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Nach Eurofighter-Absturz - Wrackteil neben Kindergarten gefunden

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Am Morgen nach dem Eurofighter-Unglück ist ein Wrackteil in der Nähe eines Kindergartens gefunden worden. Es sei Glück, "dass wir so davon gekommen sind", sagt die Kita-Leiterin.

Ein Wrackteil eines Eurofighters liegt auf der Spielwiese eines Kindergartens am 25.06.2019 in Nossentiner Hütte
Ein Eurofighter-Wrackteil liegt auf der Spielwiese eines Kindergartens in der Gemeinde Nossentiner Hütte.
Quelle: dpa

Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte in Mecklenburg-Vorpommern entdeckte das etwa einen halben Meter lange Bauteil auf einem Sportplatz, der an das Kindergartengelände grenzt. "Wir können von Glück reden, dass wir so davon gekommen sind", sagte die Leiterin des Kindergartens. Einige der Kinder hätten den Absturz eines der beiden Kampfjets vom Fenster aus beobachtet. Das stark zerbeulte Teil lag etwa 40 Meter entfernt von den Spielgeräten der Kinder.

Bundeswehrangehörige bargen das Gerät, äußerten sich aber nicht zu dessen Funktion. Bei Luftkampfübungen waren am Montag zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Ein Pilot wurde getötet, der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zivile Opfer gab es nicht.

Politiker fordern Ende der Übungsflüge

Nach dem Absturz hat die Linkspartei ein Ende der militärischen Übungsflüge in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Diese seien "nicht nötig und stellen eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt dar", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Landtagsfraktion, Peter Ritter, in Schwerin. Seine Partei erwarte eine zügige Aufklärung der Ursachen für das Unglück, damit ähnliche Vorfälle verhindert und weitere Gefahren für die Bevölkerung ausgeschlossen werden könnten.

Auch der Bürgermeister der Stadt Waren Norbert Möller (SPD), in deren Nähe die beiden Kampfjets am Mittwoch abstürzten, plädierte für einen Verzicht auf die Übungsflüge. "Viele Touristen haben kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet rings um die Müritz solche Tiefflüge geübt werden", sagte Möller gegenüber dem "Nordkurier".

Überlebender Pilot in gesundheitlich stabiler Lage

Der abgestürzte, aber überlebende Eurofighter-Pilot ist in einer gesundheitlich stabilen Lage. Er wurde nicht lebensgefährlich verletzt. Er sei weiter in einem Rostocker Krankenhaus, den Umständen entsprechend gehe es ihm gut, sagte ein Presseoffizier des Geschwaders 73 "Steinhoff" am Dienstag. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um einen der erfahrensten Fluglehrer der Luftwaffe. Der bei dem Zusammenstoß von zwei Kampfjets am Vortag ums Leben gekommene zweite Pilot sei ein jüngerer Offizier, hieß es. Schlüsse zum Hergang der Unglücks könnten daraus aber nicht gezogen werden.

Mitarbeiter der Flugsicherheit der Bundeswehr am Einsatzort am 25.06.2019 in Nossentiner Hütte
Nach dem Absturz von zwei Eurofightern der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache auf Hochtouren.
Quelle: dpa

Die Flugschreiber seien noch nicht gefunden worden, sagte der Presseoffizier des Geschwaders, das auf dem Luftwaffenstützpunkt Laage bei Rostock stationiert ist. In dieser Woche würden von dort voraussichtlich keine Jets mehr starten. Da die Unglücksursache noch unklar sei, werde der Flugbetrieb ausgesetzt. Auch die Crews müssten den Vorfall erst verarbeiten.

Normalerweise starten die Eurofighter aus Laage etwa 20 Mal pro Tag, hieß es. Das Gebiet, in dem sie fliegen, könne dabei jeden Tag wechseln, da es von der Deutschen Flugsicherung zugewiesen werde. Manchmal werde wie am Montag über der Seenplatte geflogen, manchmal auch über Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Brandenburg, sagte der Sprecher. Der Kommodore des Geschwaders, Oberst Gero von Fritschen, will den Angaben zufolge am Dienstag vorzeitig aus einem Auslandseinsatz zurückkehren und auf dem Stützpunkt eintreffen. Die Flagge wehe auf Halbmast.

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