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"Die Zerstörung der CDU" - Youtuber greift Parteien an

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Der Youtuber Rezo arbeitet sich an den Parteien ab, sein Video geht viral. Die CDU nennt den Youtuber "nicht wirklich seriös".

In einem fast eine Stunde langen Video nimmt YouTuber „Rezo“ die Politik der CDU auseinander. Die Generalabrechnung mit der Regierungspartei wurde bislang über dreieinhalb Millionen mal aufgerufen. Die CDU hält dagegen und will antworten.

Beitragslänge:
3 min
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Mehrere hundert Arbeitsstunden habe er in dieses Video gesteckt, sagt Rezo. "Das Ergebnis hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt." Das Video, es ist eine Abrechnung mit der etablierten Politik, vor allem mit der CDU. Das Ergebnis: mehr als drei Millionen Klicks in wenigen Tagen.

Rezo, der nur unter seinem Künstlernamen auftreten möchte, ist auf Youtube bislang mit musikalischen und komödiantischen Beiträgen aufgefallen. Jetzt also Politik. "Die Zerstörung der CDU", so hat er sein Video genannt. 55 Minuten lang rechnet er darin ab, es geht um die Wirtschaft, das Klima, die Außenpolitik. "Primär hatte ich den Drang, Leute aufzuklären, dass ein politischer Diskurs angekurbelt wird und dass die Leute miteinander in eine Diskussion kommen", sagt Rezo. Das ist ihm offenbar gelungen.

Aufregung in der CDU: "Nicht seriös"

Bei der CDU herrscht Aufregung wegen der großen Resonanz, so kurz vor der Europawahl. "Wir nehmen so ein Video absolut ernst und setzen uns damit auseinander", sagt Generalsekretär Paul Ziemiak im ZDF-Interview. "Deshalb habe ich es mir ganz genau angeschaut und habe mir auch die Belege angeschaut. Er vermischt dort vieles und er bleibt ungenau. Er liefert einfache Antworten auf komplexe Fragen. Und das ist nicht wirklich seriös." Auf 13 Seiten hat Rezo Quellenangaben zusammengetragen, verweist darin auch auf seriöse Medien. Dennoch sieht er sein Video nicht als journalistisches Werk. "Es ist irgendwo zwischen Meinungsbeitrag und Abschlussarbeit", sagt der Youtuber.

Tatsächlich lässt Rezo in seinem Video vieles weg, was nicht in seine Argumentation passt. Dass sich die Arbeitslosigkeit etwa auf einem Tiefstand befindet, dass es realpolitische Gründe für die Zusammenarbeit Deutschlands mit den USA gibt - solche Positionen kommen in seinem Video nicht vor. Rezo spitzt zu, wählt dafür auch gern eine derbe Sprache.

Experten sehen Indizien für neuen Generationenkonflikt

Standbild:B. Pörksen: "Erregte Gesellschaft"
Medienwissenschaftler Pörksen: "Diejenigen, die man früher 'das Publikum' genannt hat, sind selbst medienmächtig geworden."
Quelle: ZDF

Rezo dürfte mit seinem Video vor allem junge Menschen erreichen, darunter wohl auch viele Erstwähler. Darin, sagt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen, zeige sich die Macht der Influencer. "Diejenigen, die man früher 'das Publikum' genannt hat, sind selbst medienmächtig geworden. Es ist ein Youtuber, der seine politische Kritik loswird. Und es sind Mitglieder des Publikums, die klicken, liken, dieses Video verbreiten, es viral teilen."

Die Aufmerksamkeit, die das Video bekommt, sei ein Indiz für einen "sich andeutenden Generationenkonflikt", so Pörksen weiter. "Auf der einen Seite ist die Welt der etablierten Parteien, der etablierten politischen Institutionen. Und auf der anderen Seite sind junge Leute, die Wut haben, die auf die Straße gehen, gegen die Klimapolitik demonstrieren. Sie vernetzen und organisieren sich mithilfe der neuen Medien."

Mittlerweile ist bestätigt, dass die CDU mit einem eigenen Video reagieren will. Als Protagonist soll darin der junge CDU-Politiker Philipp Amthor auftreten. Es soll im Laufe des Tages veröffentlicht werden.

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