Sie sind hier:

Woche der Vorentscheidung - GroKo? SPD sieht Merkel am Zug

Datum:

Mühsam hat sich die SPD zu Gesprächen mit CDU und CSU durchgerungen. Jetzt richten sich die Augen auf die Union. GroKo ja oder nein? Die Vorentscheidung soll diese Woche fallen.

Angela Merkel, aufgenommen am 07.12.2017 in Berlin
Neuauflage der GroKo? Bei der CDU kommt heute der Vorstand zusammen, um die Linie dafür abzustecken. Quelle: ap

Vor ersten Gesprächen über eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition drängt die SPD die Union zu Zugeständnissen. "Am Ende der Gespräche mit der Union darf es inhaltlich kein Wischiwaschi geben. Dann lohnt es sich nicht, in irgendeiner Form vier Jahre zusammenzuarbeiten", sagte der Sprecher des linken Flügels der Bundestags-SPD, Matthias Miersch der "Berliner Zeitung". "Wir haben Vorschläge gemacht: von den Fragen eines solidarischen Europas, über die Beseitigung der Missstände in der Pflege bis hin zu der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum", fügte Miersch hinzu. "Dazu muss die Kanzlerin sich jetzt verhalten." Er betonte, die SPD wolle "zwischen Großer Koalition und Neuwahlen sämtliche Alternativen gleichrangig auswerten".

"Der Ball liegt jetzt erstmal bei Frau Merkel", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Montag im ARD-"Morgenmagazin". "Wenn sie nicht bereit ist, Milliarden in Bildung zu investieren und den Gesundheits- und Pflegebereich neu aufzustellen (...), dann wird die SPD auch irgendwann sagen, wir können diese Gespräche nicht weiter führen." Eine Konsequenz könnten dann Neuwahlen sein. Klingbeil stellt sich im Falle von Verhandlungen mit der Union über eine Koalition auf Gespräche bis weit ins nächste Jahr hinein ein. "Ich glaube, es wird 'ne Zeit dauern", sagte er am Sonntagabend im ZDF.

CDU-Vorstand will Linie abstecken

Erste Gespräche der Partei- und Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD starten am Mittwoch - neben einer GroKo sind eine Unions-Minderheitsregierung und Neuwahlen Optionen. Bei der CDU kommt am Montag erneut der Vorstand zusammen, um die Linie dafür abzustecken. Nach der Sitzung will Parteichefin Angela Merkel in der anschließenden Pressekonferenz über die Beratungen informieren.

Nachdem sich ein SPD-Parteitag für ergebnisoffene Gespräche über eine Regierungsbildung ausgesprochen und Kernthemen aufgestellt hatte, wiesen führende Politiker von CDU und CSU am Wochenende Kernforderungen der Sozialdemokraten wie die Wiederzulassung des Familiennachzugs für bestimmte Flüchtlinge, Solidarrente und Bürgerversicherung strikt zurück.

Haseloff fordert von SPD "verbale Abrüstung"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte am Sonntagabend in Berlin, nötig sei - auch angesichts internationaler Probleme - eine stabile Regierung über vier Jahre hinweg. "Wir brauchen keine sinnlosen Experimente." Haseloff rief die SPD auf, "verbal abzurüsten" und nicht zu große Hürden aufzustellen. Er sei sich "ziemlich sicher, dass wir große Schnittmengen mit der SPD haben".

CDU-Vize Julia Klöckner forderte die Sozialdemokraten und ihren Vorsitzenden Martin Schulz auf, von Maximalforderungen herunterzukommen. "Mit ihrem Wunschzettel sollten Herr Schulz und seine Partei selbst kurz vor Weihnachten realistisch sein", sagte sie dem "Handelsblatt". "Alte Ladenhüter", die die SPD zuvor nicht habe durchsetzen können, könne sie nach ihrem schwachen Bundestagswahlergebnis "sicher nicht an den Mann bringen", sagte Klöckner. "Als Union werden wir auch nicht den Preis für die innere Unruhe in der SPD zahlen."

SPD will am Freitag über Sondierungsgespräche entscheiden

Nach dem Spitzentreffen von CDU, CSU und SPD am Mittwoch will der SPD-Vorstand am Freitag entscheiden, ob die Partei Sondierungsgespräche mit der Union aufnimmt, die dann Anfang Januar beginnen könnten. Dass es noch vor Weihnachten substanzielle inhaltliche Gespräche oder schon Sondierungen gibt, wird nicht erwartet.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.