Sie sind hier:

Fahrverbote in Innenstädten - Diesel müssen draußen bleiben

Datum:

Immer öfter stehen Diesel-Fahrer vor der Frage: Darf ich oder darf ich nicht? Ein Überblick, in welchen Städten es bereits Fahrverbote gibt und wo sie drohen.

Autos fahren an einem Schild mit der Aufschrift "Diesel bis Euro 5/v und Benziner bis Euro 2 ab 1.6.2019" in der Heinrichstrasse vorbei.
Deit Anfang Juni sind in Darmstadt zwei Hauptverkehrsadern fuer viele Diesel und alte Benziner gesperrt.
Quelle: dpa

Sich einfach ins Auto setzen und losfahren: für Diesel-Fahrer mitunter kein leichtes Unterfangen. Im Februar 2018 hatte das Bundesverwaltungsgericht Diesel-Fahrverbote ermöglicht. Gerichte verhängen sie seitdem in vielen deutschen Städten. Manchmal sind nur einige Straßen betroffen, manchmal Umweltzonen, die fast die ganze Innenstadt umfassen. Heute wird das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen entscheiden, ob künftig auch in Aachen Diesel-Fahrer ausgesperrt werden. Wir beantworten deshalb die wichtigsten Fragen rund um Diesel-Fahrverbote: Wo gibt es Fahrverbote und wo drohen sie?

Aachen

Eigentlich hätte hier zum 1. Januar ein Fahrverbot für ältere Diesel eingeführt werden müssen. Es ist vorerst ausgesetzt, bis das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen im Berufungsverfahren eine Entscheidung getroffen hat. Die Stadt Aachen hofft, mit einem überarbeiteten Luftreinhalteplan und Sofortmaßnahmen, wie die Umrüstung der Busflotte mit einem speziellen Schadstofffilter, das drohende Fahrverbot noch abwenden zu können.

Berlin

Der Berliner Senat hat am 23. Juli Einschränkungen für Diesel-Fahrzeuge in der Innenstadt beschlossen: Ältere Dieselfahrzeuge (bis einschließlich Euro-Norm 5) dürfen spätestens ab Anfang September auf Abschnitten von acht Berliner Straßen nicht mehr fahren. Betroffen sind die Leipziger Straße, Brückenstraße, Reinhardtstraße, Alt-Moabit, Friedrichstraße, Stromstraße, Hermannstraße und Silbersteinstraße.

Bonn

Seit 1. April sind in zwei Straßen Fahrverbote auferlegt: Auf der Reuterstraße umfasst das Fahrverbot Dieselfahrzeuge bis Euro 5 und Benziner der Euro-Klassen 1 bis 3. Auf der Straße Belderberg sind Diesel der Abgasnorm Euro 4 und schlechter sowie Benziner der Klassen Euro 1 und 2 betroffen.

Darmstadt

Vertreter der Stadt haben sich mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die zahlreiche Städte wegen zu hoher Luftverschmutzung verklagt hat, und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf einen Vergleich geeinigt. Seit Juni 2019 gelten Fahrverbote in der Hügelstraße am City-Tunnel zwischen östlicher Tunnelausfahrt und Karlstraße, sowie in der Heinrichstraße zwischen der Heidelberger Straße und Karlstraße. Dieselfahrzeuge bis Euro 5 und Benziner bis Euro 2 sind von diesem Fahrverbot betroffen.

Düsseldorf

Das Verwaltungsgericht drängte im Jahr 2016 für die angeordnete Verschärfung des Luftreinhalteplans Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ernstlich zu prüfen und abzuwägen. Die Bezirksregierung gab daraufhin an, ohne Fahrverbote auszukommen. In dem am 1. Februar 2019 in Kraft getretenen Luftreinhalteplan für Düsseldorf sind Fahrverbote weiterhin nicht vorgesehen.

Essen

In Essen gehört - neben 18 der 50 Essener Stadtteile - auch ein Teil der Autobahn A40 zur Fahrverbotszone. Seit 1. Juli gelten dort Fahrverbote für Benzinfahrzeuge der Klassen unter Euro 3 und für Dieselfahrzeuge einschließlich Euro 4. Ab September 2019 könnten die Regelungen auch für Dieselfahrzeuge Euro 5 in Kraft treten.

