Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen

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Bereits 1,5 Grad wärmer - Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen

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Dürren, Hitzewellen und Starkregen: Ein Bericht der Bundesregierung zeigt, wie der Klimawandel Deutschland verändern könnte - und in welchen Bereichen er längst angekommen ist.

Umweltministerin Svenja Schulze hat den aktuellen Monitoring-Bericht zum Klimawandel vorgestellt. Darin heißt es, die Temperatur habe sich binnen fünf Jahren um 0,3 Grad erhöht.

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Die Bundesumweltministerin spricht oft über Klimawandel, aber diese Zahlen lassen auch Svenja Schulze betroffen wirken: Um rund 1,5 Grad sei es schon wärmer geworden seit 1881, erklärt die SPD-Politikerin, alleine in den vergangenen fünf Jahren um 0,3 Grad. Ein gut 270 Seiten dicker Bericht der Bundesregierung trägt zusammen, was das für Bauern und Städter, Allergiker, Küstenbewohner oder Autofahrer bedeutet. "Es ist nicht auszudenken, was es bedeuten würde, wenn sich das in dieser Geschwindigkeit wirklich fortsetzen würde", sagt Schulze.

Die Antwort müsse heißen: "Viel mehr Klimaschutz, und zwar weltweit." Ebenfalls heute zeigte ein Report der Vereinten Nationen, dass der Weg dahin noch weit ist: Wenn die Weltbevölkerung so weiterlebe wie aktuell, drohe die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,4 bis 3,9 Grad zu steigen, teilte das UN-Umweltprogramm Unep mit.

Am 2. Dezember beginnt die UN-Klimakonferenz. Sie wolle dafür kämpfen, dass die EU vorangehe und ihre Klimaschutz-Ziele verschärfe, sagte Schulze. Das erhöhe auch die Lebensqualität, wenn man sich klar mache, was ein ungebremster Klimawandel bedeute. Denn selbst wenn es gelingt, die globale Erderwärmung wie im Pariser Klimaabkommen angepeilt auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, wird sich das Klima - und damit auch das Wetter - weiter verändern.

Immer mehr heiße Tage

Ein paar Fakten, die der Regierungsbericht zusammenstellt: Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad Celsius angestiegen - global ist es in dieser Zeit im Mittel rund 1 Grad wärmer geworden. Die Zahl der heißen Tage mit 30 Grad und mehr nimmt zu: Seit 1951 von etwa drei pro Jahr auf derzeit rund zehn. Mehr als zehn gab es vor 1994 nie, 2018 waren es mehr als 20. Die Sommer 2003, 2018 und 2019 waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit 1881 hat die mittlere jährliche Niederschlagsmenge um 8,7 Prozent zugenommen.

Es sind Tendenzen zu mehr Starkniederschlägen in den letzten 65 Jahren zu erkennen, aber aufgrund der Datenlage können die Experten dazu noch keine statistisch gesicherten Aussagen machen.

Trends klar erkennbar

"Der Klimawandel hat Deutschland im Griff", sagt Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dürren, Hitzewellen und Starkregen dürften zunehmen. Wenn es weitergehe wie bisher, müsse man mit einem weiteren Temperaturanstieg von 3,1 bis 4,7 Grad in Deutschland bis Ende des Jahrhunderts rechnen - eine Zeit, die Kinder von heute noch erleben können. "Eine konsequente Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen kann den weiteren Anstieg auf etwa 0,9 bis 1,6 Grad bremsen."

Nicht immer sei klar, welchen Anteil der Klimawandel an einzelnen Veränderungen habe, denn es spielten verschiedene Faktoren zusammen, räumen die Autoren des Berichts ein, an dem Bundes- und Landesbehörden, Universitäten und Fachverbände mitgearbeitet haben.
Trends sind demnach aber klar erkennbar.

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