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Alternativen zum Platzhirsch - Wie kann man Facebook ersetzen?

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#DeleteFacebook – das klingt simpel. Was aber, wenn man nicht auf die Vorzüge eines sozialen Netzwerks verzichten will? Es gibt zwar Alternativen, aber auch die haben Nachteile.

Mark Zuckerbergs Facebook-Page.

WhatsApp-Gründer Brian Acton brachte mit einem Tweet den Stein ins Rollen: "Es ist Zeit. #DeleteFacebook" Seitdem bekannt wurde, dass Cambridge Analytica massenweise Daten ohne Einverständnis der Nutzer auswertete, löschen unter dem Hashtag #DeleteFacebook immer mehr Menschen ihre Facebook-Accounts. Letztes prominentes Beispiel ist Elon Musk, der sowohl seinen persönlichen als auch den offiziellen Tesla-Account entfernen ließ.

Wer konsequent nichts mehr mit Facebook zu tun haben will, hat es nicht leicht, denn echte Alternativen sind rar gesät. Hier eine kleine Übersicht.

Welches soziale Netzwerk kann mit Facebook mithalten?

Was Facebook kann: Jeder Facebook-Nutzer hat im Schnitt 342 "Freunde" auf dem sozialen Netzwerk gesammelt. Der Dienst versucht alles, um Freunde und Bekannte komfortabel miteinander zu vernetzen, sei es mobil oder am Rechner. Neben dem Newsfeed bietet Facebook Gruppen, Stories, Geburtstagskalender, Events, Zahlungssysteme (in den USA), Live-Streams und sogar einen Katastrophenalarm ("Safety Check") an.

Die Alternativen: Die meisten sozialen Netzwerke haben sich aufgrund Facebooks Marktmacht spezialisiert. Ein beliebtes Umstiegsziel ist derzeit Twitter. Der Kurznachrichtendienst reagiert meist schneller als Facebook auf aktuelle Ereignisse, erlaubt es seinen Nutzern, Gruppen anzulegen und lässt seit neuestem auch Videos zu. Mit 800 Millionen Nutzern hat der Dienst genügend "Masse", um Facebook Konkurrenz zu machen.

Rein zahlenmäßig hätte Google Plus die besten Chancen, Facebook Konkurrenz zu bieten. Das soziale Netzwerk kommt auf stattliche 3,35 Milliarden Nutzer, von denen allerdings nur ein sehr kleiner Bruchteil aktiv ist. Instagram entfällt für Facebook-Verweigerer, denn es gehört ebenfalls zum Facebook-Konzern. Snapchat (178 Millionen Nutzer) ist vor allem bei Teenagern beliebt. Potential haben Vero, Raftr, Ello und Diaspora, die zwar klein sind, aber die Daten ihrer Nutzer nicht ausspähen.

Fazit: Will man weiterhin über soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt bleiben, gibt es außer Twitter wenig Alternativen zum Quasi-Monopolisten. Zusätzlich fallen viele der Netzwerke unter amerikanische Jurisdiktion - und die geht mit Datenschutz und Privatsphäre äußerst lax um.

Messenger: Welche Alternativen gibt es?

Was Facebook Messenger kann: Zwei Milliarden Nachrichten werden monatlich über Facebooks Messenger-App verschickt. Der Dienst ermöglicht u.a. Text- und Videochats sowie Bild- und Videoaustausch.

Alternativen: WhatsApp gehört ebenfalls zu Facebook – und scheidet damit für Facebook-Verweigerer aus. Erfreulicherweise ist die Auswahl an Messengern größer als die sozialer Netzwerke. Am bekanntesten ist Skype, das inzwischen zu Microsoft gehört – doch auch hier werden die Nutzerdaten ausgewertet. Wer lieber anonym bleiben will, sollte sich "Signal" und "Threema" ansehen. Die Apps gelten derzeit als die sichersten Messenger-Apps. Und mit "Kik" kann man nicht nur anonym, sondern auch ohne Handynummer chatten. Nicht zu vergessen: Bei Firmen und kleinen Teams wird "Slack" immer beliebter, dessen Nachrichten allerdings auf US-Servern gespeichert werden.

Fazit: Es gibt durchaus Alternativen zum Facebooks Messenger - das größte Problem besteht darin, seine Freunde dazu zu bewegen, gemeinsam umzusteigen.

Facebook-Ersatz für Unternehmen

Was Facebook kann: Facebook spielt für Firmen Werbebotschaften an die Nutzer aus. Dabei behandelt Facebook jeden gleich, BMW genauso wie den Bäcker um die Ecke.

Alternativen: Trotzdem ist Facebook nicht unbedingt das beliebteste Netzwerk der Social-Media-Manger. Denn das Geschäftsmodell besagt, dass man für "Targeting", also maßgeschneiderte Werbebotschaften, pro Nutzer bezahlen muss, der die Werbung sieht – nicht etwa nach der Dauer, für die die Werbung geschaltet wurde. Das wäre also in etwa so, als wenn eine gebuchte Werbetafel dichtmacht, sobald sie 1.000 Mal angeschaut wurde.

Die Palette an Alternativen ist groß: Statt in Facebook investieren Firmen immer öfter in "Influencer", die ihre Werbebotschaften ungefiltert an potentielle Kunden weitergeben. Außerdem im Portfolio sind klassische Werbung, alternative soziale Medien sowie Online- und Print-Magazine. Sie alle können Nutzerverluste auf Facebook ersetzen.

Fazit: Teslas Ausstieg aus Facebook ist wohl ein Einzelfall: Erst wenn Nutzer Facebook in Scharen verlassen, werden die Unternehmen ihnen folgen. Alternativen gibt es jedoch genug.

Folgen für Facebook

Auch wenn zehntausende Nutzer aus Protest und Empörung Facebook den Rücken kehren, wird wohl nur ein kleiner Anteil der 2,1 Milliarden Nutzer das Netzwerk von heute auf morgen verlassen.

Trotzdem kann der Cambridge-Analytica-Fall dem Netzwerk schwer zu schaffen machen. Wenn der Vertrauensverlust so groß ist, dass die Nutzer das Netzwerk seltener aufsuchen, kostet das Facebook bares Geld. Geht man nach den Daten des 3. Quartals 2017, verdient Facebook mit jedem Nutzer 5,07 US-Dollar Umsatz – und je seltener sie aktiv sind, desto weniger Geld wird in Facebooks Kassen gespült.

Die größte Chance, jeglichen Datenkraken zu entkommen, hat man übrigens mit dem "guten alten" Telefon. Einfach alte Freunde anrufen und sich verabreden, ganz analog statt digital. Soll ja auch Spaß machen – und ist weitaus weniger kompliziert.

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