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Wolfgang Ischinger im Interview - "Die Nato ist eine Erfolgsgeschichte"

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Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht die Nato als eine Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig plädiert er für einen neuen Themenschwerpunkt.

"Gewaltiger Fortschritt wurde erzielt, und die Nato ist viel stärker. Die Leute zahlen, und ich bin sehr glücklich darüber."
US-Präsident Trump

Im ZDF-Mittagsmagazin betont der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, die Bedeutung der Nato für Deutschland: "Die Nato ist eigentlich, und das sollte bei diesem 70. Jubiläum auch mal gesagt werden, gerade für uns Deutsche eine unglaubliche Erfolgsgeschichte."

Überschattet werden die Feierlichkeiten durch die anhaltende Diskussion über die gerechte Lastenteilung innerhalb der Nato. Wolfagng Ischinger sieht Probleme: "Ich denke, für Deutschland ist es unbefriedigend, das tatsächlich in Allianzkreisen - nicht nur in Washington - Deutschland als ein Hinterherhinker betrachtet wird, der seine Versprechungen nicht so richtig erfüllen kann oder nicht erfüllen will." So hofft er, dass Deutschland seine Versprechen zumindest "in der Richtung" einlösen könne und gemeinsam mit anderen in Richtung Zwei-Prozent-Ziel strebe.

Gleichzeitig betont der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, dass es weitere Themen gebe: "Gibt es künftig einen Nato-Vorschlag zu neuen Abrüstungsüberlegungen, nuklear, konventionell. Was ist mit China? Muss die Nato sich wieder mit globaleren Themen befassen, angesichts der Großmachtsrivalitäten, die in den letzten Jahren ausgebrochen sind?"

Trump begrüßt Anstieg von Ausgaben

US-Präsident Donald Trump begrüßte am Dienstag, dass die Ausgaben der Mitgliedstaaten zuletzt "raketenartig" gestiegen seien. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstützte die Kritik an der unfairen Lastenverteilung, bei der Trump vor allem Deutschland im Visier hat. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wird am Nachmittag zu dem Jubiläumstreffen in Washington erwartet.

"Gewaltiger Fortschritt wurde erzielt, und die Nato ist viel stärker", sagte der US-Präsident bei seinem Treffen mit Stoltenberg. "Die Leute zahlen, und ich bin sehr glücklich darüber." Der US-Präsident fordert regelmäßig von den Nato-Partnern, den Anteil ihrer Verteidigungsausgaben am Haushalt bis 2024 auf "mindestens zwei Prozent" zu erhöhen. Deutschland strebt bis 2024 eine Erhöhung um 1,5 Prozent an.

Beschwerden zeigen Wirkung

"Die Nato ist ein starkes Bündnis, aber um ein starkes Bündnis zu bleiben, müssen wir fair sein. Und deswegen müssen die Verbündeten mehr in die Verteidigung investieren."
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Nach Angaben Stoltenbergs zeigen die Beschwerden Trumps Wirkung. Die Nato-Staaten würden bis Ende 2020 zusätzliche 100 Milliarden Dollar (88 Milliarden Euro) für die Verteidigung ausgeben. "Die Nato ist ein starkes Bündnis, aber um ein starkes Bündnis zu bleiben, müssen wir fair sein. Und deswegen müssen die Verbündeten mehr in die Verteidigung investieren", sagte Stoltenberg.

Der Nato-Generalsekretär spricht am Mittwoch vor beiden Kammern des US-Kongresses, womit die US-Parlamentarier protokollarisch ihre Wertschätzung für das Bündnis zum Ausdruck bringen. Für den Abend ist ein Festakt in dem Saal geplant, in dem am 4. April 1949 der Nordatlantikvertrag unterzeichnet wurde. Am Donnerstag diskutieren die Außenminister der 29 Mitgliedsstaaten dann unter anderem erneut die "Lastenteilung" und die Verteidigungsausgaben.

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