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Bekanntgabe in Wiesbaden - "Respektrente" ist Wort des Jahres 2019

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Der Begriff "Respektrente" hat das Jahr 2019 am meisten geprägt. Auch "Fridays for Future" und "brexitmüde" schafften es unter die Top Ten der Wörter des Jahres.

Rentner auf Parkbank
"Respektrente" bezeichnet die Rente unterhalb des Existenzminimums für Arbeitnehmer, die 35 Jahre lang berufstätig waren.
Quelle: dpa

"Respektrente" ist das Wort des Jahres 2019. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten "Rollerchaos" und "Fridays for Future".

Bei der Bezeichnung für eine Grundrente für Menschen, die 35 Jahre lang berufstätig waren und eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen, handle es sich um "die Neubildung eines Hochwertworts in der politischen Debatte", erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden. Das Wort "Respektrente" habe daher das Jahr in besonderer Weise charakterisiert, begründete die Jury ihre Entscheidung.

"Rollerchaos" und "Fridays for Future" bilden die Top Drei

"Fridays-for-Future"-Demonstration in Hamburg.
"Fridays-for-Future" belegt Platz drei der Wörter des Jahres.
Quelle: Georg Wendt/dpa/Archivbild

Auf Platz zwei wählte die Jury "Rollerchaos". Die Zulassung von mietbaren E-Rollern in diesem Jahr habe sich in vielen deutschen Städten rasch zu einem Problem entwickelt. Die Roller würden häufig rücksichtslos und verkehrswidrig benutzt und unkontrolliert überall abgestellt.

Der Anglizismus "Fridays for Future", der Platz drei belegt, stehe wie kein anderer Ausdruck für eine junge Generation, die bereit sei, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen. Die vielerorts freitags zur Schulzeit stattfindenden Demonstrationen mit dem Ziel, auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen, seien eines der beherrschenden Themen des Jahres gewesen.

Signifikanz und Popularität entscheidend

Das Wort des Jahres wird seit 1977 regelmäßig gekürt. Gesucht werden laut GfdS Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Dabei sei nicht Häufigkeit entscheidend, sondern Signifikanz und Popularität.

Der neu gebildete Begriff "Schaulästige" schaffte es 2019 auf Rang vier - für die Jury eine originelle Zusammenziehung von schaulustig und lästig. Der "Donut-Effekt" (Platz fünf) sei in diesem Jahr häufiger zu lesen gewesen und beschreibe die Verödung der Innenstädte. Wie bei einem Donut-Gebäck entstehe in der Mitte ein Loch.

Auch Brexit und "Ibiza-Affäre" haben Wörter des Jahres beeinflusst

Großbritannien - Boris Johnson
Laut Einschätzung der Jury sind die Menschen "brexitmüde" - das Wort schaffte es unter die Top Ten.
Quelle: ap

Der kein Ende nehmende Austritt Großbritanniens aus der EU machte die Menschen nach Einschätzung der GfdS-Jury "brexitmüde". Das einzige Adjektiv der 2019er Liste steht auf Platz sechs: Die Bereitschaft, nicht alles ungeprüft hinzunehmen, bringe das Verb "gegengoogeln" (Platz sieben) zum Ausdruck. Platz acht belegte "Bienensterben".

Mit der "Oligarchennichte" (Platz neun) griffen die Sprachexperten ein Thema auf, das vor allem die Österreicher bewegte. Die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen ist eine Hauptfigur der "Ibiza-Affäre", über die der rechtspopulistische österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache stolperte, sodass die Regierungskoalition zerbrach. Platz zehn belegte der Ausdruck "Geordnete-Rückkehr-Gesetz". Er versuche, den Titel "Zweites Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht" zu popularisieren, teilte die GfdS mit.

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