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Weltklimakonferenz - Wie klimafreundlich ist der Klimagipfel?

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25.000 Teilnehmer suchen in Bonn nach Wegen, den Klimawandel zu stoppen. Und sie sollen selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Das Ziel: Die sauberste Weltklimakonferenz überhaupt.

Weltkugel mit Flaggen auf der Weltklimakonferenz
Weltkugel mit Flaggen auf der Weltklimakonferenz Quelle: dpa

So einfach geht Klimaschutz: Statt Plastikbecher und Einwegflaschen gibt es auf der Weltklimakonferenz in Bonn das wiederbefüllbare Modell - eine farbige Kunststoffflasche mit Gipfel-Logo, das mit Hilfe eines Karabiners an Gürtel oder Rucksack festgemacht werden kann. Hunderte Zapfstationen sind über das weiträumige Gelände verteilt. Dort können die Flaschen mit Bonner Wasser aufgefüllt werden. Eine halbe Million Plastikbecher werden damit eingespart, glaubt das Bundesumweltministerium. Und ein Souvenir vom Gipfel ist die Flasche außerdem, eines, das zu Hause bitte weitergenutzt werden soll.

Keine Papierstapel

"Wir haben uns vorgenommen, die umweltfreundlichste Klimakonferenz auszurichten, die es je gegeben hat", sagt Staatssekretär Jochen Flasbarth, der die deutsche Delegation anführt. "Und ich glaube, dass wir diesem Anspruch auch gerecht werden können." Funktionieren soll das mit Hilfe der Flaschen, aber natürlich nicht nur. Große Papierstapel und Info-Mappen sucht man in Bonn vergebens. Flasbarth: "Die Daten werden über Social Media, über das Internet den Delegierten bereitgestellt, so dass also Papierarmut State oft he Art ist." Und das gilt auch für offizielle Pressemitteilungen in den unzähligen Konferenzen.

Leihfahrräder auf der Weltklimakonferenz
Leihfahrräder auf der Weltklimakonferenz Quelle: dpa

Und, damit sich alle klimafreundlich auf dem weitläufigen Gelände bewegen können, gibt es kostenlose Leih-Fahrräder und einen Shuttle-Service, der mit Elektro-Power oder Wasserstoff fährt. Bio-Kost wird in den Kantinen angeboten, die überwiegend vegetarisch und überwiegend regional ist. Nur "überwiegend" deshalb, weil sich im Vorfeld Widerstand geregt hat. Denn eigentlich wollte das Bundesumweltministerium auf Fleisch völlig verzichten. "Das hat zum Teil begeisterte Zustimmung ausgelöst, aber auch einen der größten Shitstorms, die ich erlebt habe", erinnert sich Flasbarth.

"Nicht nur Kohl und Kürbis"

Und auch seine Idee, nur regionale Lebensmittel anzubieten, musste er begraben, aus "saisonalen" Gründen. "Wir wollten nicht nur Kohl und Kürbis anbieten. Insofern haben wir das etwas in der Zielsetzung heruntergenommen." Trotzdem: Das ehrgeizige Ziel bleibt ein so genanntes EMAS-Zertifikat, das von einem unabhängigen Gutachter erstellt wird, der sich auf der Konferenz sehr genau umsehen wird. Ob die Veranstalter das Zertifikat bekommen, wird sich erst nach Abschluss der Konferenz zeigen.

Bis dahin wird alles gegeben: Energie gespart, Abfall vermieden und Recyclingmaterial verwendet. Treibhausgase, die vor allem durch die An- und Abreise entstehen, sollen mit dem Kauf "hochwertiger CO2-Emissionsminderungszertifikate" ausgeglichen werden. Mit diesen werden internationale Klimaschutzprojekte unterstützt. Eine Art moderner Ablasshandel sei das, gibt Flasbarth mit einem Augenzwinkern zu. Also ein "sehr katholischer Ansatz".

Ein hässlicher Schönheitsfehler

Und trotz aller Ambitionen gibt es auf der Konferenz auch Schönheitsfehler. Ein besonders hässlicher: Kaffee wird in Bonn - bisher jedenfalls - ausgerechnet im gar nicht umweltfreundlichen Coffee-to-Go-Becher ausgeschenkt. Und auch längst nicht alle Gipfel-Teilnehmer verwenden die Becher mehrmals und stecken sie danach in die Recycling-Tonne. In Sachen Klimafreundlichkeit ist also noch Luft nach oben. Vielleicht ja beim nächsten Gipfel.

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