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Golf von Guinea - Mehr Piratenangriffe vor Westafrika

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Sie entführen Schiffe, nehmen Geiseln, erpressen Lösegeld: Seepiraten. Die Angriffe, vor allem in den Gewässern vor Westafrika, haben jüngsten Zahlen zufolge deutlich zugenommen.

Archiv: Festnahme mutmaßlicher Piraten am 15.12.2012 vor Somalia
Festnahme mutmaßlicher Piraten vor Somalia (Archivbild)
Quelle: imago

Das Internationale Schifffahrtsbüro der Internationalen Handelskammer (ICC) zählte 201 Fälle, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht. Im Jahr davor waren 180 Angriffe registriert worden. Schwerpunkt der Piraterie ist Westafrika. Die Zahl der Übergriffe im Golf von Guinea habe sich mehr als verdoppelt, hieß es weiter. Alle der sechs weltweit gemeldeten Schiffsentführungen hätten sich in den Gewässern zwischen der Elfenbeinküste und dem Kongo ereignet. 13 von weltweit 18 beschossenen Schiffen hätten sich in diesem Seegebiet befunden.

Schiffe geentert, Besatzungen entführt

Auch 130 der 141 Geiselnahmen und 78 von 83 entführten Seefahrern mit Lösegeldforderung gingen auf das Konto der Piraten im Golf von Guinea. Im letzten Quartal 2018 habe es einen signifikanten Anstieg von Gewalt in Westafrika gegeben. Seeräuber hätten Schiffe weit außerhalb der Hoheitsgewässer geentert und Besatzungen entführt.

Karte von Westafrika mit Nigeria und der Republik Kongo
Schwerpunkt der Piraterie ist Westafrika.
Quelle: ZDF

Allein in den Gewässern vor Nigeria habe es in den letzten drei Monaten des Jahres 41 Entführungen gegeben. So seien Ende Oktober mehrere Besatzungsmitglieder eines Containerschiffs entführt worden, 70 Seemeilen von der nigerianischen Insel Bonny Island entfernt. Zwei Tage später hätten nigerianische Piraten einen Tanker entführt, der 100 Seemeilen vor der kongolesischen Hafenstadt Point-Noire unterwegs war.

Gefahr am Horn von Afrika

"Es besteht dringender Bedarf an verstärkter Zusammenarbeit und Austausch von Informationen zwischen den Anrainerstaaten des Golfs von Guinea", sagte ein Sprecher des Schifffahrtsbüros. Auch vor dem ostafrikanischen Somalia müssen Schiffsbesatzungen weiter auf der Hut sein. Die Situation vor der Küste Somalias sie aber durch die EU-Mission "Atalanta" derzeit relativ ruhig, teilte das ICC weiter mit.

Im Golf von Aden hätten Piraten einen größeren und einen kleineren Tanker sowie einen großen Frachter mehr als 300 Kilometer vor der Küste beschossen. Die ständige Präsenz der europäischen und internationalen Marineeinheiten am Horn von Afrika sei weiterhin wichtig, betonte das Schifffahrtsbüro.

In den südostasiatischen Seegebieten von Indonesien, Malaysia und den Philippinen verbesserte sich die Sicherheit. Die Patrouillen der indonesischen Marinepolizei, aber auch der Einsatz der philippinischen Küstenwache zeigten Wirkung.

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