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ZDF-Dokumentation "Unantastbar" - Chinas totale Kontrolle

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Zum 70. Geburtstag der Menschenrechte machen Angela Andersen und Claus Kleber eine globale Bestandsaufnahme. In China gehört digitale Überwachung zum Alltag. Doch zu welchem Preis?

Der digitale Überwachungsstaat ist machbar - und teils bereits Realität. Gerade in China, wo die Begeisterung für den wirtschaftlichen und technischen Fortschritt Hand in Hand mit einem totalitären Machtanspruch der Regierung geht.

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Der digitale Überwachungsstaat ist machbar - und teils bereits Realität. Gerade in China, wo die Begeisterung für den wirtschaftlichen und technischen Fortschritt Hand in Hand mit einem totalitären Machtanspruch der Regierung geht.

Modernste Kamera- und Computersysteme, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, gehören in immer mehr Städten Chinas zum Alltag. Junge Start-Ups wie Megvii in Peking liefern die Hightech-Instrumente dafür. Und die Entwickler machen keinen Unterschied, für wen sie arbeiten.

Digitaler Pranger mit biometrischen Wunderwaffen

Den Informatiker Xie Yinan reizt vor allem die technische Herausforderung, zum Beispiel per Computer die Gefühle und Wünsche fremder Menschen von ihren Gesichtern und aus der Körpersprache abzulesen. In einem Fastfood-Lokal analysiert eine Software wie Megviis Face++ die Eigenschaften der Kundschaft anhand von Äußerlichkeiten und macht maßgeschneiderte Menüvorschläge.

An anderer Stelle setzt die Polizei die biometrischen Wunderwaffen ein, um an einer Kreuzung Menschen, die bei Rot die Straße überqueren, an den öffentlichen Pranger zu stellen: Ihr Foto erscheint samt Name und Adresse auf einem weithin sichtbaren Bildschirm. Bequeme Konsumwelt trifft auf Politik - für viele Chinesen ist ersteres wichtiger.

Chinas Priorität: Armut bekämpfen

Sähe das bei uns so viel anders aus? Wie viele Deutsche würden ebenfalls das Menschenrecht auf eine Privatsphäre anderen Aspekten wie zum Beispiel dem Schutz vor Terrorismus unterordnen? So weit wie im geplanten "Social scoring" der chinesischen Regierung würden aber sicher die wenigsten Europäer gehen: Ein Punktesystem soll sozial erwünschtes Verhalten belohnen, bei Vergehen droht Punktabzug. Der "Score" kann dann mitentscheidend sein, ob jemand eine Wohnung oder einen Studienplatz erhält.

Professor Zhang Weiwei von der Fudan-Universität in Shanghai bringt es auf den Punkt: "Kein Land, keine Nation kann sämtliche Menschenrechte einhalten. Man muss Prioritäten setzen, und China will zuerst die Armut bekämpfen." Dieser Ansicht des Politikwissenschaftlers stimmen nicht nur seine Studenten zu. Auch viele Chinesen stellen die unbestreitbaren Fortschritte, die ihr Land in den letzten Jahrzehnten bei Wohlstand, Bildung und Gesundheitsversorgung gemacht hat, über andere Menschenrechte wie Presse- oder Versammlungsfreiheit.

Sehen Sie die Dokumentation "UNANTASTBAR - Der Kampf für Menschenrechte" von Angela Andersen und Claus Kleber jederzeit in der Mediathek.

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