Sie sind hier:

DFB-Niederlage gegen Mexiko - Was sich jetzt bei Deutschland ändern muss

Datum:

Nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko listet Bundestrainer Löw viele Mängel auf und kündigt Korrekturen an. Nur bringen sie was?

Deutschlands Torhüter Manuel Neuer schreit im Spiel gegen Mexiko.
Deutschlands Torhüter Manuel Neuer schreit im Spiel gegen Mexiko.
Quelle: dpa

Ganz am Ende wurde Joachim Löw noch mit der Bilanz der jüngeren Vergangenheit konfrontiert, wonach drei von vier Weltmeistern nach der Gruppenphase ausgeschieden waren. Wie es dazu kommen konnte, zuletzt 2014 bei Spanien, konnte der Bundestrainer am Sonntagabend in Moskau auf die Schnelle auch nicht näher erklären. Doch ganz sicher war sich Löw dafür mit der Annahme, dass dies seiner deutschen Nationalmannschaft nicht unterlaufen werde. "Wir werden es schaffen", sagte er, als spreche er über eine Gewissheit wie den Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Löw mit langer Mängelliste

Zuversicht zu vermitteln gehört schon von Amts wegen zu den Aufgaben eines Bundestrainers. Bewusst war ihm nach der 0:1 (0:1)-Auftaktniederlage gegen Mexiko allerdings auch, dass er nun eine ziemlich lange Mängelliste mit in die kommenden beiden Gruppenspiele gegen Schweden und Südkorea nimmt. "Viele Ballverluste" hatte er vor allem beobachtet, dazu keine Wege und Pässe in die Tiefe.

Zudem habe die Mannschaft teils "fahrig" agiert. Löws Zwischenfazit: "Die Passqualität und räumliche Aufteilung stimmt im Moment nicht." Zu grundsätzliche Änderungen sieht er aber keinen Anlass. "Den Plan über den Haufen zu schmeißen, das machen wir schon mal gar nicht", sagte Löw und versuchte bei allem Verdruss über die erste Auftaktniederlage einer deutschen Elf bei einer WM seit 1982 zu beruhigen. Er sagte: "Wir werden deswegen nicht auseinander fallen. Wir halten an unserer Linie fest, aber wir werden einige Korrekturen anbringen."

Hinter ihm lag ein Spiel, das vor allem in der ersten Halbzeit ziemlich bedenklich geraten war. Aus den zahlreichen Fehlpässen und individuellen Ballverlusten resultierten reihenweise überfallartige Konter der Mexikaner, aber nur ein Gegentor durch Hirving Lozano (35.). Für den Offensivspieler von der PSV Eindhoven war es "das beste Tor, das ich je erzielt habe". Und eines, nach dem in Mexiko die Seismographen angeblich ausschlugen wie nach einem kleinen Erdbeben. In der zweiten Halbzeit war die deutsche Mannschaft zwar dominanter aufgetreten, doch wirklich zwingend wurde sie in der Offensive kaum einmal.

Die beste Torchance für die DFB-Auswahl hatte es schon in der ersten Halbzeit zu bestaunen gegeben, als Toni Kroos einen direkten Freistoß aus rund 25 Metern über die Mauer hob, Mexikos Torwart Guillermo Ochoa den Ball aber an die Latte lenken konnte (39.).

Ideenloses und behäbiges deutsches Spiel

Prägender gerieten aber die sonstigen Eindrücke des ideenlosen und behäbigen deutschen Spiels mit vielen Nachlässigkeiten wie einem Fehlpass von Sami Khedira im eigenen Strafraum. Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, der kurzfristig für den erkrankten Jonas Hector in die Startelf gerückt war, musste der missglückte Auftakt noch mit am wenigsten angelastet werden. Eher schon taten sich große Räume auf der rechten Abwehrseite auf, weil Joshua Kimmich sehr offensiv unterwegs war und bei Ballverlusten nicht schnell genug zurückeilen konnte.

Bedient waren danach auch die Spieler. "Wir reden in den letzten Spielen immer über dieselben Probleme und versuchen, sie abzustellen", kritisierte Thomas Müller die Konteranfälligkeit und erkannte: "Jetzt haben wir quasi nur noch K.o.-Spiele." Die rasanten Angriffsmuster hatte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio dabei schon seit geraumer Zeit einstudieren lassen.

"Wir müssen unsere Hausaufgaben machen"

Den Spielplan, blitzschnell über die Außenbahnen umzuschalten, "haben wir schon vor sechs Monaten aufgestellt", sagte der Kolumbianer und nahm eine Bewertung vor, die für alle Beteiligten beim Weltmeister wenig schmeichelhaft klang. "Bei allem Respekt: Ich glaube, wir waren sehr überlegen in der ersten Halbzeit." Den Fehlstart mit Folgen hatte sich die deutsche Mannschaft zu großen Teilen selbst zuzuschreiben. Weshalb Löw seinen Auftrag auch unmissverständlich formulierte. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", sagte er, "das nächste Spiel müssen wir gewinnen." Am kommenden Samstag gegen Schweden in Sotschi. Andernfalls könnte es doch sehr eng werden mit dem Achtelfinale.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.