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Vor dem G20-Gipfel in Hamburg - Staatschefs logieren, Gegner campieren

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In einer Woche empfängt Angela Merkel die Staatsoberhäupter der G20 in Hamburg. Logieren werden die Politiker und Politikerinnen in den teuersten Hotels der Stadt. So komfortabel werden die Gipfelgegner nicht unterkommen. Übernachtet wird - ja, wo eigentlich?  

Zum G20-Gipfel am 7. und 8. Juli wird Hamburg zum Zentrum der Weltpolitik. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt werden erwartet – genauso wie Tausende teils gewaltbereite Demonstranten. Schon am Samstag zogen G20-Gegner durch die Stadt.

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Etliche Luxushotels in Hamburg stellen sich vor dem G20-Gipfel auf hohen Staatsbesuch ein. Gänzlich anders sehen die Schlafplätze der Gipfelgegner aus. Zwar jubelten diese, als das Bundesverfassungsgericht ein generelles Verbot des geplanten Protestcamps mit 3.000 Zelten im Stadtpark aufhob. Doch weil der Beschluss Einschränkungen und sogar ein Verbot aus Gründen der öffentlichen Sicherheit nicht ausschließt, geht das Ringen weiter. Diese Alternativen haben die Anti-G20-Demonstranten:

Von Wildcampen bis private Angebote

Im Stadtteil Altona wird ein geplantes Protestcamp zur Hängepartie. Ein Camp im Volkspark müsse die Stadt nicht dulden, entschied das Verwaltungsgericht letzten Mittwoch. Das Gartendenkmal stehe unter besonderem Schutz, das Zelten in öffentlichen Grünanlagen sei verboten. Gegen die Entscheidung legten die Organisatoren Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte.

Gibt es keine offiziellen Camps in der Stadt, wird notfalls wild kampiert, wie Twitter-Nutzer und Protestgruppen unter dem Hashtag #YesWeCamp ankündigen. Auf Anregung der Stadtteilversammlung "St. Pauli selber machen" hat das Globalisierungskritische Netzwerk Attac online eine Bettenbörse eingerichtet. Privatpersonen können dortÜbernachtungsplätze anbieten. Knapp eine Woche vor dem Gipfel ist die Gesamtzahl der Einträge - rund 60 - überschaubar. Die Zahl der verfügbaren Betten ist höher. Unter anderem bietet die Alevitische Gemeinde zwei Schlafsäle an. "Natürlich kann das in keiner Weise auffangen, was die Camps leisten würden", sagt eine Attac-Sprecherin.

Fast alles Zimmer vergeben

Auf der Plattform Couchsurfing bieten "Couchsurfer" in aller Welt kostenlose Unterkünfte an. Rund 40.000 Nutzerprofile weisen Hamburg als Standort aus. Über die Suchfunktion lassen sich mehr als 6.000 mögliche Gastgeber anzeigen, die angegeben haben, während der Gipfeltage Menschen aufnehmen zu können.

Airbnb hat Hochkunktur. Eine knappe Woche vor dem Gipfel sind auf dem Übernachtungsportal fast alle Unterkünfte der Hansestadt während des Gipfels ausgebucht. Bei einem Preis bis 50 Euro pro Übernachtung waren eine knappe Woche vor dem Gipfel noch vier Prozent verfügbar.

Kein besonderen Vorkommnisse vermelden dagegen Jugendherbergen. Protestgruppen hätten sich in Hamburger Herbergen zumindest nicht offiziell angemeldet, sagt eine Sprecherin des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Dennoch seien während des Gipfel-Wochenendes fast alle Zimmer vergeben - vor allem an Touristen. "Die Buchungsstruktur ist ganz normal, die Auslastung um diese Jahreszeit ebenfalls."

Demonstranten sind gut vernetzt

Auch die Hotels der Hansestadt sind während des G20-Gipfels nahezu ausgebucht. Wer eines der verbliebenen Zimmer ergattern will, muss tief in die Tasche greifen. Viele Hotels verlangen während des Gipfel-Wochenendes doppelt so viel Geld wie an anderen Juli-Wochenenden. Für die meisten Demonstranten sei das keine Option, heißt es bei Attac.

Vorteile bietet dagegen "Vitamin-B": Wer in Hamburg Freunde oder Bekannte habe, versuche dort unterzukommen, heißt es von verschiedenen Gruppen. Gelegenheit, sich zu vernetzen, gab es bei zahlreichen Vorbereitungstreffen und Infoabenden - in der Hansestadt und außerhalb.

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