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Handy oder Sonne - So gefährlich ist laut Bundesamt diese Strahlung

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Atomkraftwerke, Sonne, Handys: Strahlung umgibt den Menschen jeden Tag. Und viele fürchten sich davor. Laut Bundesamt für Strahlenschutz werden andere Gefahren aber unterschätzt.

Strahlung-Warnschild an einer Tür im ehemaligen Kernkraftwerk Lubmin
Vor radioaktiver Strahlung aus Kernkraftwerken haben die Deutschen am meisten Angst.
Quelle: dpa

Wenn wir auf den Bus warten und telefonieren, wenn wir zu Hause sitzen und einen Film schauen, wenn wir in der Mittagshitze spazieren gehen: Strahlung umgibt uns ständig - und ist oft nicht ungefährlich. Knapp ein Drittel der Deutschen findet, dass die Bevölkerung einer zu hohen Strahlenbelastung ausgesetzt sei. Das ergab eine Studie des Bundesamts für Strahlenschutz. Viele wissen aber nicht, was die wichtigsten Quellen für Strahlung sind. "Die Angst vor Strahlung durch neue Technik nimmt zu", sagt Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth. Doch wie berechtigt sind diese Sorgen?

Die überschätzte Gefahr: atomare Strahlung

Die meisten Befragten sorgen sich laut Studie wegen der radioaktiven Strahlung durch Kernkraftwerke. Laut Bundesamt für Strahlenschutz werde diese allerdings "deutlich überschätzt".

Viele Deutsche gingen davon aus, dass Atomkraftwerke einen großen Anteil an der Strahlenbelastung haben - laut Bundesamt zu Unrecht.

Wenn es nicht gerade zum Unfall kommt und der Kern schmilzt, treten nur "in geringem Maße" radioaktive Partikel aus den Kraftwerken aus, so das Bundesamt. Laut bayerischem Umweltministerium macht das gerade mal einen halben Prozent der jährlichen mittleren Belastung durch Strahlung aus. Zudem werde diese Strahlung vom Bundesamt für Strahlenschutz durchgehend überwacht.

Das unterschätzte Risiko: Radon

Mehr Sorgen sollten sich die Deutschen um das radioaktive Edelgas Radon machen - doch das beunruhigt die wenigsten. Dabei sind knapp fünf Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs auf das Gas zurückzuführen. Radon entsteht im Boden, wenn das dort natürlich vorkommende Uran zerfällt. Von dort gelangt es an die Luft und in Gebäude.

Im Freien ist die Konzentration niedrig. In Häusern kann sich das Edelgas allerdings sammeln und wird so zum Gesundheitsrisiko. Atmet man höhere Mengen Radon länger ein, steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt deshalb, regelmäßig und intensiv zu lüften - so könne man das Risiko verkleinern.

Nur wenigen Deutschen ist diese Gefahr bewusst. Das Bundesamt für Strahlenschutz bezeichnet das als "ein kaum wahrgenommenes Risiko". Radon ist letztlich für den größten Teil der natürlichen Strahlung verantwortlich, der die Menschen durchschnittlich ausgesetzt sind. Radioaktive Strahlung umgibt einen immer. Sie kommt teilweise aus dem Weltall, stammt aber auch aus dem Boden, der Luft oder der Nahrung.

Medizinisch notwendig: Röntgenstrahlung

Bei Röntgenstrahlen wissen vielen Deutschen wiederum, dass die Strahlenbelastung während der Untersuchung höher ist - und diese den Körper schädigt. "Jede Röntgenuntersuchung ist mit einem gewissen - wenn auch geringen - Strahlenrisiko verbunden", so das Bundesamt für Strahlenschutz. Wie genau sich die Strahlung aber auf die Gesundheit auswirkt, das sei noch nicht sicher. Da sich die Technik in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt hat, sind Patienten bei einer Untersuchung aber immer weniger Strahlung ausgesetzt.

Trotzdem rät das Bundesamt, sich möglichst selten mit Röntgenstrahlen untersuchen zu lassen. Ärzte sollen diese Aufnahmen nur machen, wenn sie medizinisch gerechtfertigt sind - und nicht als Routineuntersuchung. Gerade auch Schwangere sollten besonders vorsichtig sein.

Grundsätzlich ungefährlich: Handystrahlung

Weit mehr Sorgen machen sich die Deutschen, wenn es um Handystrahlen geht. Auf den ersten Blick ist die Angst nicht ganz unbegründet. Handys erzeugen beim Telefonieren elektromagnetische Felder - und das direkt am Kopf. Die festgelegten Grenzwerte würde aber ausreichen, so das Bundesamt für Strahlenschutz, um die Gesundheit zu schützen. Es gebe keine Beweise für Strahlenschäden durch Handys, wenn die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.

Allerdings könne man nicht ausschließen, dass Handystrahlung langfristige schlechte Folgen haben kann. Dafür sei die Technologie einfach noch zu jung, um ihre Auswirkungen vollständig untersuchen zu können. Deshalb empfiehlt das Bundesamt vorsorglich, möglichst kurz mit Handys zu telefonieren, guten Empfang zu suchen, Headsets zu nutzen und Handys mit geringen Strahlungswerten zu kaufen.

Allerdings gibt es gerade in Bezug auf Handystrahlung auch viele Irrtümer. So stimme es laut Bundesamt für Strahlenschutz nicht, dass Handystrahlung das Erbgut schädigt - was laut Umfrage immerhin die Hälfte der Deutschen glaubt. Auch die neue 5G-Technik sei kein Gesundheitsrisiko, so das Bundesamt, man müsse dazu allerdings weiter forschen.

Größere Gefahr dank Klimawandel: UV-Strahlung

Noch etwas größere Angst haben die Deutschen aber vor UV-Strahlung. Diese schädigt das Erbgut in den Hautzellen noch bevor ein Sonnenbrand entsteht. Eigentlich ist das kein Problem, normalerweise beseitigt der Körper die Schäden selbst.

Aber je häufiger und länger man in der Sonne bleibt, umso größer ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt, dass es durch den Klimawandel mehr warme und wolkenlose Tage geben wird - und die Menschen deshalb mehr UV-Strahlen abbekommen. Die Zahl der Hautkrebsfälle ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Deshalb empfiehlt das Amt, starke Sonne zu meiden, sich ordentlich zu kleiden, die Augen zu schützen und die Haut einzucremen - und sich nicht unter Sonnenbänke zu legen.

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