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Zahl der Amazonas-Waldbrände gesunken

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Brände in Brasilien - Zahl der Amazonas-Waldbrände gesunken

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Die Amazonas-Brände haben weltweit für Aufsehen gesorgt - inzwischen ist die Zahl der Waldbrände gesunken. Doch nun brennt Brasiliens Pantanal, das größte Sumpfgebiet der Welt.

Verkohlte Baumstämme im Dschungel von Amazonas.
Zwischen Januar und September hat es im Amazonasgebiet 66.750 Brände und damit fast so viele wie im gesamten Jahr 2018 gegeben.
Quelle: Reuters

Nach heftiger internationaler Kritik an der Zerstörung der Amazonaswälder ist die Zahl der Brände in dem Gebiet im Norden Brasiliens nach Behördenangaben im Oktober auf ein Rekordminimum gesunken. Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (Inpe) gab die Zahl der Waldbrände in dem Gebiet für den vergangenen Monat mit 7.855 an. So wenige Waldbrände hat es im Amazonas-Regenwald im Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998 nicht gegeben.

Zahl der Waldbrände im Oktober um 26 Prozent gesunken

Das Institut zählt die Waldbrände in Brasilien jeden Monat auf der Grundlage von Satellitenaufnahmen. Im September hatte die Zahl in dem Gebiet mit mehr als 19.000 Bränden noch um 60 Prozent höher gelegen, im August wurden 30.901 Brände im Amazonas-Becken registriert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug der Rückgang im Oktober immerhin 26 Prozent. Eine Erklärung für die gesunkene Zahl an Bränden gab Inpe nicht.

Im Vergleich allerdings zum Vorjahreszeitraum ist ein Anstieg der Brände zu verzeichnen: Vor zwei Wochen teilte das Institut mit, dass es zwischen Januar und September im Amazonasgebiet 66.750 Brände und damit fast so viele wie im gesamten Jahr 2018 gegeben habe. In den vergangenen Monaten erhöhte sich die Zahl der Brände im größten Tropenwald der Welt somit um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Amazonas-Wälder spielen eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung des globalen Klimas. Wegen der zahlreichen Brände in der Region war Brasiliens Präsident Bolsonaro in den vergangenen Monaten daher international unter Druck geraten. Am 23. August unterzeichnete er schließlich ein Dekret für einen Armeeeinsatz gegen die Brände am Amazonas. Zugleich wies er die Kritik aus aller Welt an seiner Regenwald-Politik als Angriff auf Brasiliens Souveränität entschieden zurück.

Pantanal - die schlimmsten Brände seit Jahren

Karte: Pantanal
Im brasilianischen Pantanal wüten derzeit die schlimmsten Brände seit Jahren.
Quelle: ZDF

Derzeit wüten im brasilianischen Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, die schlimmsten Brände seit Jahren. Allein im Oktober gab es laut Inpe 2.430 Brände - mehr als 20 Mal so viele wie im Vorjahresmonat, als nur 120 Feuer gezählt wurden. Schlimmer war die Lage nur im Oktober 2002, als 2.761 Feuer registriert wurden.

Rund 122.000 Hektar Land sind von den derzeitigen Bränden betroffen. Der Umfang der durch Brände verwüsteten Gebiete im Pantanal hat sich den Angaben zufolge binnen einer Woche mehr als verdoppelt - von 50.000 auf 122.000 Hektar. Damit sind die zerstörten Flächen größer als die brasilianische Metropole Rio de Janeiro. Örtliche Medien zeigten Bilder aus den Brandgebieten mit verkohlten Tierkadavern, insbesondere von Kaimanen.

Das Pantanal erstreckt sich auch auf den Bundesstaat Mato Grosso und die Nachbarländer Bolivien und Paraguay. In dem artenreichen Ökosystem gibt es 500 Vogel- und 260 Fischarten sowie viele Säugetiere und Wasserpflanzen.

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