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Afghanistan - Zahlreiche Tote bei Taliban-Anschlägen

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Bei einer Serie von Taliban-Anschlägen in Afghanistan sind mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Der folgenschwerste Angriff ereignete sich in der Provinz Paktia. Dort sprengten sich die Attentäter an einem Polizeitrainingszentrum in die Luft und rissen 41 Menschen in den Tod.

Erst kamen die Selbstmordattentäter, dann schossen sich bewegliche kleine Kämpfergruppen den Weg frei. In mindestens vier afghanischen Provinzen haben die Taliban in der Nacht und am Morgen so Sicherheitskräfte und Regierung angegriffen.

Über 150 Verletzte

Bei einem der schwersten Überfälle in diesem Jahr auf ein Polizeitrainingszentrum in der Hauptstadt der ostafghanischen Provinz Paktia, Gardes, kamen 21 Sicherheitskräfte, darunter der Polizeichef der Provinz, sowie 20 Zivilisten ums Leben. Das sagte der stellvertretende Innenminister, General Murad Ali Murad. 48 Sicherheitskräfte und zahlreiche  Zivilisten seien verletzt worden. Viele der Zivilisten hatten am nahen Polizeihauptquartier angestanden, um Pässe oder Personalausweise abzuholen.

Auch die insgesamt sieben Attentäter starben. Einer hatte sich mit einer Autobombe in die Luft gesprengt, ein zweiter mit einer Sprengstoffweste, bevor die anderen fünf kurz darauf bei einer Schießerei im Trainingszentrum getötet wurden.

Mehrere Angriffe in der Nacht

Schon in der Nacht hatten in der an Paktia angrenzenden Provinz Gasni rund 300 Taliban das Zentrum des Bezirks Andar angegriffen, wie Bezirksgouverneur Mohammed Disiwal sagte. General Murad vom Innenministerium sagte, dass hier 25 Sicherheitskräfte und fünf Zivilisten getötet worden seien.

Auch in der westafghanischen Provinz Farah rückten Taliban in der Nacht vor und eroberten kurzzeitig das Zentrum des Bezirks Schibkoh. Die Leiterin des Provinzrats, Jaimila Amini, sagte, bei den Gefechten seien vier Polizisten getötet worden.

Handgranaten auf Polizeiposten

Eine Talibanoffensive gab es nach laut General Murad in der Nacht auch in einem Bezirkszentrum der Ostprovinz Wardak. Hier zündeten Taliban auch zuerst eine Autobombe und schickten dann Kämpfer. Der Angriff wurde abgewehrt, aber drei Polizisten starben. Zu Opfern unter Taliban gab es in allen Fällen nur unvollständige Berichte. Am Abend warfen dann in der Hauptstadt Kabul unbekannte Täter mehrere Handgranaten auf einen Polizeiposten im Regierungsviertel.

Dabei sei ein Zivilist ums Leben gekommen, sagte der Leiter des Kriminalamtes der Stadt, Mohammad Salim Almas. Drei Polizisten seien verletzt.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit Ende der NATO-Kampfmission und Abzug der meisten internationalen Soldaten Ende 2014 drastisch verschlechtert. Die USA und einige NATO-Staaten wollen nun wieder einige Tausend zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken. Die USA haben Luftangriffe auf Taliban stark verschärft.

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