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Kindesmissbrauch - Zahl der Beschuldigten im Fall Lügde gestiegen

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Neue Informationen im Missbrauchsskandal Lügde: Die Zahl der Beschuldigten ist auf neun gestiegen. Ermittler haben 11.000 kinder- und jugendpornografische Videos sichergestellt.

Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde, aufgenommen am 11.04.2019
Abriss auf dem Campingplatz in Lügde. Archivbild.
Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde ausgeweitet. Die Zahl der Beschuldigten hat sich inzwischen auf acht erhöht. Seit Mitte April ermitteln die Behörden gegen einen 21-Jährigen mit geistigen Einschränkungen, der in einer Behinderteneinrichtung lebt. Der 21-Jährige könnte selbst Opfer geworden sein. "Es wurde ein Mobiltelefon sichergestellt. Die Auswertung dauert noch an", heißt es in einem vertraulichen Bericht der Staatsanwaltschaft, der dem ZDF vorliegt.

Ein Verfahren gegen die Mutter eines Geschwisterpaares, das zu den Opfern gehört, wurde inzwischen eingestellt. Bei der Mutter eines Opfers bestand zunächst der "Anfangsverdacht einer Beihilfe zum sexuellen Missbrauch" an einer Neunjährigen. Zudem laufen Ermittlungen gegen zwei Polizeibeamte und sieben Mitarbeiter von Jugendämtern.

Tausende Fotos und Videos sichergestellt

Aus dem Bericht geht ebenfalls hervor, dass die Auswertung der beschlagnahmten Dateien inzwischen "zu circa 80 Prozent abgeschlossen" ist. Knapp fünf Millionen Foto- und 218.000 Videodateien wurden ausgewertet, "wobei circa zwei Drittel der Dateien gelöscht waren und wiederhergestellt werden mussten." Circa 31.000 Bilder und 11.000 Videos sind der Kinder- und Jugendpornografie zuzuordnen, davon allein 26.500 Bilder und 10.300 Videos, die dem inhaftierten Beschuldigte Heiko V. gehört haben sollen. Selbst erstellte Dateien seien nur bei den ebenfalls inhaftierten Andreas V. (Zwei Videos) und Mario S. (Sechs Bilder und ein Video) gefunden worden.

Auf dem Campingplatz im lippischen Lügde soll der 56-jährige Dauercamper Andreas V. mit einem Komplizen über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wurden bislang über 40 Opfer. Bei der Aufdeckung des massenhaften Kindermissbrauchs war es zu zahlreichen Fehlern und Versäumnissen der Polizei gekommen. Unter anderem sind 155 CDs und DVDs aus der Obhut der Polizei verschwunden und weitere Beweismittel übersehen worden.

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