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ZDF-Interview mit Björn Höcke - Frey: "Wir wollten keinen Eklat"

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Ein abgebrochenes ZDF-Interview von Björn Höcke schlägt hohe Wellen. Auch, weil Höcke eine Drohung ausspricht. ZDF-Chefredakteur Frey findet, die AfD müsse jetzt reagieren.

Der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke hat ein ZDF-Interview abgebrochen. "Ausgerechnet als wir über das Thema Demokratie sprechen wollten, hat er das Interview abgebrochen – wir haben das bedauert", so ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

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ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat die AfD aufgefordert, sich zu dem abgebrochenen Höcke-Interview mit der Sendung "Berlin direkt" zu verhalten. "Ich finde die Frage wichtig: Was schließt eigentlich die Partei, die AfD, selber daraus?", sagt Frey. "Deckt man das? Oder distanziert man sich davon?"

Höcke stelle in dem am Mittwoch in Erfurt geführten Interview die Rolle von Journalisten in Deutschland in Frage. Von daher stelle sich die Frage, ob die Partei das laufen lasse, weil Björn Höcke die Aussicht habe, ein erfolgreicher AfD-Spitzenkandidat in Thüringen zu sein.

Frey: "Das ist eine Drohung, ja"

Höcke hatte das Interview abgebrochen und "massive Konsequenzen" angekündigt. Die Frage, ob das eine Drohung seitens Björn Höcke sei, beantwortet Frey mit: "Das ist eine Drohung, ja." Er betont zugleich, dass das ZDF keine Skandalisierung des Interviews beabsichtigt habe. "Wir wollten keinen Eklat. Wir wollten einen Beitrag, der sich mit der Sprache der AfD, der Sprache von Björn Höcke auseinandersetzt", so Frey.

Sehen Sie hier das komplette Gespräch mit Björn Höcke als Video.

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Dieses Thema habe die Partei selber gesetzt. Im Jahr 2017 hat sie dazu ein Gutachten erstellen lassen. Dieses Gutachten hatte Höcke eine "Wesensverwandtschaft mit den Reden im Nationalsozialismus" attestiert.

Frey: Veröffentlichung war die "transparenteste Lösung"

Über die Frage, ob das komplette Interview veröffentlicht werden sollte oder nicht, habe sich das ZDF intensiv Gedanken gemacht. Die Veröffentlichung sei die transparenteste Lösung gewesen, auch für die Zuschauer. So habe jeder und jede sehen können, was passiert sei. Eine Entscheidung, die der Deutsche Journalistenverband (DJV) unterstützt.

Björn Höcke sei eine Person des öffentlichen Lebens, sagt der DJV-Vorsitzende Frank Überall. "Wenn er sich dort explizit äußert, dann ist es in der Abwägung durchaus möglich, zu dem Schluss zu kommen, dass das so relevant ist, dass es gesendet werden muss."

Markieren, wenn rote Linien überschritten werden

Die Frage, ob die Veröffentlichung des kompletten Interviews der AfD nutzt, ob es sich um Wahlkampfhilfe handelt oder nicht, nennt Peter Frey "nicht die wichtigste" Frage. "Wir haben einen Auftrag. Wir müssen uns mit der AfD auseinandersetzen", sagt er. Die AfD sei in allen Landtagen und im Bundestag vertreten.

Natürlich müsse man darüber berichten, was die Partei sage und ihre Positionen in den Parlamenten hinterfragen. "Daran kommen wir nicht vorbei. Wir kommen aber auch nicht daran vorbei, zu markieren, wenn rote Linien überschritten werden." Rote Linien seien unter anderem antisemitische oder ausländerfeindliche Zungenschläge.

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