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Beben zu schwach für das Tsunami-Warnsystem

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Geoforschungsinstitut Potsdam - Beben zu schwach für das Tsunami-Warnsystem

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Mehr als 220 Menschen haben bei dem Tsunami in Indonesien ihr Leben gelassen - gewarnt wurden sie nicht. Weil das auslösende Beben zu schwach für das Warnsystem war, so Experten.

Fernsehsender zeigten Bilder einer Welle, die eine ineinander verkeilte Masse von Metalldächern, Holz, Schutt und sonstigem Treibgut vom beliebten Carita Strand ins Hinterland drückte. Andernorts entwurzelte der Tsunami Bäume und hinterließ eine Spur aus Trümmern. Die Flutwellen waren nach einem Vulkanausbruch ohne Vorwarnung über Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda hereingebrochen.

Warum das Warnsystem nicht funktioniert hat

Professor Frederik Tilmann vom Deutschen GeoForschungsZentum in Potsdam erklärt das im ZDF mit der dort gewählten Methode der Tsunamiwarnung. Dabei schaue man auf große Erdbeben, die Tsunamis auslösen können. "Aber in diesem Fall hatten wir einen Tsunami der ausgelöst wurde durch ein Ereignis der nah dran war, aber zu klein, um aufgenommen zu werden. Deswegen konnte da keine Warnung ausgesprochen werden."

Eine Alternative zu dieser Warnmethode seien Drucksensoren am Meeresboden, die dann direkt Tsunamiwellen aufnimmt. "Diese einzelnen Sensoren sind so teuer, dass die hunderte von Kilometern voneinander entfernt sind", so Tilmann im ZDF. "Das System ist also nicht gut geeignet für lokale Warnungen, wenn zwischen dem Ereignis und der Welle weniger als eine Stunde vergeht."

Karte von Indonesien mit dem Vulkan Krakatau
Karte von Indonesien mit dem Vulkan Krakatau
Quelle: ZDF

Behörden hatten wohl keine Zeit zu reagieren

Tsunami-Experte David Rothery von der Open University erklärte, dass die Nähe des Vulkans zur Küste Indonesiens den Behörden nur sehr wenig Zeit zum Reagieren gelassen habe. Sie hatten die Lage offenbar falsch eingeschätzt und erklärt, es handele sich nicht um einen Tsunami, die Menschen sollten nicht in Panik geraten.

Der Inselstaat wird immer wieder von katastrophalen Tsunami-Flutwellen heimgesucht. Diese entstehen in der Regel durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Dass sie durch Vulkanausbrüche und Erdrutsche ausgelöst werden, ist eher selten. Bei einem schweren Beben und einem anschließenden Tsunami kamen erst Ende September auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2.000 Menschen ums Leben.

Besonders verheerend war der Tsunami an Weihnachten 2004: Damals starben in den Anrainerstaaten um den Indischen Ozean rund 220.000 Menschen, allein 168.000 davon in Indonesien. Ausgelöst worden war diese Katastrophe durch ein Seebeben der Stärke 9,1.

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