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Suche nach Nahles-Nachfolger - SPD-Vorsitz: Wer sich bis jetzt traut

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Die SPD ist angeschlagen wie nie und sucht eine neue Führung. Bis 1. September läuft die Frist. Die Zahl der Bewerber steigt langsam, Spitzenpolitiker halten sich weiter zurück.

drei spd-logos sind im hintergrund eines rednerpultes zu sehen.
Die SPD sucht nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles eine neue Spitze.
Quelle: Dpa

Nach diversen Politikern aus Bund, Ländern und Kommunen hebt auch der Berliner Start-up-Unternehmer und Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier jetzt die Hand für den SPD-Vorsitz. In den kommenden Wochen will Maier für seine geplante Kandidatur die nötige Unterstützung organisieren. Erste positive Signale habe er bereits erhalten.

Bewerben können sich um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles noch bis zum 1. September sowohl Kandidaten-Duos als auch Einzelpersonen. Um aber überhaupt nominiert zu werden, muss zunächst eine formale Hürde genommen werden. Notwendig ist dazu die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken oder einem Bezirk oder Landesverband.

SPD-Spitzenpolitiker halten sich zurück

Generalsekretär Lars Klingbeil ließ eine mögliche Bewerbung dagegen weiterhin offen. "Ich werde meine Entscheidung zum gegebenen Zeitpunkt dann treffen und sie dann noch öffentlich verkünden", sagte Klingbeil am Rande eines Termins im brandenburgischen Landtagswahlkampf. Weiter machte er im Sender n-tv deutlich, dass er eine Doppelspitze der Partei befürworten würde: "Ich glaube auch, dass die Zeit reif ist dafür, und ich finde, das ist meine persönliche Meinung, dass die SPD von einem Team geführt werden sollte." Die Entscheidung darüber solle aber die Basis in einer Mitgliederbefragung fällen.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der immer wieder als möglicher neuer Parteichef im Gespräch ist, äußerte sich erneut ablehnend: "Ich gehe davon aus, dass ich nicht kandidieren werde." Das stehe nicht an, "ich erwarte das nicht", fügte er hinzu.

Robert Maier strebt "Mitte-Mitte-Links"-Kurs an

mitgruender und vizepraesident des spd-wirtschaftsforums. der 39-jaehrige start-up-unternehmer hat heute seine kandidatur fuer den spd-vorsitz bekanntgegeben.
Robert Maier
Quelle: dpa

Der neue Bewerber Maier forderte einen Kurswechsel der SPD. "Ich möchte eine klare Positionierung Mitte-Mitte-Links mit einem starken Rechtsstaat und einem starken Sozialstaat und Zukunftsoptimismus, den die SPD dann hoffentlich wieder in die Bevölkerung übertragen kann", sagte er im Interview mit Reuters-TV. Er kritisierte, die SPD würde "die Sorgen vieler Menschen, die sich um Migration, Gewalt und Kriminalität drehen, nicht ausreichend ernst nehmen", was auch den Zulauf zur AfD erkläre. Einen "Linksruck" der SPD lehnte Maier ab.

Mit Blick auf die Wirtschaft forderte er Zukunftsoptimismus: Digitalisierung und neue Technologien böten erhebliche Chancen zum Wohle der Menschheit und der Wirtschaft. Die SPD solle Zukunftstechnologien als Möglichkeit zur Verbesserung der Lebensqualität begreifen und den Menschen die Angst davor nehmen.

Ahrens und Lange: "Die Kommunalebene ist am Zug"

Simone Lange und Alexander Ahrens
Simone Lange und Alexander Ahrens
Quelle: dpa

Im Duo tritt der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens mit Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange an. Sie setzen sich zum Ziel, der Partei Glaubwürdigkeit zurückzubringen und ein unverwechselbares Profil zu verleihen. Bürgermeister und ehrenamtliche Kommunalpolitiker leisteten Basisarbeit. "Umso wichtiger ist es nun, aus diesen Kommunen heraus Verantwortung für unsere Partei zu übernehmen, sie zu erneuern und die drängenden und wichtigen Themen unserer Zeit auf die Tagesordnung zu setzen", sagte Ahrens. Drängendste Themen seien die soziale Sicherheit, menschzentrierte Klimapolitik und die Demokratie.

Kampmann und Roth: SPD als linke Volkspartei

Christina Kampmann und Michael Roth. Archivbild
Christina Kampmann und Michael Roth
Quelle: Guido Kirchner/Sina Schuldt/dpa

Das Bewerberduo Christina Kampmann und Michael Roth sieht die Zukunft der SPD als linke Volkspartei. Investitionen in bezahlbaren Wohnraum statt Schuldenbremse, Kampf gegen Rechtsextremismus und die Stärkung der Daseinsvorsorge seien in ihrem bereits angelaufenen Wahlkampf für den geplanten SPD-Mitgliederentscheid bisher Schwerpunkte gewesen, berichtete die frühere NRW-Familienministerin Kampmann. Die Ministerin und der Außen-Staatsminister Roth fordern zudem eine 25-Stunden-Woche bei gleichem Gehalt. Anders als die anderen Bewerber haben Kampmann und Roth bereits die formale Hürde genommen, um für die SPD-Spitze nominiert zu werden.

Lauterbach und Scheer: "Sozial. Ökologisch. Klar"

Nina Scheer und Karl Lauterbach am 18.047.2019 in Berlin
Nina Scheer und Karl Lauterbach
Quelle: dpa

Die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer werben für sich mit den Schlagworten "Sozial. Ökologisch. Klar". Als langjähriger Gesundheitsexperte seiner Fraktion ist Lauterbach unter den bisherigen Bewerbern wohl noch der bekannteste. Scheer widmet sich vor allem umwelt- und energiepolitischen Fragen. Beide fordern zudem ein Ende der großen Koalition.

Hans Wallow kritisiert Auswahlverfahren

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Hans Wallow. Archivbild
Hans Wallow
Quelle: Privat/Hans Wallow/dpa

Ein weiterer Bewerber ist der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow. Über seine inhaltliche Ausrichtung ist kaum etwas bekannt. Dass er die nötige Unterstützung für die formale Zulassung sammeln kann, erscheint fraglich. Er kritisierte das bestehende Auswahlverfahren. Die vorgeschriebene Mindestunterstützung nehme den Ortsvereinen ihr Vorschlagsrecht und drücke Angst vor der Basis aus, schrieb Wallow im "Blog der Republik".

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