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Bürgerprojekt "ZDF in Bottrop" - "Wo das Herz schlägt"

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Eine Reporterin, ein Kameramann, vier Wochen in Bottrop: Ein ZDF-Team arbeitet und lebt in Bottrop - und will wissen: Welche Themen treiben die Menschen hier wirklich um?

Mitten im Pott, da ist Bottrop. Das ZDF ist vier Wochen mittendrin. Die Bürgerreporter wollen wissen, was die Menschen bewegt, vier Wochen vor dem Aus der letzten Steinkohle-Zeche.

Beitragslänge:
2 min
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Woran denken Sie, wenn Sie "Bottrop" hören? Ruhrpott? Bergbau? Bonjour Tristesse? Klischees - klar. Unser erster Dreh führt uns auf das Dach Bottrops, das Wahrzeichen der Stadt: das Tetraeder. Wir wollen uns einen Überblick verschaffen, sehen, wo wir wohnen werden. Vor uns liegt das Ruhrgebiet-Panorama. Von hier aus kann man Essen, Oberhausen, Mülheim sehen - und an guten Tagen auch Duisburg. Heute ist ein halbwegs guter Tag.

Fast alle Klischees werden bestätigt: Rings um uns pressen Schlote weißen Rauch in die Luft. Es ist grau, kalt, windig - irgendwie trist. "Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt." Die Liedzeile von Herbert Grönemeyer - passt irgendwie, denke ich. Und doch ist die Landschaft von hier oben erstaunlich grün, viele Wälder und Felder, herbstlich bunt gefärbt. Vollkommen überraschend für eine Industrieregion. Ist es vielleicht doch besser, "viel besser, als man glaubt"?

Steinkohle: Das Ende einer Ära

Hier werden wir also wohnen. Vier Wochen lang. Wir wollen durch das Leben hier herausfinden, was die Bottroper in diesen Zeiten umtreibt. Denn es sind Zeiten des Wandels für sie und das gesamte Ruhrgebiet. Nicht weniger als eine Ära geht zu Ende, wenn mit Prosper Haniel kurz vor Weihnachten das letzte deutsche Steinkohle-Bergwerk dicht macht. Was bedeutet das für die Menschen hier?

"Ganz schön traurig, dass das so den Bach runtergeht. Meine Eltern, die Omma, alle haben auf der Zeche gearbeitet. Wir sind damit groß geworden", erzählt uns Norbert Kunski. Am "besten Glühweinstand Bottrops" kommen wir mit ihm und seiner Frau Ingrid ins Gespräch. Sie bedauern das Ende des Bergbaus sehr. Nicht nur, weil dadurch Arbeitsplätze wegfallen, sondern vor allem, weil so eine ganze Tradition, eine Kultur verloren gehe. "Das kann man nicht so einfach abschütteln, und dann ist es weg. Das gehört doch zu uns!"

Heimatgefühl: Wo das Herz schlägt

Doreen Baumeister und ihre Tochter Hannah treiben andere Themen um. Sie leben gerne in einer Stadt, die "nicht so groß ist" wie Essen oder Düsseldorf, eine Stadt eben, "wo jeder jeden kennt". Umso trauriger sei es, dass es in der Fußgängerzone von Bottrop viel Leerstand gebe. Schöne, kleine Geschäfte würden immer seltener, gemütliche Cafés gebe es kaum noch.

Eine, die das nicht abschreckt, ist Camilla Casserstel. Die Schwedin kam vor über 30 Jahren als Au-pair hierher, blieb der Liebe wegen - auch dann noch, als die Liebe schon längst Geschichte war. "Nicht weil die Stadt besonders schön wäre, sondern weil die Menschen hier einfach toll sind: offen und herzlich. Wenn du hier mal einen Freund gefunden hast, dann bleibt der auch."

Sie trifft damit das Heimatgefühl der meisten Menschen, denen wir hier bislang begegnet sind. Klar, ist es anderswo vielleicht schöner, aber hier wegziehen? Niemals. Oder wie es Norbert Kunski ausdrückt: "Natürlich gibt es schöne Ecken in ganz Deutschland, aber wo das Herz schlägt, da ist man gerne zu Hause."

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