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Am "Prime Day" - Wieder Verdi-Streiks am Aktionstag von Amazon

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Am "Prime Day" macht der Versender Amazon seinen Stammkunden viele Angebote. Die Gewerkschaft Verdi will den Aktionstag nutzen, um mit Streiks ihre Forderungen durchzusetzen.

Ein Warenhaus von Amazon aus Vogelperspektive; 14.11.2018 (Archiv)
Laut Verdi wollen 2.000 Beschäftigte an dem Streik teilnehmen.
Quelle: ap

Auch der jüngste Prime-Aktionstag des Online-Händlers Amazon wird von Streiks in den deutschen Versandzentren begleitet. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich in der Frühschicht am Montag bundesweit mehr als 2.000 Beschäftigte an dem Ausstand, der noch bis einschließlich Dienstag in allen Schichten fortgeführt werde. Amazon sprach hingegen von einer geringen Beteiligung. Es gebe auch keinerlei Auswirkungen auf den operativen Betrieb.

Die Bestellungen würden rechtzeitig und "wie an jedem anderen Tag" bearbeitet, versicherte ein Sprecher. Verdi zufolge wird an den sieben Amazon-Standorten in Werne und Rheinberg in Nordrhein-Westfalen, Leipzig, Graben bei Augsburg, Koblenz sowie an den zwei Standorten im osthessischen Bad Hersfeld gestreikt. In Koblenz hätten sich am Vormittag mehr als 200 und in Bad Hersfeld mehr als 500 Beschäftigte beteiligt.

Verdi pocht auf Tarifvertrag für Einzel- und Versandhandel

Verdi-Handelsexperte Orhan Akman warf der Geschäftsführung vor, die Streiks mit Sonderprämien und Boni für Streikbrecher zu bekämpfen. Dies wies ein Unternehmenssprecher zurück. An den einzelnen Standorten gebe es Regelungen für besonders nachfragestarke Zeiten. "Wir bezahlen daher in Bad Hersfeld zusätzliche Zuschläge für freiwillige Überstunden und Boni. Diese erstrecken sich beim Prime Day über einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen, sind ein Dankeschön an unsere Kollegen und mit dem lokalen Betriebsrat abgestimmt."

Verdi will Amazon seit mehr als sechs Jahren dazu bringen, den Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel anzuerkennen. Der US-Konzern zahlt hingegen in Anlehnung an die niedrigeren Vereinbarungen für das Logistikgewerbe. Bundesweit hat Amazon zwölf Warenlager an elf Logistikstandorten und beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 13.000 Mitarbeiter.

Anlass für den aktuellen Streik ist der bis einschließlich Dienstag laufende Amazon-Aktionstag "Prime Day" mit Sonderangeboten für Stammkunden. Die Arbeitsniederlegungen laufen unter dem Motto "Kein Rabatt auf unsere Einkommen". Akman sagte am Montagmorgen, die Kollegen seien "ziemlich verärgert".

Die Geschichte von Amazon begann vor 25 Jahren in einer Garage in Seattle. Heute ist der Online-Händler einer der wertvollsten Konzerne an der Börse - und ernet viel Kritik. Wirtschaftswissenschaftler Gerrit Heinemann erläutert im Video, was dahinter steckt.

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