janeiro vor. Brasilien ist nach der Türkei erst das zweite Land der Welt ist, dass alle von der WHO empfohlenen Maßnahmen zum Eindämmen des Tabakkonsums voll umgesetzt hat. Dabei ist zu beachten: Tabak kann nicht nur geraucht, sondern auch geschnupft oder gekaut werden.

Bei Deutschland bemängelt die WHO, dass es immer noch zu wenig strikte Vorgaben für rauchfreie öffentliche Räume gebe. Auch bei der Unterstützung von Rauchern, die die Nikotinsucht loswerden wollen, sieht die WHO in Deutschland Nachholbedarf. Werbeverbote sollten verschärft und die Steuern erhöht werden.

"Mit dem Rauchen aufzuhören ist eines der besten Dinge, die man für seine eigene Gesundheit tun kann", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Zwar sinkt der Anteil der Raucher an der Weltbevölkerung. Durch das Bevölkerungswachstum bleibt ihre Zahl aber bei rund 1,1 Milliarden konstant. 80 Prozent von ihnen leben in Ländern mit niedrigem bis mittleren Einkommen.

Mit dem Rauchen aufzuhören ist eines der besten Dinge, die man für seine eigene Gesundheit tun kann.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus

Hausaufgaben für Deutschland

Deutschland solle sich stärker an Ländern mit besserer Prävention orientieren, forderte Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik und Gesundheitsförderung der Grünen-Fraktion. Sie verwies darauf, dass in Deutschland jährlich über 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. "Es ist unverständlich, dass Arzneimittel, die bei der Überwindung der Nikotinabhängigkeit helfen können, nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden dürfen."

Zudem sei Deutschland das letzte EU-Land, in dem die Außenwerbung für Tabakprodukte noch erlaubt ist. Zunehmend werde für Tabakerhitzer und E-Zigaretten geworben, was auch Kinder und Jugendliche anspreche.

Weltweit sterben nach Angaben der WHO jedes Jahr acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum. Der Wirtschaft gingen durch Gesundheitskosten und Arbeitsausfälle 1,4 Billionen Dollar (1,3 Billionen Euro) im Jahr verloren.

Warnung vor Zigaretten-Ersatz-Produkten

San Francisco verbietet als erste US-Stadt E-Zigaretten. Archiv.
Auch E-Zigaretten sind gesundheitsschädlich, sagt die WHO.
Quelle: Thalia Engel/dpa

Aus europäischen Statistiken geht hervor, dass in Georgien fast 57 Prozent der Männer rauchen (2016), in Deutschland 29 Prozent (2013) und in Island 15,3 Prozent (2015). Die WHO warnt vor Zigarettenersatz wie E-Zigaretten und Produkten, bei denen Tabak erhitzt statt verbrannt wird. Alle seien gesundheitsschädlich.
Mehr als sechs von zehn Erdenbewohnern leben heute in Ländern, die mindestens eine Maßnahme gegen den Tabakkonsum ergriffen haben, schreibt die WHO. Das sind viermal so viele wie 2007. Knapp die Hälfte der Menschen lebt in Ländern, die auf ihren Pakungen Ekelbilder zeigen, etwa von Geschwüren, die Tabak verursacht hat.

Nur 2,4 Milliarden Menschen leben in Ländern, die Menschen unterstützen, die mit dem Tabakkonsum aufhören wollen, wie die WHO schreibt. Die Organisation empfiehlt zum Beispiel Hotlines für telefonische Sofortberatung oder entsprechende Online- oder Handy-Dienste. Hausärzte sollen Raucher ansprechen und auf Hilfen beim Aufhören hinweisen, und Nikotinersatztherapien sollen finanziell gefördert werden.

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