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Smartphone-Sicherheit - Wie gut schützen Sicherheits-Apps vor Betrug?

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Angriffe auf Android-Smartphones nehmen zu. Sicherheits-Apps sollen vor Datendieben und Betrügern schützen. Stiftung Warentest hat 17 getestet. Nicht alle bieten guten Schutz.

Archiv: Eine Android-Figur steht am 14.04.2016 in Berlin in einem Absperrband
Für Kriminelle sind achtlose Android-Nutzer ein leichtes Ziel.
Quelle: dpa

Smartphones sind auf der Überholspur. Sie laufen Laptop und PC immer mehr den Rang ab, wenn es um die Online-Aktivitäten der Nutzer geht. Man surft mit dem Smartphone, kauft online ein, checkt seine Mails und erledigt seine Bankgeschäfte. Dass man Laptop und PC mit Schutzprogrammen absichert, hat sich herumgesprochen. Aber braucht man auch fürs Smartphone eine App, die das Gerät vor Datendieben und Betrügern schützt?

Immer mehr schädliche Apps

"Angriffe auf Android-Geräte haben sich für Kriminelle als lukratives Geschäftsfeld erwiesen", heißt es beim Magdeburger AV-Test-Institut, einer Firma, die Sicherheitssoftware testet und zertifiziert. Die Anzahl neuer Schadprogramme sei in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Sie kommen über schädliche Apps in die Geräte.

Kriminelle versuchen, den Nutzer trickreich zu verleiten, solche Apps zu installieren. Android-Smartphones besitzen mit Google Play Protect bereits ein bordeigenes Programm, das gefährliche Apps erkennen soll. Die Schutzwirkung sei allerdings gering, sagt Stiftung Warentest.

Von 2.000 Schadprogrammen erkannte Play Protect in einer Untersuchung der Warentester nur etwas mehr als die Hälfte. Die anderen Schad-Apps konnten sich ungehindert im Smartphone einnisten.

Nicht alle Apps bieten guten Schutz

Aber auch die Schutz-Apps, die im Google Play Store angeboten werden, haben die Warentester nicht immer überzeugt. Am besten schnitt die kostenpflichtige App von Eset ab, gefolgt von Apps der Firmen Kaspersky, AVG, Avira, Bitdefender und Norton. Die Preise für eine Jahreslizenz liegen zwischen acht und 17 Euro. Als bestes kostenloses Angebot wurde die App von AVG mit "gut" bewertet. Ein "mangelhaft" bekam "Cheetah Mobile". Diese App erkannte nur 170 von 2.000 schädlichen Apps.

Gefahren drohen auch durch Phishing-Mails (gefälschte E-Mails) und gefälschte Webseiten. Wie gut schützen Sicherheits-Apps vor solchen Gefahren? Auch das haben die Experten von Stiftung Warentest untersucht. Testsieger wurde wiederum die Eset-App. Sie erkannte 227 von 250 Phishing-Seiten. Guten Schutz bieten auch Kaspersky, AVG und Avira. "Viele andere schützen dagegen kaum oder gar nicht vor Phishing", so das Fazit von Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest: "Keine Sicherheits-App ist perfekt"

Die meisten Sicherheits-Apps werben damit, dass sie auch bei Verlust und Diebstahl des Smartphones weiterhelfen. In diesen Fällen greift allerdings auch eine in Android-Smartphones bereits vorinstallierte Schutzfunktion. Damit lassen sich Handys aus der Ferne orten, sperren und Inhalte löschen. Das sei so gut gelöst, dass eine Zusatz-App dafür kaum nötig sei, heißt es im Bericht von Stiftung Warentest.

"Keine Sicherheits-App ist perfekt", so Michael Wolf von Stiftung Warentest zu heute.de. Auch wer eine Schutz-App installiert habe, müsse wachsam bleiben und Sicherheitsregeln befolgen. So sollten Apps grundsätzlich nur aus dem Google Play Store heruntergeladen und Sicherheits-Updates des Smartphone-Herstellers immer installiert werden.

Webadresse per Hand eingeben

Abzocker schröpfen Smartphone-Nutzer zudem mit Abo-Fallen und teuren SMS-Diensten. Dagegen hilft eine Drittanbietersperre, die beim Mobilfunkanbieter beantragt wird. Zudem sollte man Links in E-Mails grundsätzlich misstrauen und sich bei Online-Diensten nie über einen solchen Link einloggen, sondern die Webadresse per Hand eingeben. "Wer sich immer gewissenhaft an die von uns vorgeschlagenen Regeln hält, braucht für sein Android-Gerät keine zusätzlichen Sicherheits-Apps", sagt Michael Wolf.

Zu bedenken sei jedoch: "Gerade Phishing-Mails versuchen mitunter recht geschickt, den Empfänger unter Handlungsdruck zu setzen, indem sie zum Beispiel ein vermeintliches Sicherheitsproblem, einen Kontenmissbrauch oder eine fehlerhafte Rechnung vorgaukeln", sagt Wolf. Manch einer könne da schon mal den Kopf verlieren und in der Eile dann doch auf einen gefährlichen Link klicken. "In solchen Fällen greift dann eine Sicherheits-App mit gutem Phishing-Schutz und verhindert das Schlimmste", meint Wolf.

Sicherheits-Apps fürs iPhone überflüssig

Überflüssig seien Sicherheits-Apps allerdings für Smartphones aus dem Hause Apple, heißt es im Bericht von Stiftung Warentest. Denn anders als bei Android-Geräten könne man mit einem iPhone Apps nur aus Apples hauseigenem App-Store laden. Die dort angebotenen Programme würden auf mögliche Schadfunktionen geprüft. "So ist die Infektion von iPhones mit bösartiger Software praktisch ausgeschlossen", erklären die Warentester.

Apples Browser Safari schütze zudem vor betrügerischen Webseiten. "Im Test war seine Erkennungsrate aber schlechter als die der besten Sicherheits-Apps", gibt Stiftung Warentest zu bedenken. Einen absoluten Schutz vor Phishing gibt es also selbst bei Apple nicht. Auch für iPhone-Nutzer gelte deshalb laut Stiftung Warentest: "Wichtigster Schutz vor Phishing bleibt Vorsicht im Umgang mit E-Mails und Webseiten."

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