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Einer der größten Arbeitgeber Deutschlands

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Einer der größten Arbeitgeber Deutschlands

Die Awo startete die Studie im Jahr 1999. Symbolbild
Die Arbeiterwohlfahrt unterhält über über 18.000 Einrichtungen und Dienste für Menschen, die Hilfe brauchen.
Quelle: Holger Hollemann/dpa

  • Mitglieder und Einrichtungen

Der SPD-nahe Wohlfahrtsverband AWO wird bundesweit getragen von 317.767 Mitgliedern, 230.873 hauptamtlichen und 73.753 ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Die AWO unterhält in allen Bundesländern über 18.000 Einrichtungen und Dienste bzw. Dienstleistungen. Sie ist Trägerin von über 2.100 Heimen, darunter: Altenpflegeheime, Heime und Wohngemeinschaften für Behinderte sowie psychisch Kranke, Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätten, Frauenhäuser, Erholungs- und Kurheime.

  • Selbsthilfe und Beratung

Im Rahmen der AWO sind zudem über 3.500 Selbsthilfe-, Helfer- und andere Gruppen bürgerschaftlichen Engagements tätig, in Seniorengruppen genauso wie in der Jugendarbeit. Hinzu kommen Tagesstätten für alte Menschen, Auskunfts- und Beratungsstellen (zum Beispiel für Ausländer, Arbeitslose, Familien, Schwangere, Alte, Behinderte), ambulante Pflegedienste, Tages- und Werkstätten für Arbeitslose. Außerdem hat die AWO einen eigenständigen Kinder- und Jugendverband. Das Bundesjugendwerk der AWO veranstaltet für die haupt- und ehrenamtlich Engagierten Arbeitstagungen, Seminare und Treffen.

  • Bundesverband der AWO

Der AWO-Bundesverband vertritt die fachpolitischen Interessen des Gesamtverbandes auf der bundespolitischen und der europäischen Ebene. Er nimmt darüber hinaus die Außenvertretungen in Stiftungen, Hilfswerken, anderen Fachverbänden und Netzwerken auf der nationalen und europäischen Ebene wahr. Der Bundesverband ist die Zusammenfassung aller 30 Landesgliederungen und Bezirksverbände der Arbeiterwohlfahrt. Die AWO-Gliederungen finden sich in Übereinstimmung mit den politischen Grenzen der Gemeinden, Städte, Kreise und Länder.

  • Landesverbände und Ortsvereine

Die AWO gliedert sich bundesweit in 30 Bezirks- und Landesverbände, 403 Kreisverbände und 3.435 Ortsvereine. Seit November 2008 hat die AWO einen hauptamtlichen Vorstand und ein ehrenamtliches Präsidium. Wolfgang Stadler ist seit 2010 Vorsitzender des Vorstands. Die AWO gilt als gemeinnützig und finanziert sich ganz überwiegend aus staatlichen Zuwendungen.

  • Hilfe für Kriegsgeschädigte

Marie Juchacz
Marie Juchacz
Quelle: dpa

Die Arbeiterwohlfahrt wurde am 13. Dezember 1919 auf Initiative von Marie Juchacz, die zu den ersten Frauen in der Nationalversammlung gehörte, als "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD" gegründet. Zunächst versuchte sie, vor allem die Not der durch den Ersten Weltkrieg Geschädigten zu lindern, indem sie Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten zur Selbsthilfe und Beratungsstellen einrichtete. Später entwickelte sie sich zu einer Hilfsorganisation für alle sozial bedürftigen Menschen. Nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler wurde nach einem erfolglosen Versuch, die AWO gleichzuschalten, die Arbeiterwohlfahrt aufgelöst und verboten.

  • Neugründung nach dem Krieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die AWO 1946 in Hannover als parteipolitisch und konfessionell unabhängige Hilfsorganisation neu gegründet. In der DDR wurde sie nicht zugelassen. Seit der Wiedervereinigung ist die Arbeiterwohlfahrt im gesamten Bundesgebiet tätig. Der Sitz des Bundesverbandes befindet sich in Berlin. Die Arbeiterwohlfahrt sieht sich selbst den Grundwerten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit verpflichtet. Mit ihrer 100-jährigen Geschichte zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland.

  • Unklare Finanzierungen

Aktuell produziert die AWO insbesondere in Frankfurt und Wiesbaden Negativschlagzeilen. Es geht um zweifelhafte Geldströme zwischen den AWO Kreisverbänden Frankfurt am Main und Wiesbaden, üppige Gehaltszahlungen sowie unrechtmäßige Abrechnungen von Kosten für zwei Flüchtlingsheime. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nach Kritik an überhöhten Gehältern und teuren Dienstwagen bei der Frankfurter AWO ist der langjährige Geschäftsführer Jürgen Richter einen Tag vor dem 100-jährigen AWO-Jubiläum zurück getreten.

  • Ermittlungen wegen Unregelmäßigkeiten

Im Oktober 2018 ergaben Nachforschungen des Landesrechnungshofs Mecklenburg-Vorpommern, dass der AWO-Kreisverband Schwerin-Parchim eine Kindertagesstätte auf Mallorca unterhält. Ungeklärt blieb hierbei die Herkunft der Finanzierungsmittel, und welche Einnahmen daraus erzielt werden. Seit 2016 wird über Unregelmäßigkeiten im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern berichtet. Die Staatsanwaltschaften in Schwerin und Neubrandenburg ermitteln gegen drei frühere Geschäftsführer des Verbandes wegen des Verdachtes auf Untreue und teilweise schwere Untreue. Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern setzte daraufhin einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Vorwürfen ein, der seit Februar 2017 tätig ist.

Mit Material von dpa.

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