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Wilde Wölfe in Deutschland - WWF-Experte gegen Abschuss-Freigabe

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Der Wolf geht um - und reißt Schafherden. Könnte eine Änderung des Jagdrechts Probleme lösen? Nein, sagt WWF-Experte Christoph Heinrich im ZDF.

Eine Änderung des Jagdgesetztes könne Angriffe von Wölfen auf Schafherden kaum verhindern, sagt Christoph Heinrich vom WWF im ZDF.

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Immer wieder töten Wölfe Schafe - zuletzt mehrere Dutzend nahe der ostsächsischen Ortschaft Förstgen. Die Naturschutzstation Östliche Oberlausitz, zu der die Herde aus Moorschnucken gehörte, bezifferte die Verluste am Dienstag auf rund 40 Tiere. Doch wie kann es zu solchen Vorfällen kommen und warum müssen immer gleich so viele Schafe sterben, wenn ein Wolf sie angreift?

Tötungstrieb bei eingezäunter Herde

In der Natur sei ein Wolf gar nicht dazu in der Lage, viele Tiere auf einmal zu töten, sagt Christoph Heinrich, Vorsitzender Naturschutz beim WWF Deutschland, im ZDF-Morgenmagazin. Denn er könne immer nur eines greifen und die anderen würden fliehen. "Wenn ein Wolf allerdings in ein Schafgatter eindringt, wo die Tiere nicht fliehen können, muss man leider sagen, dass alle Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt werden", betonte der Experte. Das Tier habe dann einen Tötungstrieb. "Und dann tötet er in der Tat sehr viel mehr Tiere als er fressen kann."

Auch wenn Anwohner und Landwirte Alarm schlügen und Konsequenzen forderten, müsse man sehen, dass schon viel passiert sei. "Wir wissen heute relativ gut, wie man Tierherden vor Wölfen schützen kann", sagte Heinrich. Dazu gehörten Herdenschutz-Hunde und Elektrozäune.

Experte: Pauschale Freigabe zum Abschuss löst Probleme nicht

Den umstrittenen Forderungen, Wölfe unter bestimmten Umständen zum Abschuss freizugeben, erteilte der Experte eine Absage. "Ich glaube, das würde wirklich kaum etwas lösen." Denn schon jetzt gebe es Regeln, wonach Problem-Wölfe, sie sich etwa dem Menschen zu stark nähern, geschossen werden können. Zudem habe der WWF mit dem Bundesverband der Berufsschäfer ein Positionspapier entwickelt, wonach auch solche Tiere, die Herdenschutz-Zäune überwinden, nach wiederholten Fällen getötet werden dürften.

Nach Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf gibt es derzeit 55 Wolfsrudel bundesweit, mit 17 die meisten davon in Sachsen. In vielen Regionen Deutschlands kommt es immer wieder zu Wolfsattacken auf Nutztiere, selten aber in so großem Ausmaß. Ende April hatte ein Wolf für Schlagzeilen gesorgt, der in Bad Wildbad im Schwarzwald mehr als 40 Schafe in einer Nacht gerissen hatte. In Mecklenburg-Vorpommern wurden erst am Sonntag elf Schafe getötet, im August gab es eine Wolfsattacke nahe Rostock mit 15 gerissenen Schafen.

In Sachsen greifen immer häufiger Wolfsrudel Schafherden an. Nicht nur Schafshirten sind beunruhigt, auch Anwohner sehen die weitere Ausbreitung der Wölfe mit Sorge.

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