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Neue Konzernstrategie - Wie geht es weiter bei der Deutschen Post?

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Lange war die global agierende Deutsche Post DHL Group aus Bonn erfolgsverwöhnt. Doch der Druck wächst – auch durch den Großkunden Amazon.

Paketbote scannt Pakete ein
Alle fünf Jahre aktualisiert der Bonner Konzern sein Vorgehen. Bei der Vorstellung in Frankfurt am Main präsentieren Konzernchef Frank Appel und Finanzvorstand Melanie Kreis, wo die Reise langfristig hingehen soll. (Symbolbild)
Quelle: dpa

"Konzentrieren.Vernetzen.Wachsen." So lautet die aktuelle Strategie der Deutsche Post DHL Group. Noch bis 2020 soll der Konzern auf diese Weise erfolgreich wachsen: In Deutschland und weltweit profitieren vom boomenden E-Commerce, wachsen, vor allem in Schwellenländern, branchenführende Margen erzielen, Gewinne steigern.

Die Deutsche Post DHL ist auf allen Kontinenten aktiv, erwirtschaftet 70 Prozent des Umsatzes im Ausland und ist damit international viel präsenter als ihre Konkurrenten UPS und FedEx. "Wir waren lange erfolgsverwöhnt", sagt der Betriebswirtschaftler Prof. Roland Klose, der für die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapier (DSW) die Geschäfte der Post genau im Blick hat. "Aber jetzt muss die Post bei Fracht, Kontraktlogistik und Paketdiensten profitabler werden. Sie muss liefern."

Geschäft mit Paketen bricht jedes Jahr Rekorde

Ausgerechnet die Paketsparte. Die klassische Briefpost ist seit Jahren rückläufig, aber dank des wachsenden Online-Handels bricht der Paketversand jedes Jahr neue Rekorde. Viele Jahre war der gelbe Riese mit seinem Auslieferer DHL dabei Marktführer. Offenkundig konnte die Post diese Marktposition nicht in erhofftem Maße in Gewinn wandeln.

Der Tiefpunkt kam im Sommer 2018: Gewinnwarnung und in Folge ein Einbruch der Aktie. Vorstand Jürgen Gerdes musste gehen. Er hatte die Brief- und Paketsparte mit 18 Milliarden Umsatz geführt, die größte Sparte des Konzerns. Insgesamt fiel das letzte Jahresergebnis – anders als beispielsweise beim Konkurrenten UPS -  mager aus. Das Ziel der Post, 2020 ein Betriebsergebnis von 5 Milliarden zu erreichen, halten Fachleute für überaus ambitioniert.

Immerhin hat der Aktienkurs sich inzwischen erholt, liegt aber mit circa 30 Euro ungefähr so hoch wie im Frühjahr 2015.

Amazon: Kunde und Konkurrent

"Amazon ist ein sehr wichtiger Kunde" der Deutschen Post, sagt Klose. Dabei "verfolgt Amazon regional sehr unterschiedliche Wachstumsstrategien - auch Ballungszentren spezifisch." Als Großkunde der Post garantiert Amazon große Liefermengen, kann aber auch gute Konditionen aushandeln, sprich: geringere Gewinnspannen für die Post.

Nun baut Amazon seine Marktposition kontinuierlich aus, nicht nur als Online-Anbieter sondern auch als Logistiker: Mehr Verteilzentren, eigener Lieferdienst, eigene Paketstationen, die sogenannten "Locker". Dabei ist die Auslieferung in Ballungsgebieten effizienter als auf dem Land.

Das bedeutet, dass Amazon die Post gleich von zwei Seiten unter Druck setzt. "Über alle Kunden hinweg bleibt aber noch genügend Wachstum", meint der Fachmann. Und das muss die Post nutzen. Alle Kunden erwarten schließlich guten Service, ein heikler Punkt. Denn wenn Fahrer fehlen und gleichzeitig Paketmengen wachsen, dann wird es schwierig. "Da kann die Post in Sachen Kunden- und Serviceorientierung und Innovation sicher noch von Amazon lernen", meint Prof. Klose.

Post stellt Strategie für die nächsten Jahre vor

Der Konzern will die selbstgesetzten Ziele noch nicht bilanzieren. "Wir sind ja noch nicht in 2020", heißt es dazu aus der Konzernzentrale.

Heute stellt die Post ihre Strategie für die Jahre 2020 bis 2025 vor. Postchef Frank Appel will erläutern, wie der weltweit agierende Konzern mit den großen Themen wie Klima und Digitalisierung umgeht. In Sachen Klimaschutz sieht man sich gut aufgestellt. Bis 2050 will die Post "Null-Emissions-Logistik" umsetzen. Amazon hat jüngst erklärt, bereits 2040 CO2-neutral zu sein.

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