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Neuregelung seit 1. Januar - So finden Kunden und Händler die Bonpflicht

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Händler müssen seit Beginn des Jahres auch beim Kauf von Brötchen, Bratwurst oder einer Kugel Eis einen Kassenbon ausgeben. Und wie läuft's?

Leipzig: Liegengebliebene Kassenbons auf der Theke einer Feinbaeckerei.
Kassenbonpflicht: Händler müssen einen aushändigen, Kunden ihn aber nicht mitnehmen.
Quelle: DPA

In einer langen Papierschlange ringeln sich die Bons an der Kasse in einer Dresdner Filiale der Bäckerei Möbius. Kaum ein Kunde möchte den Zahlungsbeleg für Brötchen, Kuchen oder Gebäck mitnehmen. So sieht es seit dem 1. Januar auch bei anderen Bäckern, Metzgereien oder Imbissbuden aus.

Denn seitdem gilt die Kassenbonpflicht. Die will, dass Händler ihren Kunden einen Bon aushändigen sollen, obwohl diese ihn nicht mitnehmen müssen.

Das sagen die Kunden

"Ich halte das für Quatsch", sagt eine junge Dresdnerin in der Warteschlange der Bäckerei. "Ich werde doch mein Brötchen ohnehin nicht reklamieren." Zudem falle vermeidbarer Müll an.

Ich halte das für Quatsch.
Kundin der Bäckerei Möbius in Dresden

Zwei Bauarbeiter, die sich Suppe zum Mittagessen holen, schütteln die Köpfe. "Typisch Deutschland", lautet ihr Kommentar.

Das sagen die Händler

Dem kann auch der Inhaber von "Schawarma City", einem Döner-Imbiss in der Düsseldorfer Innenstadt, beipflichten. "Wenn, dann sind es die deutschen Kunden, die Bons wollen", sagt er. "Die arabischen nie." Wegen des neuen Gesetzes musste sich der Imbiss-Besitzer extra eine neue, elektronische Kasse kaufen. Bei den benachbarten Kiosks sind auch keine guten Worte über die Bonpflicht zu hören: "Schwachsinn" und "Papierverschwendung".

Sinnlose Zettelwirtschaft.
Klaus Barche, Bäckerei Möbius in Dresden

Bei der Bäckerei Möbius reichte eine Papierrolle in der Kasse früher drei bis fünf Tage, jetzt wird mindestens eine pro Tag bedruckt. "Sinnlose Zettelwirtschaft", findet Verkäufer Klaus Barche. "Es nervt uns, es nervt die Kunden".

Wir haben eine elektronische Kasse und drucken den Bon ohnehin immer aus.
Claudia Reichenbächer, Fleischerei Reichenbächer in Dresden

Claudia Reichenbächer aus der gleichnamigen Dresdner Fleischerei kann die Aufregung nicht verstehen. "Wir haben eine elektronische Kasse und drucken den Bon ohnehin immer aus", sagt sie. Allerdings nimmt kaum ein Kunde für seine Würstchen oder das Schnitzel den Beleg mit. "Die schmeißen wir alle weg."

Darum gibt es die Bonpflicht

Die sogenannte Belegausgabepflicht ist eine von mehreren 2016 beschlossenen Maßnahmen, mit denen der Gesetzgeber Steuerbetrug einen Riegel vorschieben will. Nach Schätzungen der Steuergewerkschaft gehen dem Fiskus pro Jahr durch Steuerbetrug mindestens zehn Milliarden Euro verloren.

Wie die Maßnahme im Kampf gegen Steuerbetrug helfen soll und welche praktischen Alternative es zum ausgedruckten Kassenbon gibt, lesen Sie hier:

Kassenbons (Symbolbild).

Kassenbonpflicht - Den Bon, bitte! 

Seit Beginn des Jahres müssen Geschäfte einen Kassenbon ausstellen. Handwerk, Einzelhandel und auch Kunden nervt die neue Regel. Aber es gibt gute Gründe dafür.

von Luisa Houben
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