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Bye bye Facebook - Wie man Facebook den Rücken kehrt

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Facebook in der Krise: Viele Nutzer überlegen, aus dem Netzwerk auszusteigen. Wer es verlassen will, muss sein Profil löschen. heute.de erklärt, wie das funktioniert.

Datenskandal bei Facebook: Die umstrittene britische Firma Cambridge Analytica konnte die Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern abgreifen und für politische Zwecke missbrauchen. Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook wegen des Umgangs mit den Daten seiner Nutzer in die Kritik gerät. Viele spielen deshalb mit dem Gedanken, das weltgrößte soziale Netzwerk zu verlassen. Selbst Tech-Größen wie der WhatsApp-Gründer Brian Acton rufen zum Verlassen von Facebook auf. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Ausstieg auf Probe

Facebook beizutreten ist ein Kinderspiel. Erheblich schwieriger ist es, sich aus dem Netzwerk wieder auszuklinken. Denn einen Löschknopf gibt es nicht. Stattdessen bietet Facebook seinen Mitgliedern zunächst die Möglichkeit an, das eigene Konto ruhen zu lassen. Dieser Ausstieg auf Probe bedeutet: Das Konto wird eingefroren und für andere Nutzer sowie für Suchmaschinen gesperrt.

Screenshot Facebook: Einstellungen
Screenshot Facebook: Einstellungen
Quelle: Facebook

Den Ausstieg auf Probe findet man, indem man in der Facebook-Statusleiste oben rechts auf den Pfeil klickt. Es öffnet sich ein Menü, in dem man den Reiter "Einstellungen" wählt. Auf der Seite "Allgemeine Kontoeinstellungen" klickt man auf "Konto verwalten" und die Option "Deaktiviere dein Konto". Anschließend wird der Nutzer gefragt, ob er es wirklich ernst meine. Denn alle seine Freunde würden ihn schon jetzt vermissen.

Facebook endgültig verlassen

Zudem soll der Ausstieg auf Probe begründet werden. In einem Formular werden mögliche Gründe genannt, von denen der Nutzer einen auswählen muss. Per Klick auf "Deaktivieren" wird das Konto dann für unbestimmte Zeit stillgelegt. Erheblich schneller geht es, die Stilllegung wieder aufzuheben. Es reicht aus, sich erneut bei Facebook einzuloggen. Danach ist das Konto wieder aktiv.

Screenshot Facebook: Konto löschen
Screenshot Facebook: Konto löschen
Quelle: Facebook

Wer Facebook endgültig verlassen will, muss sein Konto löschen. Einen eigenen Menüpunkt gibt es dafür nicht. Stattdessen muss man die Facebook-Hilfe in der Statusleiste aufrufen und ins Suchfeld "Konto löschen" eintippen. Wählt man nun "Wie lösche ich mein Konto dauerhaft?", erscheint ein Text, dessen erster Absatz mit den hervorgehobenen Worten "teile es uns mit" endet. Per Klick darauf wird die Seite "Mein Konto löschen" aufgerufen. Alternativ kann man die Löschseite mit diesem Link auch direkt erreichen.

Konto wird in den Papierkorb verschoben

Jetzt geht es erstaunlich schnell - zumindest auf den ersten Blick. Denn nachdem man auf "Mein Konto löschen" geklickt und die Löschabsicht bestätigt hat, verschiebt Facebook das Konto mit allen Daten sofort in seinen digitalen Papierkorb. Dort ruht es für die nächsten vierzehn Tage. Erst wenn man sich innerhalb dieser Zeit nicht mehr bei Facebook einloggt, wird der eigentliche Löschvorgang gestartet. Ansonsten gilt die Löschanfrage als widerrufen.

Nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist kann es weitere 90 Tage dauern, bis Facebook die Daten endgültig löscht. Ob dann auch wirklich alle Daten von den Facebook-Servern verschwunden sind, entzieht sich der Kontrolle des Nutzers. Facebook weist in seinen Datenschutzbestimmungen darauf hin, dass bestimmte Informationen auch nach der Löschung sichtbar bleiben - so etwa Fotos, die den Nutzer zeigen, aber von anderen Mitgliedern geteilt wurden.

Einmal Facebook – immer Facebook?

Auch die Kommentare, die man bei anderen Nutzern gepostet hat, bleiben in anonymisierter Form erhalten. Wer solche Spuren tilgen möchte, sollte vor der Kontolöschung sein Aktivitätenprotokoll bei Facebook durchsuchen und einzelne Kommentare per Hand löschen. Das Aktivitätenprotokoll erreicht man über den Pfeil oben rechts in der Facebook-Statusleiste. Bei Fotos, die andere gepostet haben, sollte man die fraglichen Nutzer um Löschung bitten.

Zum Facebook-Konzern gehören neben Facebook der Fotodienst Instagram und der beliebte Messenger WhatsApp. Auch über diese Plattformen greift der Konzern Nutzerdaten ab. Zudem hat Facebook seinen "Gefällt mir"-Button auf unzähligen Webseiten außerhalb seines eigenen Netzwerks eingebettet. Besucher dieser Webseiten hinterlassen Datenspuren bei Facebook selbst dann, wenn sie den Button nicht betätigen. Allein der Besuch einer solchen Webseite reicht aus. Deshalb sind bei ZDF Social Media-Inhalte auch nicht automatisch zu sehen. Nutzer werden durch einen Datenschutz-Hinweis darauf hingewiesen, dass ihre IP-Adresse erst dann übertagen wird, wenn der Nutzer aktiv auf "Social-Media-Inhalte anzeigen" klickt. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Verbindung zwischen ZDF-Webseiten und Social-Media-Seiten.

Datenschutzerklärung
Datenschutzerklärung
Quelle: ZDF

Antrag auf Herausgabe persönlicher Daten

Auch wenn man sein Konto bei Facebook gelöscht hat, hat man ein Recht darauf zu erfahren, welche persönlichen Daten das Unternehmen weiterhin gespeichert hat. Über ein Formular kann man bei Facebook einen "Antrag auf Herausgabe persönlicher Daten" stellen. Besser ist eine Anfrage per E-Mail oder Post. Vorlagen für dieses Auskunftsersuchen findet man unter anderem auf der Webseite "Europe versus Facebook".

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