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Aktenzeichen XY... ungelöst - Die Täter kamen durch die Wand

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Die Szene erinnert an einen Actionfilm: In der Silvesternacht 2017 sprengen sich Einbrecher in den Tresorraum eines Düsseldorfer Goldhändlers. Bis heute sind die Täter unbekannt.

Ein Mann in dunkler Kleidung mit einer Stirnlampe auf dem Kopf steht vor dem Eingang einer künstlich erzeugten Höhle. Er trägt Handschuhe und zieht an mehreren Kabeln, die in der Höhle liegen
Nach dem Einbruch in einen Düsseldorfer Goldhandel ist die Polizei weiter auf der Suche nach den Tätern. Bei "Aktenzeichen XY...ungelöst" wird der Einbruch rekonstruiert.
Quelle: ZDF/SaskiaPavekP

Es war ein fast filmreifer Coup, der in der Silvesternacht 2017 in der Düsseldorfer Innenstadt ablief. Mehrere Täter drangen in den Tresorraum eines Edelmetall-Händlers ein, sprengten zwei Tresore und entkamen mit einer Beute in bis heute unbekannter Höhe. "Wir haben diese Art von Straftaten hier noch nicht gehabt", fasst der zuständige Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Rainer Reinhardt, die Ereignisse zusammen. Mit Hilfe von "Aktenzeichen XY…ungelöst" will er nun die Suche nach den Tätern beschleunigen.

Täter mit genauen Ortskenntnissen

Der Einbruch an Silvester war nicht nur nahezu perfekt vorbereitet, wie die Ermittlungen ergeben haben. Die Täter müssen auch über genaue Kenntnisse des Bebauungsplans im Bereich der Luisenstraße in Düsseldorf-Friedrichstadt verfügt haben. Zudem deutet vieles darauf hin, dass sie auch die Grundrisse der Gebäude kannten. Die Täter drangen nämlich über ein ganz anderes Haus in einer anderen Straße in den Tresorraum des Edelmetallhändlers ein. "Sie müssen viel Zeit in die Vorbereitung investiert haben. Denn man kann das von außen nicht erkennen, weil beide Gebäude sehr weit auseinander liegen. Dass sie nur durch eine Wand getrennt sind, das muss man wissen", beschreibt Kommissar Reinhardt das Vorgehen der Täter.

Einbruch mit schwerem Gerät

Der Einbruch nahm seinen Anfang in einem Parkhaus in der Nähe des Edelmetall-Händlers. Von dort aus stemmten die Täter mit Schlagbohrern ein ausreichend großes Loch in die Wand, um schließlich bis in den Tresorraum zu gelangen. Die Alarmanlage des Edelmetall-Händlers hatten sie bereits wenige Stunden zuvor lahmgelegt. Offensichtlich wussten sie, dass diese an das Telefonnetz des Händlers gekoppelt war. Sie durchtrennten die Telefonleitungen, die von der Straße ins Gebäude führten. Auch dies war akribisch geplant und wohl nur möglich bei entsprechender Kenntnis, wo die Leitungen verlegt wurden.

Um zu vermeiden, dass die Sprengung der Tresore von Passanten außerhalb des Gebäudes gehört wurde, begannen die Täter damit erst kurz nach Mitternacht, als das große Feuerwerk schon in vollem Gang war. Ein Komplize zündete zudem auf der Straße zeitgleich zwei schwere Böller, um vom Einbruch abzulenken. Nach gut vier Stunden beendeten die Männer ihre Aktion.

Hinweise auf Verbindung zu Einbruch in Berlin

Die Polizei konnte relativ schnell wichtige Erkenntnisse über das Vorgehen der Täter gewinnen, vor allem weil die Einbrecher zwei Zeugen aufgefallen waren, als sie das Parkhaus verließen, von dem aus sie den Einbruch gestartet hatten. Die weiteren Ermittlungen förderten schließlich auch eine wichtige Parallele zu einem Einbruch in Berlin-Charlottenburg zu Tage. Dort wurde am 2. April 2017, also rund neun Monate vorher, ebenfalls bei einem Edelmetallhändler eingebrochen. Und auch in Berlin gelang es den Tätern, vorher die Alarmanlage auszuschalten.

In "Aktenzeichen XY…ungelöst" werden die Ermittler fahndungsrelevante Details und Spuren vorstellen: So haben die Täter zum Beispiel ihre Werkzeugtasche mit einem schweren Bohrhammer zurückgelassen, ebenso gibt es Hinweise auf ihr Aussehen und die von ihnen genutzten Fahrzeuge. Über die Höhe der Beute können hingegen bis heute keine genauen Angaben gemacht werden. Denn die Täter räumten auch viele private Schließfächer aus, deren Inhalt unbekannt ist.

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