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Bürgerprojekt "ZDF in ..." - Wie tickt Mannheim?

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Ein Reporter, ein Kameramann, vier Wochen: Ein ZDF-Team ist zurzeit in Mannheim. Ziel ist, mit den Menschen ins Gespräch kommen. Welche Themen bewegen die Mannheimer?

Niederflur Straßenbahn Zug des RNV Rhein Neckar Verkehrsverbund s fährt in der Fußgängerzone Planken in Mannheim am 01.09.2018
Mannheims Innenstadt: Migration, Sicherheit und soziale Fragen beschäftigen die Menschen. Quelle: imago/Ralph Peters

Der Marktplatz in Mannheim, kurz vor elf am Vormittag. Rings um den Marktbrunnen stehen rund 20 Verkaufsstände. Es gibt Käse, Obst und Gemüse. Wie jeden Dienstag und Samstag. Am Morgen fiel noch Regen, jetzt kämpft sich die Spätsommersonne durch die Wolken. Für uns ist das hier eine der ersten Stationen, um mit den Mannheimern ins Gespräch zu kommen. Eine Station, an der viel los. An der viele unterschiedliche Nationalitäten, Altersklassen und Bevölkerungsschichten unterwegs sind.

Aus einem Marktstand heraus bemerkt uns Fausto Siracusa. Ein junger Mann mit Baseballcap und grauem Kapuzenpulli. Er hat keine deutschen Wurzeln - wie so viele in Mannheim: 44,4 Prozent der hier gemeldeten Menschen haben Migrationshintergrund, in manchen Stadtteilen sind es noch deutlich mehr. Mannheim war lange Jahre vor allem eine Industrie- und Arbeiterstadt. Klar, dass die Themen Migration und Integration deshalb hier schon lange eine große Rolle spielen. "Ich bin selbst Immigrant und finde generell schön, dass hier Multikulti ist. Aber ich hatte es auch gerade mit einem Kollegen darüber: Es gibt eben Leute, die das auch ausnutzen. Manchmal merkt man, dass die Leute, die hierher kommen, sich nicht anständig benehmen."

Zuwanderung beschäftigt viele Mannheimer

Für viele Menschen, mit denen wir ins Gespräch kommen, ist das Thema Zuwanderung ein wichtiges. Viele sagen uns, dass die Menschen, die schon vor Jahrzehnten nach Mannheim gekommen sind, mittlerweile fast alle gut integriert seien. Ganz anders sehen einige die Lage bei denen, die erst in den vergangenen Jahren gekommen sind: vor allem Menschen aus Osteuropa. Aus deren Reihen würden immer wieder Leute Probleme machen: "Gehen Sie abends mal durch den Stadtteil Jungbusch", sagt ein junger Mann. "Das ist gefährlich. Da gibt es viel Gewalt." Die komme vor allem von neuzugezogenen Migranten, meint er.

Personen genießen die Abendsonne auf dem historischen Wasserturm in der Innenstadt Mannheim am 01.09.2018
Multikulti am Wasserturm, einem Wahrzeichen der Stadt: 44,4 Prozent der Mannheimer haben ausländische Wurzeln. Quelle: imago/Ralph Peters

Hinter einem anderen Marktstand arbeitet Claudio Spatz, ein Ur-Mannheimer. "Uns geht's hier gut", sagt er. "Ich bin zufrieden." Und doch macht die Diskussion über Migranten auch vor ihm nicht Halt: "Ich kenne viele Türken oder Italiener, die schon 20, 30 Jahre da sind. Im Moment werden alle Migranten auf einen Haufen geworfen durch die neuen Probleme, die es ja auch tatsächlich gibt. Aber das ist natürlich schon brutal, wie das alles verallgemeinert wird." Auch in Mannheim sieht er solche Tendenzen. In einer Stadt, die für ihre Integrationsfähigkeit in den letzten Jahrzehnten immer wieder gelobt wurde. "Im Moment haben eben viele das Gefühl, in unsicheren Zeiten zu leben. Wenn die Leute sich sicher fühlen, dann sind sie wieder zufrieden."

Sicherheit und soziale Ungerechtigkeit sind weitere Themen

Diese ersten Eindrücke zeigen, dass die Themen Migration und Integration vielen in Mannheim wichtig sind. Deshalb wollen wir gerade diesem Themenkomplex in den nächsten vier Wochen auch weiter nachgehen. Aber auch einigen anderen: Auf das Thema Sicherheit werden wir an diesem Morgen einige Male angesprochen, auf heruntergekommene Häuser im Stadtbild, auf Müll, der einfach wild abgeladen wird.

Und Fausto Siracusa, dem jungen Mann hinter dem Marktstand, liegt auch noch ein anderes Thema am Herzen: Die Schere zwischen armen und reichen Menschen, die zunehmend auseinandergehe: "Was ich immer krass finde, ist, dass manche Leute wie Krankenpfleger viel zu wenig kriegen - und andere viel zu viel. Das frustet." Seine Forderung an die Politik ist, dass sich das ändert. Nicht nur in Mannheim. Aber auch hier. In seiner Stadt, von der er sagt: "Mannheim ist Multikulti, Arbeiterstadt und ehrlich. Ich hoffe, dass das so bleibt."

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