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Auslieferung an USA droht - Assange will sich juristisch wehren

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Nach seiner Festnahme will sich Julian Assange gegen eine drohende Auslieferung an die USA wehren. Derweil hat ein Londoner Gericht Anklage gegen den Wikileaks-Gründer erhoben.

Beamte von Scotland Yard hatten Assange am Morgen in der Londoner Botschaft Ecuadors festgenommen. Dort hatte er seit 2012 versucht, einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen und einer Überstellung an die USA zu entgehen. Ein von der Agentur Ruptly TV aufgenommenes Video der Festnahme zeigt, wie der weißbärtige Assange von mindestens sieben Polizisten in Zivilkleidung zu einem Polizeiwagen getragen wurde.

Der Zugriff am Vormittag erfolgte laut Scotland Yard aufgrund einer Gerichtsanordnung von 2012 wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen. Ein Gericht in London sprach den 47-Jährigen wenige Stunden später in diesem Punkt schuldig. Diese Straftat kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet werden. Assange wird nach Justizangaben bis zu einem Urteilsspruch in Haft bleiben.

US-Klage wegen Verschwörung

In den USA wurde der Australier nach Angaben des Justizministeriums wegen Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt. Dafür drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Wikileaks-Publikationen hunderttausender geheimer Regierungsdokumente in den Jahren 2010 und 2011, die Wikileaks von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren.

Die Veröffentlichung der Dokumente zu den diplomatischen Aktivitäten der USA wegen der Kriege in Afghanistan und im Irak hatte für eine Weltsensation gesorgt. Assange befürchtete einen US-Prozess wegen Geheimnisverrats und womöglich ein Todesurteil. Assange ließ über seine Anwältin Jennifer Robinson mitteilen, dass er das US-Auslieferungsgesuch "anfechten und bekämpfen" werde.

US-Präsident Donald Trump hat sich nach der Verhaftung des Wikileaks-Gründers Julian Assange als Person ohne Kenntnis von der Enthüllungsplattform beschrieben. Er wisse "nichts über Wikileaks", sagte Trump am Donnerstag. Dabei hatte er während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 Wikileaks mehr als 100 Mal gelobt.

Neue Ermittlungen in Schweden?

Auch in Schweden könnte Assange neuer juristischer Ärger drohen. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen nach Vergewaltigungsvorwürfen zwar 2017 zu den Akten gelegt. Die Anwältin der Frau, die Assange 2010 wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, erklärte nun aber, sie werde "alles dafür tun", dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder aufnehme und Assange nach Schweden ausgeliefert werden könne.

Hintergrund: Darum geht es im Fall Wikileaks und Assange

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