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Kirchen rücken Suizid-Prävention in den Fokus

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"Woche für das Leben" - Kirchen rücken Suizid-Prävention in den Fokus

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Die beiden großen Kirchen haben die bundesweite "Woche für das Leben" eröffnet. Sie stellen dabei das Tabu-Thema Suizid ins Zentrum - und widmen sich damit einem sensiblen Problem.

Ökumenischer Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover zur Eröffnung der Aktion "Woche für das Leben"
Ökumenischer Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover zur Eröffnung der Aktion "Woche für das Leben"
Quelle: imago

Die Kirchen wollen Beratungsangebote für suizidgefährdete Menschen bekannter machen und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst zur "Woche für das Leben" in Hannover wurde geleitet vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx.

Beratungsarbeit intensivieren

Kardinal Reinhard Marx (v.l.), EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm, Bischof Ralf Meister und Bischhof Heiner Wilmer am 4. Mai 2019 in der Marktkirche in Hannover
Die Vertreter der Kirchen eröffneten die "Woche des Lebens".
Quelle: dpa

In seiner Predigt würdigte Bedford-Strohm das Wirken kirchlicher Seelsorge- und Beratungsstellen für suizidgefährdete Menschen und ihre Angehörigen. Er forderte zugleich eine noch intensivere ökumenische Zusammenarbeit bei den Hilfsangeboten. "Ob wir als Kirchen in der Zukunft die Herzen der Menschen erreichen, ob wir das wirklich ausstrahlen, wovon wir sprechen, wird sich wesentlich daran entscheiden, ob wir den Menschen den Vorrang geben vor der Pflege unserer konfessionellen Identitäten." Weder Helfer noch Hilfsbedürftige seien zuerst katholisch oder evangelisch, sondern zuerst Mensch.

Wir wollen da sein, wo wir gebraucht werden.
Kardinal Marx

Bedford-Strohm prangerte in seiner Predigt auch ein früheres Versagen der Kirche in Umgang mit Selbsttötungen an. Es sei eine "historische Schuld" der Kirche, dass sie jahrhundertelang Menschen, die sich das Leben genommen haben, "moralisch verdammt hat, dass sie ihnen das Begräbnis verweigert hat, dass sie die Schuldgefühle der Angehörigen damit potenziert hat", sagte der Ratsvorsitzende. Kardinal Marx betonte, es sei dringlichste Aufgabe der Kirchen, jedem Menschenleben nachzugehen. Mit ihren vielfältigen Angeboten von Caritas, Diakonie und Telefonseelsorge leisteten sie konkrete Hilfe: "Wir wollen da sein, wo wir gebraucht werden. Das hat uns Jesus von Nazareth aufgetragen."

Gesellschaft soll aufmerksam sein

Zudem forderte Marx mehr Sensibilität: "Wir appellieren an unsere Gesellschaft um ein wachsames Miteinander, um ein aufmerksames Auge auf den Nachbarn und um ein beherztes Eingreifen, wenn es um die Rettung und Begleitung eines Menschenlebens geht." Suizidprävention gehe alle an. Nach dem Gottesdienst stellten sich in Hannover einzelne Träger und Projekte vor, von der Polizei über die Telefonseelsorge und die Deutsche Bahn bis zur Online-Beratung der Caritas. Dazu gab es Bühnentalks zu verschiedenen Aspekten des komplexen Themas.

Illustration: Suizid
Die Kirche will Suizidprävention stärken.

Rund 10.000 Menschen nehmen sich in Deutschland jedes Jahr das Leben. Laut Schätzungen kommen auf jeden von ihnen durchschnittlich bis zu zehn Angehörige und Freunde, die dessen Tod widerum in eine schwere Krise stürzt. Die "Woche für das Leben" soll Wege für eine bessere Prävention und Versorgung suizidgefährdeter Menschen öffnen. Um das Thema zu enttabuisieren, soll sie zu einer breiten gesellschaftlichen Beschäftigung anregen.

Bundesweit finden in der kommenden Woche zahlreiche Veranstaltungen statt, vor allem in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Begründet wurde die "Woche für das Leben" 1991 von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

Hilfsangebote bei Suizidgefährdung

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