Frankfurt

In Frankfurt wurden per Gerichtsbeschluss Fahrverbote für ältere Diesel verhängt. Sie sollten ursprünglich von Februar 2019 an für Euro-4-Diesel und älter gelten und im September auf Euro-5-Diesel ausgeweitet werden. Betroffen sein sollte die Umweltzone innerhalb des Frankfurter Autobahndreiecks. Die Umsetzung der Fahrverbote wurde jedoch bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung gestoppt, da sich die Stadt gegen das Urteil wehrt.

Gelsenkirchen

Die Kurt-Schumacher-Straße ist seit 1. Juli für alle Dieselfahrzeuge gesperrt, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Ausnahmen gibt es allerdings für Gewerbetreibende.

Hamburg

Die Hansestadt hat als erste deutsche Stadt überhaupt ein Dieselfahrverbot verhängt. Für zwei Straßen gelten Durchfahrtssperren: An der Max-Brauer-Allee dürfen keine Dieselfahrzeuge und Lkw fahren, deren Abgasnormen schlechter als Euro 6 sind. In der Stresemannstraße sind Lkw gesperrt, deren Dieselmotoren schlechter als Euro 6 sind. Die Fahrverbote sind bereits seit Juni 2018 in Kraft.

Hamburg hat darüber hinaus Anlieger von der Beschränkung ausgenommen. Darunter fallen zum Beispiel Anwohner sowie deren Besucher, Kunden und Beschäftigte von ansässigen Geschäften, Büros, Praxen oder Kanzleien, Krankenwagen, Müllautos, Handwerker oder Lieferverkehre innerhalb des betreffenden Straßenabschnitts.

Köln

Die Stadt hat eine Fahrverbotszone (grüne Umweltzone) eingerichtet. Stichtag war eigentlich der 1. April 2019. Betroffen sind alle Dieselfahrzeuge der Abgasnorm 4 und schlechter sowie Benziner der Klassen Euro 1 und Euro 2. Ab September 2019 gilt das auch für Diesel mit Euro-5-Norm. Trotz der gerichtlichen Anordnung für das Fahrverbot entschied sich die zuständige Bezirksregierung dagegen. Das Land ging außerdem gegen das Urteil in Berufung.

Mainz

Ab 1. September drohen Fahrverbote in Mainz, sofern die Grenzwerte in der ersten Jahreshälfte nicht eingehalten werden. Welche Stadtteile oder Straßen dies betrifft, ist noch ungewiss.

München

Trotz eines Urteils des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes von 2017 lehnen die bayerischen Behörden Diesel-Fahrverbote ab. Die bayerische Landesregierung begründet ihre Haltung damit, dass sich die Luftqualität in den letzten zwei Jahren deutlich verbessert habe. Bis zum 15. Juli lag die Fortschreibung des Luftreinhalteplans in der Bibliothek der Regierung von Oberbayern aus. Ein Konzept für Diesel-Fahrverbote ist auch in der aktuellen Fassung nicht enthalten. München nimmt Strafzahlungen in Kauf.

Stuttgart

Die Fahrverbote erstrecken sich über das gesamte Stadtgebiet (Umweltzone). Betroffen davon sind alle Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 4 und schlechter. Stichtag für auswärtige Fahrzeuge war der 1. Januar 2019, seit 1. April 2019 sind auch Stuttgarter Anwohner betroffen. Sollte im Juli 2019 absehbar sein, dass die Werte bis Jahresende 2019 nicht besser werden, sind ab 1. Januar 2020 auch Diesel mit Euro-5-Norm von den Verboten betroffen.

Ausgenommen von den Fahrverboten sind in Stuttgart zum Beispiel Fahrzeuge zur Versorgung öffentlicher Einrichtungen, Fahrten von Sozial- und Pflege-Diensten, bei medizinischen Notfällen sowie notwendigen regelmäßigen Arztbesuchen oder Fahrten von Schichtdienstleistenden, die nicht auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausweichen können.

Quellen: ACE Auto Club Europa, ADAC

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.